Städtische Grünflächen

Kreative Gärtner schaffen Oasen

+
Idylle pur bietet der Zeittunnel am Geschichtspfad. Wer es bei hohen Temperaturen gerne etwas kühler hat, ist unter dem Pflanzendach gut aufgehoben.

Dietzenbach -  Gartenbesitzer wissen es: Die Pflege der Scholle ist derzeit angesichts von Wuchsperiode und Trockenheit nicht leicht. Auch das kleinste Grundstück will gemäht, vom Unkraut befreit und gegossen sein. Von Barbara Scholze 

All die Sorgen und Nöte um neu Angepflanztes und lange Gehegtes teilen die städtischen Gärtner. Nur in viel größerem Maße. Rund 700.000 Quadratmeter Grünfläche müssen sie im Stadtgebiet erhalten. Dabei soll es vor der Tür eines jeden Bürgers möglichst schön aussehen. „Wir müssen in den vergangenen Jahren beständig mit immer geringeren Mitteln auskommen“, sagt Christian Locke, kaufmännischer Leiter der Städtischen Betriebe. Dennoch lasse das Garten-Team nicht davon ab, Standards festzulegen und mit großem Ideenreichtum Konzepte weiterzuentwickeln. „Wir konzentrieren uns bei den Bepflanzungen auf zentrale Punkte wie Stadtein- und Ausfahrten, die Areale rund um das Rathaus und das Stadtzentrum“, berichtet Locke. Das geschehe oft mit geringen Mitteln, aber dafür umso kreativer, wie die Stadtgärtner mit Pflanzenoasen etwa an der Kreuzung der Kreisquerverbindung mit der L 3001 oder an den Kreiseln überall im Ort bewiesen.

„Allerdings kommen leider die Nebenstraßen bei den Pflegegängen öfter mal zu kurz, da mussten wir angesichts unseres Budgets reduzieren“, räumt Locke ein. Zunehmend schwierig entwickele sich auch die Situation rund um den Müll. Dass die Natur immer mehr Bürgern als bequemer Abfallbehälter diene, „kriegen wir nur schwer in den Griff“.

Wir suchen den schönsten Garten der Region - mitmachen und gewinnen!

Im Blickpunkt seien aber generell beständig alle repräsentativen Standorte in der Stadt, ergänzt Stadtgärtner Christoph Köhler. „Wir haben ein Konzept entwickelt, nach dem wir an möglichst vielen Orten Stauden und Gräser setzen“. Manches erfordere allerdings ein bisschen Geduld, so könne es zwei bis drei Jahre dauern, bis ein Pflanzprojekt endlich so ist, wie es sein soll. „Wir können halt auch nicht alles auf einmal machen“, betont Köhler.

Der Kreishaus-Kreisel.

Wie im heimischen Garten, ist die derzeitige Trockenheit ein großes Problem des Garten-Teams. „Wir kommen mit Gießen kaum nach, obwohl wir sogar die Samstage dazu nehmen.“ Ein bisschen ausharren muss mancher Baum samt Beet zu seinen Füßen. „Zum Glück gibt es Bürger, die Patenschaften übernommen haben und sich kümmern, das freut und hilft uns sehr“, sagt Köhler, der auf weitere engagierte Laien-Gärtner hofft. Schließlich komme es Natur und Mensch zugute, wenn jemand bereit sei, beim Anblick durstiger Blumen statt zum Beschwerdetelefon zur Gießkanne zu greifen.

Tag der Offenen Gärten

Tag der Offenen Gärten

Zugegebenermaßen traurig sei derzeit die Situation am Wappenkreisel. Zwar bittet dort ein Schild die Fußballfans, die den Kreisel zur Siegesfeier nutzen, darum, die Grünanlagen zu schonen. Von Grün ist allerdings wenig zu sehen. „Dort haben wir leider ein Insekten-Problem, das uns alles zerstört“, klagt Locke. Gegen die kleinen Tierchen, die sich seit Wochen an den Säften der Rosen und Bodendecker laben, sei kaum etwas auszurichten. „Spätestens im Herbst werden wir die Pflanzenreste rausnehmen, die Erde wechseln und den Hügel mit Stauden neu bepflanzen“, verspricht der Ober-Gärtner. Geplant sei diese Maßnahme als Projekt innerhalb des Ausbildungsprogramms der neuen Auszubildenden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare