Corona-Pandemie

Corona im Kreis Offenbach: Maßnahmen verschärft - Alle Regeln auf einen Blick

Corona Kreis Offenbach Allgemeinverfügung Regeln
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Wegen steigender Corona-Zahlen verschärft der Kreis Offenbach seine Allgemeinverfügung erneut.

Im Kreis Offenbach steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter an. Die Kreisverwaltung hat daher bei den Corona-Regeln nachgeschärft.

  • Die Inzidenz im Kreis Offenbach ist über die vierte Corona-Warnschwelle des Landes Hessen gestiegen.
  • Mit verschärften Maßnahmen will der Kreis ab dem 24. Oktober gegensteuern.
  • Besonders Kontakte sollen weiter eingeschränkt werden.

Dietzenbach - Um einem unkontrollierten Anstieg der Infektionszahlen mit dem Corona-Virus entgegenzuwirken, hat der Krisenstab des Kreises Offenbach die bestehenden Regelungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens noch einmal verschärft. Grund für die Verschärfung ist die Tatsache, dass die Inzidenz im Kreis mit einem Wert von 79,5 die vierte Warnschwelle des Landes Hessen überschritten hat.

Kreis Offenbach orientiert sich bei Corona-Regeln an Bund und Ländern

In der vergangenen Woche hatte sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis Offenbach kontinuierlich erhöht. Bereits am 15. Oktober war eine bestehende Allgemeinverfügung verschärft worden. Mit der erneuten Verschärfung der Einschränkungen soll die Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Offenbach nun wieder gestoppt werden.

„Wir haben in den vergangenen Tagen fast täglich einen neuen traurigen Rekord zu vermelden gehabt“, sagt Landrat Oliver Quilling (CDU). Um das Gesundheits- und Pflegesystem vor einer Überlastung zu schützen, habe der Krisenstab weitere Allgemeinverfügungen erlassen, um auf die steigende Zahl der Corona-Infektionen zu reagieren.

Corona: Kreis Offenbach verschärft Maßnahmen - Verschärfung der Regeln seit Samstag

Schon am 8. Oktober hatte der Krisenstab des Kreises Offenbach erste Maßnahmen erlassen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Neuinfizierten bei einem Wert von 32,6 pro 100.000 Einwohner. Wie der Kreis Offenbach mitteilt, gelten die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus bewusst für den gesamten Kreis, „weil hinsichtlich der Neuinfektionen keine schwerpunktmäßige Betroffenheit einzelner Einrichtungen, Betriebe oder abgrenzbarer Lebensbereiche identifiziert werden kann.“

Zahlen vom 15.10.2020Bestätigte InfektionenGenesenTodesfälle7-Tages-Inzidenz (RKI)
Kreis Offenbach1.5851.2684648,1
Zahlen vom 24.10.2020Bestätigte InfektionenGeneseneTodesfälle7-Tage-Inzidenz (RKI)
Kreis Offenbach1.8801.3324979,5

Der Schwerpunkt der Regeln liegt wie zuvor auf Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum, einer Sperrstunde und auf den Schulen. Die neuen Maßnahmen des Kreises Offenbach treten am 24.10.2020 in Kraft, können aber verlängert oder erneut verschärft werden. Einschränkungen für Schulen gelten bis zum 30. Oktober, die Sperrstunde bis zum 1. November. Alle weiteren Beschränkungen sollen voerst bis zum 8. November in Kraft bleiben.

Die neuen Corona-Maßnahmen im Kreis Offenbach

Die zweite Ergänzung zur bereits in Kraft getretenen Allgemeinverfügung im Kreises Offenbach tritt am Samstag, 24. Oktober 2020, um 0 Uhr in Kraft und gilt zunächst bis einschließlich Sonntag, 8. November 2020, 24 Uhr. Die Allgemeinverfügung sieht folgende Maßnahmen vor:

  • Aufenthalte im Freien sind nur für fünf Personen oder mit Angehörigen des eigenen und eines anderen Haushalts erlaubt. Das bezieht auch Parks und Grünanlagen mit ein.
  • Auch in der Gastronomie und bei Veranstaltungen dürfen nur maximal fünf Personen oder Angehörige des eigenen und eines weiteren Haushalts zusammenkommen.
  • In der Öffentlichkeit darf kein Alkohol mehr konsumiert werden. Gastsronomie mit Außenbewirtung ist ausgenommen.

Weitere Maßnahmen:

  • Bis zunächst Sonntag, 1. November 2020, gilt eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr. Auch der Verkauf von Alkohol in Supermärkten, Tankstellen, Kiosken und ähnlichen Einrichtungen ist verboten.
  • Bis zunächst Freitag, 30. Oktober 2020, gelten für zwei Wochen weitere Regeln für Schulen. Ab der fünften Klasse besteht in den weiterführenden Schulen auch im Unterricht eine Maskenpflicht.
  • Ebenfalls findet der Sportunterricht an allen Schulen nur kontaktlos statt. Ab der fünften Klasse darf dieser zusätzlich nur im Freien stattfinden. Kontaktlos bedeutet mit mindestens 1,5 Meter Abstand.

Folgende Maßnahmen sind ab dem 24. Oktober verschräft:

  • Bei privaten Zusammenkünften und Feierlichkeiten dürfen maximal 10 Personen zusammenkommen. Diese dürfen aus maximal zwei unterschiedlichen Haushalten kommen. Vorher waren Zusammenkünfte dieser Art mit bis zu 25 Personen erlaubt.
  • Im Kreis Offenbach ist die maximale Gästezahl auf 10 Personen auch in geschlossenen Räumen (private wie angemietete) und 100 unter freiem Himmel beschränkt.
  • Bei allen sonstigen Zusammenkünften und Veranstaltungen wie Theater, Kino oder Konzerten, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, auch auf dem eigenen Sitzplatz. Hier ist die Teilnehmerzahl auf maximal 100 Personen beschränkt.
  • Für den Trainings- und Wettkampfbetrieb im Sport darf kein Publikum mehr zugelassen werden. Begleitpersonen, insbesondere Betreuerinnen und Betreuer, Trainigspersonen und Aufsichtspersonen von Minderjährigen sind ausgenommen.
  • Gäste in Gaststätten und Übernachtungsbetrieben müssen beim Betreten und Verlassen der Lokalität, in den Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen, beispielsweise Toiletten oder Wellnessbereich, eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Bei religiösen Veranstaltungen herrscht eine Maskenpflicht. Die Maske darf zum Zweck notwendiger religiöser Handlungen abgenommen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.
  • In Alten- und Pflegeheimen sowie Betreuungsunterkünften jeder Art müssen Beschäftigte und Besuch eine Maske tragen. Außerdem darf in Alten- und Pflegeheimen innerhalb einer Woche dreimal Besuch von maximal zwei Personen für eine Stunde empfangen werden.
  • Im Freien herrscht, wo Menschen dichter zusammen kommen, Maskenpflicht. Das bezieht sich zum Beispiel aber nicht ausschließlich auf Fußgängerzonen, belebte Plätze, Märkte, Fahrstühle und Eingangsbereich von Hochhäusern.
  • Kinn- und Mikrovisiere werden im Kreis Offenbach zur Erfüllung der Maskenpflicht nicht mehr akzeptiert. Es müssen Alltagsmasken oder Gesichtsvisiere getragen werden. Der Kreis Offenbach empfiehlt allerdings dringend, Gesichtsvisiere nicht zu tragen. Studien haben nachgewiesen, dass die Schilde das Coronavirus nicht so zurückhalten, wie es Textilmasken tun.
  • Darüber hinaus empfiehlt der Kreis dringend, die sozialen Kontakte auch im privaten Bereich auf ein Minimum zu reduzieren.

Neue Corona-Maßnahmen im Kreis Offenbach: Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Die verschärfte Maskenpflicht in Risikogebieten wird von einer großen Mehrheit unterstützt.

„Unser oberstes Ziel ist es, das Infektionsgeschehen beherrschbar zu halten, um das Wiederanfahren der Wirtschaft nicht zu gefährden sowie Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen offenzuhalten“, erklärt Landrat Quilling die erneut verschärften Regeln. Es werde sich allerdings erst in 14 Tagen zeigen, ob die neu beschlossenen Maßnahmen zum gewünschten Erfolg führen. Bis dahin weist auf die Gebote dieser Tage hin: „Kontakte auf ein Minimum reduzieren, Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, Alltagsmaske tragen, Corona-App nutzen und Räume lüften!“ (Joel Schmidt, Sarah Neumeyer und Marcel Richters)

Das Gesundheitsamt in Offenbach stößt an seine Grenzen - und fährt eine undurchsichtige Linie. Manche Schulklassen müssen zum Corona-Test, andere nicht.

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