Kleines Schlaraffenland

„Blaumacher“ legen eigenen Naschgarten an

Bisher nur ödes Land: Am Gustav-Heinemann-Ring soll bald ein bunter Garten entstehen.
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Bisher nur ödes Land: Am Gustav-Heinemann-Ring soll bald ein bunter Garten entstehen.

Mit ihren Handflächen und einer kurzen Bewegung zeichnet Aaika einen Bogen in die Luft. Khaula und Hajar nicken zustimmend. „Und ich würde gerne Salat anpflanzen, den ich mit meiner Familie dann pflücken kann“, meint Khaula. Mit dem geplanten Naschgarten haben sich die „Blaumacher“ einer großen Aufgabe angenommen.

Dietzenbach – Die Kinder zwischen neun und zwölf Jahren stecken zurzeit voll in den Vorbereitungen für ein Projekt am Montessori-Campus (Gustav-Heinemann-Ring 101). Gemeinsam mit Hausmeisterin Bianka Groß sprießen sie nur so vor Ideen, was sie auf dem momentan noch brachliegenden Grundstück umsetzen wollen und können. Denn: Die Planung hat Montessori-Vereinsvorsitzender Marcel Jung ganz den Nachhilfekindern von Blaue-Bank-Initiatorin Elke Schott überlassen. „Ich beobachte die ‚Blaumacher‘ schon länger – nun freue ich mich auf die Zusammenarbeit“, sagt der Vorsitzende. „Der Spaß in der Natur ist wichtig und wertvoll für die Kinder.“

Auf dem Streifen, der an den Gustav-Heinemann-Ring grenzt und über den Schulparkplatz zu erreichen ist, soll nun etwas entstehen, an dem jeder mitwirken und sich bedienen kann. Beim Naschgarten ist also der Name Programm. „Natürlich soll nicht einer alles wegernten, sonst geht der ganze Spaß verloren“, erläutert Groß den Kindern. Dass aber die Freude an erster Stelle steht, ist den jungen Gärtnern förmlich ins Gesicht geschrieben. Gebannt betrachten sie die Karte, die die Hausmeisterin vor ihnen auf dem Tisch ausbreitet. Die Draufsicht zeigt Wege, verschiedene Beete und Bäume. Vorschläge, aber keine Vorgaben. „Die Kinder dürfen das ganz frei entscheiden, wie sie den Garten gestalten wollen“, sagt Jung, der von dem „Blaumacher“-Konzept überzeugt ist. Selbstverantwortliches Denken und Handeln steht dabei an vorderster Stelle.

Der Naschgarten soll nicht nur eine Vielzahl an Gewächsen beherbergen, sondern auch Groß und Klein zusammenbringen. Aaika wirft ein: „Dann brauchen wir auch Schilder mit Infos drauf.“

Und jede Menge helfende Hände. Menschen, die Spaß daran haben, Beete anzulegen und Sträucher zu setzen, helfen den Blaumachern genauso weiter wie Sachspenden. Derzeit fehlen noch Gerätschaften wie Spaten, Handschuhe und Co. Doch auch jeder Setzling bringt die Sprösslinge näher an ihr Ziel. „In den vergangenen Tagen ist der Boden schon einmal umgepflügt und geglättet worden“, erzählt Schott. Die Blaumacher haben Weidenableger zunächst in Töpfe gepflanzt, aus ihnen soll ein natürlicher Zaun entstehen. Die Furche dafür per Hand zu ziehen, haben die Kinder schon nach einem Meter wieder aufgegeben. „Zu viele Steine“ lautete das Urteil. „Jetzt ist es unsere Aufgabe jemanden zu finden, der uns bei diesem Problem weiterhelfen kann“, erläutert Schott. Derweil warten die Weiden in ihren Töpfen darauf, bald eingepflanzt zu werden. Während der Ferienzeit wechseln sich die Kinder dann mit dem Gießen ab. Die Organisation und Aufgabenverteilung ist ein wichtiger Aspekt von Schotts Konzept.

Den Grundstein für den Naschgarten in der Kreisstadt haben die Blaumacher gelegt und laden jeden dazu ein, gemeinsam mit ihnen ein kleines botanisches Schlaraffenland zu erschaffen. Zurzeit benötigen die Kinder dringend Kompost. Wer sich gerne finanziell, mit Sachspenden oder mit Rat und Tat beteiligen möchte, kann sich bei Blaue-Bank-Initiatorin Elke Schott unter z 0179 8355533 oder per Mail an elke.schott@me.com melden. (Von Lisa Schmedemann)

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