Änderungen angekündigt

Landrat stellt sich Kritik am Schulentwicklungsplan

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Der Kreis hat die genauen Geburtenzahlen seiner Kommunen. Was die Planung gefährdet, ist der Zuzug von Familien.

Dietzenbach - Vor der mit Spannung erwarteten Generaldebatte des Kreistags zum neuen Schulentwicklungsplan hat Landrat Oliver Quilling (CDU) das Planungswerk gegen die bei mehreren Anhörungen vorgebrachte Kritik verteidigt und Änderungen angekündigt. Von Michael Eschenauer

Die bei den Anhörungen von Kommunen, Lehrern und Schulen vorgebrachten Bedenken konzentrieren sich auf die Entwicklung der Schülerzahlen und den zusätzlichen Raumbedarf. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat hohe Priorität“, so Quillings Reaktion. Man habe bereits im Zuge der Schulmodernisierungen Mensen für den Mittagstisch und Räumlichkeiten für Betreuung geschaffen. Dafür seien aus öffentlichen Mitteln seit 2002 etwa 45 Millionen Euro in die Hand genommen worden. Rund 5,8 Millionen Euro seien aus der Kreiskasse gekommen.

Der starke Bevölkerungszuzug, der nach 20 bis 30 Jahren der Stagnation und des Rückgangs aufgetreten sei, stelle eines der Hauptprobleme dar, denen sich der Kreis bei der Abschätzung der notwendigen Schulbauten gegenübersehe. „Wir kennen die Geburtenzahlen“, so Quilling. Was man nicht exakt abschätzen könne, sei die Entwicklung des Bevölkerungszuzugs und der damit verbundenen zusätzlichen Schülerzahlen in den verschiedenen Schulformen. Aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre addiere man nun zu den Geburtenzahlen jeweils einen vierprozentigen Aufschlag. „Unsere Zahlen sind von den Kreiskommunen nicht durch belastbare Gegenrechnungen angegriffen worden“, sagte Quilling.

Der Schulplan ändert sich in folgenden Punkten:

  • In Dietzenbach wird die Dietrich-Bonhoeffer-Schule aufgrund einer akuten Belastung im Schuljahr 2018/2019 einen zweiklassigen Containerneubau erhalten.
  • In Dreieich wird es zweiklassige Containerbauten für die Gerhard-Hauptmann-Schule und die Schillerschule ebenfalls im Schuljahr 2018/2019 geben. Die Oberstufe an der Weibelfeldschule in Dreieich soll erhalten bleiben.
  • In Heusenstamm soll das Adolf-Reichwein-Gymnasium bei durchgängiger Sechszügigkeit weitere Räume erhalten.
  • In Langen soll geprüft werden, ob die Geschwister-Scholl-Schule und die Ludwig-Erk-Schule durch Neu- oder Umbau des Bestandes erweitert werden können. Außerdem erhält die Sonnenblumenschule im Schuljahr 2018/2019 einen zweiklassigen Containerbau. Bei den weiterführenden Schulen hat derzeit die Albert-Einstein-Schule die größte Entwicklungsmöglichkeit, sodass hier der Bedarf, der aus Neubaugebieten resultiert, aufgefangen werden kann.
  • In Rodgau wird die Münchhausenschule zwei zusätzliche Klassenräume in einem Containerbau auf dem Gelände der benachbarten Geschwister-Scholl-Schule erhalten. Ab 2019/2020 soll in Abstimmung mit den beteiligten Schulen der südliche Bereich des Stadtteils Hainhausen wieder der Carl-Orff-Schule zugeordnet werden. Erweiterungsmöglichkeiten sowohl für die Georg-Büchner-Schule als auch für die Geschwister Scholl-Schule können im Einvernehmen mit der Standortkommune auf der vorhandenen stadteigenen Fläche vorgenommen werden. Bei der Claus-von-Stauffenberg-Schule im Stadtteil Dudenhofen wollen die ausgewiesenen Erweiterungsflächen für schulische Zwecke erhalten bleiben.
  • Zum Thema Grundschule wird ergänzt, dass weitere Vorschulklassen in den Kommunen mit hohen Zuzugsraten vorzusehen sind. Vorläufig wird von sechs weiteren Vorklassen ausgegangen.

Ziel sei es, bei zuverlässigen Bedarfszahlen neue Schulbauten in Angriff zu nehmen. Container seien nur eine Übergangslösung, so Quilling. Der Schulentwicklungsplan sei in diesem Zusammenhang als Basis für eine flexible Antwort auf die jeweils aktuelle Entwicklung zu verstehen.

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