Hohe Inzidenz

Corona: Gibt es schärfere Maßnahmen? Kreis Offenbach gibt Auskunft

Wegen der sich zuspitzenden Corona-Situation droht in Hessen die Notbremse. Der Kreis Offenbach wartet erst mal ab, bevor neue Maßnahmen beschlossen werden.

  • Die dritte Welle trifft den Kreis Offenbach hart.
  • Corona: Hessen hält an der Notbremse fest.
  • Kommen jetzt Verschärfungen im Kreis Offenbach?.

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 9.48 Uhr: Die Notbremse in Hessen wird gezogen, wenn die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt. Das hat Volker Bouffier bekannt gegeben. Ab Montag (29.03.2021) werden Lockerungen zurückgenommen. Deshalb wird es erst mal kein „Click&Meet“ mehr in Hessen geben. Allgemeine Ausgangssperren für Hessen wurden nicht beschlossen.

Darüber entscheiden die Kommunen je nach der aktuellen Corona-Lage. Im Kreis Offenbach liegt die 7-Tage-Inzidenz laut dem Robert-Koch-Institut bei 134,1 (Stand 25.03.2021 3.09 Uhr). Ob es weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der dritten Welle im Kreis geben wird, wie weitere Einschränkungen im Schul- und Kitabetrieb oder Ausgangssperren, steht noch nicht fest. Auf Anfrage heißt es aus der Kreisverwaltung am Mittwoch (24.03.2021), dass es bisher noch keine neue Verordnung für Hessen gebe, nur die Informationen des Ministerpräsidenten an die Presse. Da es noch zu Änderungen in den Erlassen kommen könne, – zum Beispiel nach der Besprechung der Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch, bei dem die „Ruhetage“ an Gründonnerstag und Karsamstag wieder gekippt wurden – warte der Kreis Offenbach die konkreten Corona-Beschlüsse des Landes ab, bis er zusätzliche Maßnahmen in Erwägung ziehe.

Welche Konsequenzen der Kreis Offenbach aus den neuen Corona-Beschlüssen des Landes Hessen zieht, ist noch unklar. Neue Maßnahmen könnten auch Schulen und Kitas betreffen. (Symbolbild)

Corona: Auswirkungen für Kreis Offenbach wird noch entschieden

Update vom Dienstag, 23.03.2021, 03.24 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen haben Bund und Länder eine Verschärfung der geltenden Beschränkungen beschlossen. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Nacht zum Dienstag mitteilte, soll in Landkreisen und Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 die sogenannte Notbremse gezogen werden, Öffnungen sollen also zurückgenommen werden.

Das betrifft auch den Kreis Offenbach. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt hier mit 135,7 (Stand: 22.03.2021) deutlich über dem Grenzwert. Welche Auswirkungen die Notbremse im Detail auf das Leben in Offenbach hat, wird sich in den kommenden Stunden entscheiden. Möglich sind nächtliche Ausgangssperren sowie die Schließung von Schulen und Kitas.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nehmen an einer Pressekonferenz im Kanzleramt nach den Beratungen von Bund und Ländern teil. Der seit Monaten andauernde Lockdown in Deutschland wird angesichts steigender Corona-Infektionszahlen bis zum 18. April verlängert.

Corona im Landkreis Offenbach: Lage spitzt sich zu – Kommt die Ausgangssperre?

+++ 23.07 Uhr: Die Entscheidung beim Bund-Länder-Gipfel steht am späten Montagabend (22.03.2021) noch aus. Kanzlerin Angela Merkel hat die Verhandlungen vor mehr als vier Stunden unterbrochen und berät seither laut übereinstimmenden Medienberichten in kleineren Kreisen über die Beschlussvorlage.

Beim Thema Ausgangssperren gibt es noch keinen Beschluss. Die Vorlage sieht vor, dass Kreise und Städte mit einer Inzidenz über 100 mit Verschärfungen wie Ausgangsbeschränkungen gegen die steigenden Infektionszahlen vorgehen. Ab einer Inzidenz über 200 sollen Schulen und Kitas wieder geschlossen werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Offenbach liegt mit 135,7 (Stand: 22.03.2021) noch deutlich darunter.

Corona-Notbremse im Kreis Offenbach: Notbremse soll konsequent umgesetzt werden

Fest steht: Liegt die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, soll die Notbremse in Kraft treten. Diese soll nach Merkels Vorstellungen auch konsequent umgesetzt werden. Demnach müsste der Einzelhandel wieder komplett schließen. Maßgebend für die Landkreise und Städte in Hessen war dafür zuletzt die landesweite Inzidenz, die aber auch bereits seit Donnerstag (18.03.2021) stetig über 100 liegt. Ministerpräsident Volker Bouffier wollte darauf erst nach den Beschlüssen beim Corona-Gipfel reagieren.

Offenbach – Die Lage ist ernst. In vielen Städten und Landkreisen deutschlandweit liegt die entscheidende  7-Tage-Inzidenz deutlich über 100 – auch im Kreis Offenbach. Unter dem Druck der steigenden Infektionszahlen wird Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag mit seinen Länderkollegen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die weiteren Maßnahmen in der Corona-Pandemie beraten.

Corona in Offenbach: Drohen neue Ausgangssperren?

Da der Landkreis Offenbach die Schwelle von 100 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschritten hat, drohen neue Einschränkungen wie nächtliche Ausgangssperren oder die Schließung von Schulen und Kitas. Eine Ausgangssperre soll vom Vorabend bis 05.00 andauern. Eine Anfangszeit ist bisher noch nicht bekannt, im Dezember 2020 begann die Ausgangssperre um 21.00 Uhr. Kitas und Schulen sollen darüber hinaus nicht öffnen, soweit ein zweimaliger Corona-Test pro Woche für Erziehungs- und Lehrkräfte sowie alle Schüler und betreuten Kinder in Präsenz nicht sichergestellt“, wie es in einem Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Konferenz heißt. Die konkreten Maßnahmen werden aber noch auf der Bund-Länder-Konferenz am Montag (22.03.2021) diskutiert.

Im Dezember 2020 nahmen Polizisten in Offenbach bereits Personalien von nächtlichen Passanten auf. Drohen neue Ausgangssperren für die Stadt?

Ursprünglich ist der Corona-Lockdown zur Bekämpfung der Pandemie in Deutschland bis zum 28. März befristet. Nach einem Treffen der Regierungschefs Anfang März hatte es im Kreis Offenbach erste Öffnungsschritte etwa im Handel gegeben – jedoch auch die Einigung auf eine „Notbremse“, sollten die Infektionszahlen nach oben gehen.

In der Vergangenheit wurden Ausgangssperren für den Kreis Offenbach und Hessen laut Informationen des hessischen Sozialministeriums und des Kreises Offenbach wie folgt geregelt:

  • Dauer der Ausgangssperre: 21 Uhr Abends bis 5 Uhr morgens
  • Eine Ausgangssperre für den Kreis Offenbach tritt nicht automatisch in Kraft, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz drei Tage in Folge über 200 liegt. Hierzu ist eine Allgemeinverfügung des Landkreises notwendig.
  • Das Haus darf in folgenden Ausnahmefällen verlassen werden: gewichtige Gründe (z.b. berufliche oder medizinische Erfordernisse). Das Sozialministerium verweist dabei auf die Allgemeinverfügungen der Landkreise. Der gewichtige Grund ist dabei „ausreichend glaubhaft“ zu erläutern.
  • Als gewichtige Gründe galten nach Informationen des Landkreises Offenbach in der Vergangenheit auch der Besuch bei Ehe- und Lebenspartnern, die Teilnahme an Einsätzen von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst, die Begleitung und Betreuung von Minderjährigen und Personen, die auf Hilfe angewiesen sind, die Versorgung von Tieren sowie die Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religösen Anlässen.
  • Berufspendler benötigen eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers, um die öffentlichen Verkehrsmittel während der Zeit der Ausgangssperre nutzen zu können.
  • Speisen von Restaurants in Offenbach und der Region dürfen weiterhin geliefert werden, das Abholen von Essen ist jedoch nicht erlaubt.
  • Das Gassi gehen mit Hunden ist in „notwendigem Maß“ erlaubt.
  • Passionierte Jogger im Kreis Offenbach müssen sich gedulden: Die Ausübung von Sport fällt nicht unter die Ausnahmeregelung und ist daher verboten.

Corona in Offenbach: „Notbremse“ könnte für neue Einschränkungen sorgen

Zuletzt hatte die Stadt Offenbach wegen der sich ausbreitenden britischen Corona-Mutante die Quarantäne und Testregelungen verschärft. Derzeit ist Offenbach im Landkreis Offenbach der traurige Spitzenreiter in Puncto 7-Tages-Inzidenz. Bereits zu Beginn der zweiten Corona-Welle im Herbst 2020 hatte die Stadt lange mit einer Inzidenz von über 300 zu kämpfen.

  • 7-Tages-Inzidenz (Über 100 – Kreis Offenbach)
  • Stadt Offenbach: 196,5
  • Main-Kinzig-Kreis: 147,4
  • Kreis Offenbach: 135,7
  • Kreis Bergstraße: 109,1
  • Kreis Darmstadt-Dieburg: 108,1
  • Odenwaldkreis: 101,3

„Die Zahlen zeigen uns: Eine mögliche dritte Corona-Welle ist deutlich unterwegs“, hatte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gewarnt. Es werde vorerst keine weiteren Öffnungsschritte geben. Er plädierte erneut dafür, dass die Bundesländer bei ihren Corona-Regeln eng beieinander bleiben. (Marvin Ziegele mit dpa)

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