Entlastung für die Pendler

Kreis Offenbach bringt Studie zu südlicher S-Bahn-Tangente auf den Weg

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Viele Pendler in der Rhein-Main-Region warten seit Jahren auf Entlastung. Eine Machbarkeitsstudie soll prüfen, inwiefern eine südliche S-Bahn-Tangente zur Lösung beitragen kann.

Dietzenbach - Der Kreis Offenbach stellt die Weichen, damit Fahrgäste per S-Bahn schneller in die Frankfurter Innenstadt und zum Flughafen gelangen.

Mit einer Machbarkeitsstudie soll untersucht werden, ob eine weitere Südtangente angesichts der vielen Engpässe auf der Schiene Abhilfe schafft. Immer mehr Fahrgäste aus dem Kreis Offenbach nutzen Busse und Bahnen. Was Pendler frustriert: Vor allem das Schienen-Nadelöhr unter der Frankfurter Innenstadt sorgt auf den Strecken aus Rödermark (S1), Dietzenbach (S2) und Hanau (S8/9) immer wieder für Probleme bei der Pünktlichkeit. Für Entlastung sorgen könnte eine weitere südliche S-Bahn-Führung aus dem Kreis in Richtung Mainmetropole und Flughafen. Den Auftrag zu einer Studie hat die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG) ans Frankfurter Planungsbüro Albert Speer + Partner vergeben.

„Wir wollen, dass die Fahrten mit den Linien S1, S2 und S8/9 für die Nutzer, vor allem die Pendler, zuverlässiger und komfortabler werden“, sagt Claudia Jäger, Aufsichtsratsvorsitzende der Kreisverkehrgesellschaft Offenbach. „Konkret lassen wir untersuchen, wie eine zusätzliche Südtangente aus dem Kreis Offenbach über den Offenbacher Hauptbahnhof nach Frankfurt-Süd und weiter zum Flughafen aussehen kann.“ Die Studie soll Grundlagen ermitteln, Möglichkeiten und Kosten einer Südtangente aufzeigen. Sie soll darlegen, ob eine leistungsfähige Route über den Offenbacher Hauptbahnhof überhaupt machbar ist – welche Gleise um- oder ausgebaut werden müssen, um diese Strecke dauerhaft nutzen zu können.

Mit der Voruntersuchung unterstützt Jäger die lauter werdende Forderung nach weiteren Verbindungen zur Entlastung des Frankfurter Citytunnels, so wie zuletzt von RMV-Geschäftsführer Knut Ringat dargelegt. Um den Schienenring rund um Frankfurt zu vollenden, hält Ringat neben der Regionaltangente West eine Regionaltangente Ost sowie eine Regionalzugverbindung von Aschaffenburg über Hanau und Offenbach zum Flughafen für wichtig.

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„Eine südliche S-Bahn-Tangente könnte eine spürbare Kapazitätserweiterung und RMV-Kunden im Kreis damit mehr Zuverlässigkeit bringen“, ist sich KVG-Geschäftsführer Andreas Maatz sicher. Zusätzliche Verbindungen sind dringend nötig: Die Behörden rechnen bis 2030 allein im Kreis Offenbach mit einem Plus von 24 000 Einwohnern. „Vielleicht kann diese Strecke eine Dauerlösung werden“, hofft Maatz. Er betont aber, dass die südliche S-Bahn-Führung in erster Linie ein Zusatzangebot darstellen soll und nicht anstelle der bisherigen Tunnelstrecke zu betrachten sei.

Die Studie zur südlichen S-Bahn-Tangente läuft bis Sommer. Sie beruht auf Ergebnissen aus dem Leitbild Mobilität. Das hatten der Kreis und die KVG mit den Kooperationspartnern, der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt Rhein/Main und der Hochschule Darmstadt, auf den Weg gebracht. Die Studie wird zunächst als interne Sache betrachtet und soll danach mit Partnern und Nachbarn in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main erörtert werden. (soh)

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