Kooperation von Boxprojekt mit SG Dietzenbach

Im Doppel zu zweifachem Erfolg

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Barah Zabar (links) und Andrei Corfariu, die als erste für die SG Dietzenbach in den Ring gestiegen sind.

Dietzenbach - Die Erfolgsgeschichte des lokalen Boxprojekts an der Max-Planck-Straße hält ungebrochen an: Eine erste Zwischenbilanz, nachdem im September die Kooperation mit der SG Dietzenbach ihren Anfang genommen hatte, fällt durchweg positiv aus – in sozialer, aber auch in sportlicher Hinsicht. Von Nina Beck 

Was Letztere betrifft, so war es nach einer langen Vorbereitungsphase, die schon im Sommer begann, gegen Jahresende schließlich so weit: Die Kooperation feierte ihren sportlichen Einstand im Boxring, wie Verein und Stadt nun auf Anfrage mitteilten. Während jene Dietzenbacher Teilnehmer des Boxprojekts, die bislang schon an Wettkämpfen teilgenommen hatten, dies unter dem Namen des Offenbacher Boxclubs Nordend getan hatten, stieg im niedersächsischen Hannoversch-Münden mit dem 15-jährigen Andrei Corfariu nun erstmals ein Jugendlicher für einen Dietzenbacher Verein in den Boxring. Im Kadettenfliegengewicht besiegte er nach großer kämpferischer Leistung seinen Gegner vom BC 62 Peine nach Punkten.

Kurz vor Weihnachten dann folgte ein weiterer sportlicher Einsatz – bei einer Box-Veranstaltung des 1. BC Marburg. Erneut Andrei Corfariu und Barah Zabar vertraten die Farben der SG Dietzenbach würdig. Sie boten ansprechende Leistungen im Boxring, während Trainerin Tanja Bieberich für die SG als Punktrichterin agierte.

Doch nicht nur die Jugendlichen selbst stiegen in den Ring, sie schauten auch anderen dabei zu. So besuchte das gesamte Trainer-Team des Boxprojekts gemeinsam mit den jugendlichen Teilnehmern einen Olympiaqualifikationskampftag zwischen der deutschen Nationalmannschaft und dem Team aus Russland am Olympiastützpunkt Heidelberg. Sportlich bereiten sich die jugendlichen Teilnehmer nun auf Einsätze in Erfurt sowie auf die hessischen Jugendmeisterschaften in diesem Monat und im März vor. „Wir haben eine stabile Teilnehmerzahl und eine familiäre Atmosphäre, in der sich die Dietzenbacher Jugendlichen sowie auch befreundete Gast-Vereine wohlfühlen. Dies schafft Raum und Gelegenheit für gegenseitigen Austausch“, beurteilt der Leiter des Boxprojekts und städtische Streetworker Patrick Karger den Beginn der Dietzenbacher Kooperation.

Team hat sich rasch eingespielt

Das um ihn herum neu formierte SG-Trainerteam Tanja Bieberich und Fouad Doukkali habe sich rasch eingespielt. So etwa veranstalteten sie abseits des täglichen Sportangebots im Boxprojekt mit den befreundeten Vereinen Team United Nieder-Roden sowie dem TV Miltenberg zwei Tageslehrgänge und besuchten einen Trainingslehrgang im Boxcamp Kassel. Letzteres ist ebenfalls ein Gewaltpräventionsprojekt, das Boxsport und Sozialarbeit erfolgreich miteinander verbindet. Hier trainierten gleich vier Jugendeinrichtungen mit ähnlichem sozialen Ansatz sportlich und fair zusammen: das IB Boxcamp Kassel, das JUZ Helleböhn/Kassel, das Trainingscamp Diemelstadt und das Dietzenbacher Boxprojekt.

Denn wie bei den anderen Institutionen auch ist der sportliche Aspekt von Beginn an nur eine Facette des lokalen Boxprojekts gewesen. Unter dem Motto „Tough ain´t enough – Hart sein reicht nicht“, einem alten Erfahrungswert des Boxsports, vermittelt es den teilnehmenden Jugendlichen darüber hinaus auch weiterhin soziale Kompetenzen, arbeitet an der Gruppenfähigkeit, fördert Leistungsbereitschaft und leistet Hilfestellung bei der Entwicklung tragfähiger Zukunftsperspektiven. So etwa kam im Herbst auch das „Bildungspaten“-Programm der Commerzbank zu einer zweiten Auflage. Wie die Stadtmarketing-Agentur mitteilt, engagieren sich diese für die Dauer eines Jahres für zwei Jugendliche aus dem Boxprojekt: Sie zeigen ihnen Perspektiven auf und helfen ihnen, sich ihrer Stärken bewusst zu werden und Selbstvertrauen zu entwickeln.

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Auch die projektinterne Hausaufgabenbetreuung werde sehr gut angenommen. Sie findet jeweils zwei Stunden vor dem Basistraining montags und donnerstags statt, und zwar in angenehmer Lernatmosphäre, „die sich positiv auf die schulischen Leistungen der Teilnehmer des Boxprojekts“ auswirke. „Wir sind froh“, betont denn auch Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU), „mit der SG Dietzenbach einen Kooperationspartner gefunden zu haben, mit dem es uns gelungen ist, das Projekt kommunal zu verankern.“ Zumal der städtische Haushalt dadurch um 10 000 Euro pro Jahr entlastet wurde. Darüber hinaus verweist Kolmer auf die Möglichkeit der SG, künftig vom Amtsgericht verhängte Bußgelder zugesprochen zu bekommen.

Wie berichtet, präsentiert der Fachbereich Soziale Dienste noch bis Montag, 9. Februar, seine Arbeitsfelder in einer Ausstellung im Rathaus-Foyer (Europaplatz 1). Dort ist auch das Boxprojekt vertreten. Die sportlichen Ergebnisse sowie das vielfältige Handlungsfeld des Boxprojekts können auch auf der neu eingerichteten Facebook-Präsenz des Projekts verfolgt werden.

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