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Klimaschutzkonzept: Magistrat in Dietzenbach legt Priorisierung der ersten fünf Maßnahmen vor

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Von: Anna Scholze

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Energiesparmodelle für Kitas: Dabei sollen Kindergartenkinder miteinbezogen werden.
Energiesparmodelle für Kitas: Dabei sollen Kindergartenkinder miteinbezogen werden. © ans

Der Magistrat hat nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nun die ersten fünf Maßnahmen vorgestellt, die in Dietzenbach umgesetzt werden sollen.

Dietzenbach – Der Magistrat kommt dem Auftrag seitens der Stadtverordnetenversammlung nach. Die Versammlung hatte das Gremium im Dezember vergangenen Jahres beauftragt, eine konkrete Priorisierung der ersten fünf Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept vorzustellen. Schließlich hatte insbesondere die Opposition im Zuge der Präsentation des Konzeptes kritisiert, dass dieses zu unverbindlich sei (wir berichteten). Das Resultat der Gewichtung wird den Stadtverordneten nun zunächst während des Bauausschusses am kommenden Mittwoch vorgelegt. Dabei ist die erste im Magistratsbericht enthaltene Maßnahme bereits umgesetzt. Die Stadt hatte im November 2022 Alexander Haus als Kilmaanpassungsmanager eingestellt, die Stelle wird aus Bundesmitteln gefördert. Die Aufgabe von Haus ist es, ein Konzept zu entwickeln, das auf einer Starkregengefahrenkarte, einer Stadtklimaanalyse sowie auf anderen Daten basiert und der Kreisstadt dabei helfen soll, mit dem Klimawandel zurechtzukommen.

Der Magistrat hat des Weiteren die Steigerung der Energieeffizienz in der Altstadt den vorrangig zu behandelnden Maßnahmen hinzugefügt. Dazu hat Michael Raddatz, der seit Januar für die Verwaltung arbeitet, die Wohnungseigentümer des alten Ortskerns nach dem Energiewert ihrer Immobilien gefragt. Die aus der Umfrage gewonnenen Daten fließen in ein energetisches Quartierskonzept, das von Raddatz erstellt wird. Als dritte Maßnahme enthält der Magistratsbericht die Beratung zur energetischen Gebäudesanierung im Stadtteil Hexenberg, die sich derzeit in der Vorbereitung befindet.

Darüber hinaus sollen in den städtischen Kindertagesstätten Energiesparmodelle etabliert werden. Ziel der vom Bund zu 100 Prozent geförderten Maßnahme ist es, gemeinsam mit den Kindern zu schauen, wie sich der Energie - und Wasserverbrauch senken und weniger Müll produzieren lässt.

Die Stadt Dietzenbach im Kreis Offenbach entwickelt Wärmeplan

Weiterhin wird die Stadt einen Plan entwickeln, der den gegenwärtigen und prognostizierten Wärmebedarf von einzelnen Quartieren, aber auch Straßenzügen ermittelt. Zudem soll der Plan Informationen zur vorhandenen Infrastruktur des Energienetzes enthalten und aufzeigen, an welchen Stellen erneuerbare Energien eingesetzt werden können. Hier ist es Ziel, eine Dekarbonisierung der Stadt zu erreichen. Diese fünfte Maßnahme wurde allen Kommunen ab 20.000 Einwohnern vom Land Hessen auferlegt.

Die Verpflichtung zu diesem Schritt ist für Manuel Salomon (CDU), aber auch für Heiko Hausmann (Grüne) ein Fakt, der gegen eine Aufnahme in die Liste der bevorzugten Aufgaben spricht. „Man hätte den Wärmeplan durch eine andere Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept ersetzen können“, sagt etwa Hausmann. Die Maßnahme sei auch in einem zweiten Schritt umsetzbar gewesen. Eine gute Alternative wäre aus Sicht der Grünen die Entsiegelung von Flächen, etwa am Anne-Frank-Platz, wie der Fraktionsvorsitzende erläutert. Das sei jedoch aufgrund der angespannten Haushaltslage derzeit wohl nicht möglich gewesen. Gleichzeitig ist dem Grünenpolitiker jedoch bewusst, wie wichtig der Wärmeplan im Hinblick auf die Minimierung des CO2-Ausstoßes ist.

Als bedauerlich erachtet es Hausmann, wie auch Dirk Hill (FDP), dass die Prioritäten-Liste des Magistrats keine Maßnahme enthält, deren Effekt für die Dietzenbacher schnell spürbar ist. Als Beispiel nennt Hausmann etwa die Pflanzung von Bäumen als Schattenspender. Für Hill stellt sich zudem die Frage, wie die praktische Umsetzung der im Bericht erwähnten Maßnahmen aussieht.

Verwaltung muss Verpflichtungen nachkommen

Christdemokrat Manuel Salomon indes stört sich daran, dass bei den ersten drei Maßnahmen die Auswirkung für die Umwelt nicht genau benannt werde. Der Magistrat wiederum macht deutlich, dass die Effekte abhängig von den Schritten sind, die die zu entwickelnden Konzepte zu Klimaanpassung und energetischer Sanierung in der Altstadt und auf dem Hexenberg enthalten. Da jedoch der Wärmesektor mit 63 Prozent den größten Anteil im gesamtstädtischen Energieverbrauch ausmacht, geht das Gremium von einem wichtigen Beitrag für den Klimaschutz aus.

Die Stadt hingegen begründet die Auswahl der fünf aus den insgesamt 68 Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes mit den Verpflichtungen, die sich aus den dafür erhaltenen Fördermittel ergeben

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