Corona

Corona im Kreis Offenbach: Inzidenz über 50 – Werden die Regeln verschärft?

Eine Mitarbeiterin in einem Friseurstudio wertet einen Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus aus.
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Eine Mitarbeiterin in einem Friseurstudio wertet einen Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus aus.

Die Inzidenz im Kreis Offenbach überschreitet den Schwellenwert von 50 weiterhin deutlich. Der Kreis hat neue Corona-Regeln angekündigt.

Offenbach – Die Corona-Zahlen im Kreis Offenbach steigen weiter an. Am Sonntag (15.08.2021) hatte die 7-Tage-Inzidenz im Kreis erstmals die Marke von 50 überschritten, am Montag (16.08.2021) lag der Wert dann bei 53,1 und knapp zwei Wochen später, am 28. August, liegt die Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) schon bei 81,3. Bevor der Kreis Offenbach neue Corona-Regeln am Mittwoch (25.08.2021) ankündigte, ließ er damit lange auf sich warten. Woran lag das?

Ab einer Inzidenz von 50 gilt in Hessen offiziell Stufe 2 des aktualisierten Präventions- und Eskalationskonzepts der Landesregierung, das seit dem 19. August in Kraft ist. Zuletzt hatte der Kreis Offenbach am 14. August Lockerungen zurückgenommen und die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie in der Region wieder verschärft. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch die alte Landesverordnung zum Schutz vor dem Coronavirus in Kraft.

Corona-Inzidenz im Kreis Offenbach steigt sprunghaft an

Die vierte Corona-Welle rollt heran. Das ist auch im Kreis Offenbach spürbar, wo sich die Corona-Inzidenz innerhalb der letzten drei Wochen mehr als verdreifacht hat und von 18,8 auf nunmehr 81,3 angestiegen ist. Die Corona-Schutzverordnung des Landes Hessen sieht vor, dass die Kreise und Städte die Regeln in der jeweiligen Region verschärfen, wenn die Inzidenz die Schwellenwerte von 35, 50 oder 100 überschreitet. Innerhalb von zwei Wochen ist der Landkreis Offenbach damit über die Stufe 1 hinaus in Stufe 2 gelandet (Inzidenz ab 50). Nachdem die Inzidenz-Werte nun kontinuierlich über 50 liegen, hat der Kreis seine Maßnahmen an die Vorgaben des Landes angepasst.

DatumSieben-Tage-Inzidenz
28.08.202181,3
27.08.202174,3
26.08.202166,9
25.08.202166,3
24.08.202159,0
23.08.202160,4
16.08.202153,1
09.08.202127,8
02.08.202118,8
26.07.202114,1

Quelle: Robert Koch-Institut | Stand: 28.08.2021, 9.00 Uhr 

Aktuelle Corona-Regeln im Kreis Offenbach: Die wichtigsten Aspekte in der Übersicht

Seit dem 25. August 2021 ist die aktuelle Corona-Allgemeinverfügung des Kreises in Kraft. Diese sieht folgende Maßnahmen vor:

  • 3G Regel gilt für die Innengastronomie, körpernahe Dienstleistungen, für Veranstaltungen in Innenräumen mit über 25 Teilnehmern, sowie beim Besuch von Freizeit- und Kultureinrichtungen, Fitnessstudios, Hallenbädern sowie beim Besuch von Clubs und Diskotheken im Freien.
  • Maskenpflicht im Freien gilt überall dort, wo kein Mindestabstand eingehalten werden kann, z.B. Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, in Warteschlangen oder in Gedrängesituationen.
  • Veranstaltungen im Freien sind auf maximal 500 Teilnehmer, Veranstaltungen in geschlossenen Räumen auf 250 Teilnehmer begrenzt.
  • Hotelgäste müssen bei der Anreise sowie zweimal pro Woche bei längeren Aufenthalten ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen, sofern sie nicht geimpft oder genesen sind.
  • In den Innenbereichen aller öffentlich zugänglichen Gebäude gilt Maskenpflicht.
  • Bei privaten Treffen im öffentlichen Raum gelten ab 25 Personen Veranstaltungsregeln.

Die aktuell geltenden Corona-Regeln im Kreis Offenbach sind bis zum 24. September befristet. Sollte die Inzidenz im Kreis fünf Tage lang kontinuierlich unter 50 liegen, wird die Verordnung ebenfalls am folgenden Tag außer Kraft gesetzt.

Corona-Regeln im Kreis Offenbach: Maßnahmen an das Eskalationskonzept angepasst

Zuvor galten im Kreis Offenbach Regeln, die zum Teil über das Eskalationskonzept der Landesregierung hinausgingen. So waren Veranstaltungen statt mit bis zu 500 (draußen) bzw. 250 Personen (drinnen) nur mit bis zu 200 oder 100 Personen erlaubt und die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske galt außer in „Gedrängesituationen“ grundsätzlich in geschlossenen Räumen öffentlicher Gebäude, in Geschäften des Groß- und Einzelhandels, in Einkaufszentren, bei Veranstaltungen, in Gottesdiensten, Krankenhäusern und Arztpraxen, im ÖPNV, Bahnhofsgebäuden und Flughäfen, sowie in Alten- und Pflegeheimen, bei körpernahen Dienstleistungen oder in Innenräumen von Gastronomiebetrieben.

Auch für die Schulen hatte der Kreis Offenbach zum Start nach den Sommerferien am 30. August bereits verschärfte Corona-Regeln festgelegt. Um eine Ausbreitung des Virus durch Reiserückkehrer zu reduzieren, wurde die Anzahl der wöchentlichen Corona-Schnelltests von zwei auf drei erhöht und die Maskenpflicht besteht auch während des Unterrichts am Platz. Diese Maßnahmen wurden auf zwei sogenannte „Präventionswochen“ vom 30. August bis zum 10. September beschränkt. Diese Regeln gelten immer noch, sofern sie nicht den neuen, angepassten Maßnahmen widersprechen.

Corona-Inzidenz steigt: Eigentlich waren keine neuen Regeln im Kreis Offenbach geplant

Da die Maßnahmen die Vorgaben des Landes bereits überschreiten, teilte der Kreis Offenbach daher zunächst mit (16.08.2021), dass keine weiteren Beschränkungen geplant seien. Man wolle die Regeln jetzt nicht nach dem neuen Konzept des Landes lockern, um sie kurz darauf wieder zu verschärfen, das würde mehr verwirren als unterstützen. Zahlreiche Infektionen seien zudem aktuell auf einen lokalen Corona-Ausbruch in der Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg zurückzuführen.

Wie eine Sprecherin des Kreises Offenbach am Montag (23.08.2021) auf Nachfrage mitteilte, beobachtet das Gesundheitsamt die Entwicklung der Fälle genau und bewertet täglich neu, ob eine Anpassung der Maßnahmen erforderlich wird. Obwohl als Grundlage für das Eskalationskonzept die Fallzahlen des RKI entscheidend sind, berechnet der Kreis Offenbach zur Bewertung der Lage parallel eine „bereinigte Inzidenz“, bei der die Infektionen bei Wilhelm Brandenburg von der Gesamtzahl der Fälle abgezogen werden. Damit soll eine Bewertung auf Basis des diffusen Infektionsgeschehens ermöglicht werden. Es sei wenig sinnvoll Regeln für den Freizeitsport oder den Einzelhandel auf Basis der Infektionszahlen in einem einzelnen Betrieb festzulegen. Diese „bereinigte Inzidenz“ lag nach Angaben der Sprecherin bei knapp über 50. Seitdem ist die Situation jedoch kritischer geworden, und im Kreis nimmt die Belegung der beiden Kliniken wieder zu. Deshalb wurde sich schließlich doch für eine Anpassung an die Vorgaben des Landes entschieden.

Auch in der Stadt Offenbach wurden die Maßnahmen angepasst. Die Stadt am Main hat sich innerhalb weniger Wochen wieder zum Corona-Hotspot in Hessen entwickelt. Erst am Sonntag (15.08.2021) traten in Offenbach strengere Corona-Regeln in Kraft. Seitdem hat die Inzidenz den kritischen Stellenwert von 100 überschritten. Bereits am Dienstag (24.08.2021) beriet die Stadt deshalb über weitere Verschärfungen der Corona-Regeln in Offenbach. (marv/iwe/vbu)

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