Beratungszentrum Mitte

„Der Klient hat schon die Lösung“

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Die neue Beratungszentrum-Mitte-Leiterin Lilya Ramme-Traczyk (links) berät eine Klientin (nachgestellte Szene).

Dietzenbach - Lilya Ramme-Traczyk heißt die neue Leiterin des Beratungszentrums Mitte. Eine ihrer Aufgaben wird sein, den Generationenwechsel einzuläuten. Von Ronny Paul 

Im vergangenen Jahr haben 1365 Klienten die verschiedenen Angebote des Beratungszentrums Mitte (BZ-Mitte) an der Offenbacher Straße, das unter dem Dach des Diakonischen Werkes Offenbach, Dreieich, Rodgau steht, wahrgenommen. Das Spektrum des BZ-Mitte, das für Dietzenbach, Heusenstamm, Mühlheim und Obertshausen zuständig ist, reicht von Beratung für Eltern, Paare, Jugendliche, Alleinstehende, Schwangere und Menschen mit Sucht- und Gewaltproblematik bis hin zu Schuldner- und Schwangeren- sowie allgemeiner Lebens- und Migrationsberatung.

Anfang des Jahres hat die Mitarbeiter des BZ-Mitte ein Schicksalsschlag getroffen: der plötzliche Tod des langjährigen Leiters Diethelm Sannwald im März. Lilya Ramme-Traczyk, die seit 2016 Sannwalds Abwesenheitsvertreterin war, hat nun dessen Aufgaben übernommen. Sie habe viel von ihm gelernt, „er war ein großartiger Lehrer“, sagt Ramme-Traczyk: „Ich denke oft an ihn und frage mich, wie würde er es machen.“

Seit 2010 gehört die ausgebildete Mediatorin mit einem Magister in Soziologie und Erziehungswissenschaften zum Mitarbeiterstab des BZ-Mitte, nun steht sie als Leiterin an dessen Spitze. Das hat ihren Aktions- und Aufgabenradius vergrößert: „Ich habe viel mit fachpolitischen Themen zu tun“, berichtet sie. Auch Gremienarbeit und andere Aufgabenfelder sind für sie neu dazugekommen. Sie müsse sich erst in die Leiterinnenposition hineinarbeiten: „Ich fühle mich gut unterstützt von meinen Kollegen und meinem Vorgesetzten Henning Merker (Anm. d. Red: Leiter des Diakonischen Werkes).“ Eine Herausforderung werde die Einführung eines neuen Klientenstatistik-Programms, zudem wolle sie die Gruppenangebote sukzessive vergrößern, etwa jene für alleinerziehende Eltern oder für Kinder mit sozialauffälligem Verhalten. Aber auch der für 2019/2020 bevorstehende Generationenwechsel im BZ-Mitte, wenn einige der 22 Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, kommt als Herausforderung auf sie zu: „Dann wird es personelle Umwälzungen geben“, weiß Ramme-Traczyk.

Beratungsbedarf gibt es im BZ-Mitte genug, die Schuldnerberatung etwa haben im vergangenen Jahr 564 Bürger in Anspruch genommen, „ein vielgefragter Bereich“, sagt die 47-Jährige. Die unterschiedlichen Beratungsangebote für Eltern, Kinder und Jugendliche haben 498 Menschen besucht.

„Mein Herz hängt an der Arbeit mit Kindern“, sagt die dreifache Mutter mit ukrainisch-indonesischen Wurzeln. Sie bietet vor allem spieltherapeutische Angebote, bei denen sie mit Kindern spielt und diese auf diesem Weg die sie belastenden Themen offenbaren. Ramme-Traczyk ist ebenfalls Fachberaterin für Psychotraumatologie, sie begleitet und stabilisiert die Klienten, bis diese einen Traumatherapeuten finden. Heißt, sie übt mit ihrem Gegenüber Techniken ein, damit dieser sich selbst helfen kann. Das sei überhaupt das A und O: „Bei einer guten Beratung gibt es kaum Ratschläge.“ Es gehe vielmehr darum, zuzuhören und nach persönlichen Lösungen zu schauen: „Der Klient hat schon die Lösung, er hat sie nur noch nicht gefunden“, ist ihr Leitspruch. Hingegen wäre es fatal, dem Gegenüber „eigene Ratschläge überzustülpen“, betont Ramme-Traczyk.

Mit nach Hause nehme sie nur Organisatorisches, auf der halben Stunde Heimfahrt nach Frankfurt könne sie sehr gut vom Beratungsalltag abschalten“. Entspannung holt sich die passionierte Läufern dreimal die Woche beim Joggen und beim Gassigehen mit ihrem Hund.

Kontakt zum BZ-Mitte (Offenbacher Straße 17) unter Tel.: 06074/82760 und per Mail an bz-mitte@bz.diakonie-of.de. Die Telefonzeiten sind montags, mittwochs, donnerstags von 8.30 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr, dienstags von 8.30 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr sowie freitags 8.30 bis 14 Uhr.

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