Mit Empathie und Gespür

20 neue Präventionsbotschafter im Kreis

+
Die Präventionsbotschafter des Kreises freuen sich über ihre Urkunden, darunter auch der Dietzenbacher Deniz Demirel (rechts). 

Dietzenbach - 20 neue Präventionsbotschafter des Kreis Offenbach freuen sich über ihre Zertifizierung, darunter der Dietzenbacher Deniz Demirel. Von Barbara Scholze

Bei einem Festakt gab sich die Polizeiprominenz im Kreishaus die Klinke in die Hand. So reiste Roland Ullmann an, Polizeipräsident des Präsidiums Südosthessen, ebenso wie Sabine Thurau, Präsidentin des Landeskriminalamtes. Im Mittelpunkt des Treffens standen jedoch die ehrenamtlichen Kräfte. 20 Präventionsbotschafter, die seit drei Jahren im Rahmen des Präsidiums-Arbeitskreises „Sicherheit für alle“ (AK SifA) die Schulbank gedrückt und sich weitergebildet haben. So wie Deniz Demirel von der türkischen Ditib-Gemeinde in Dietzenbach. Aus den Händen des Polizeipräsidenten erhielten die 14 Männer und sechs Frauen nun ihre Zertifizierungsurkunde.

„Es ist besser, Verbrechen vorzubeugen als zu bestrafen“, betonte Ullmann in seiner Ansprache. Auf Prävention zu setzen sei eine nachhaltige Investition. „Gerade in der aktuellen Flüchtlingssituation mit ausgeprägten Ängsten und Sorgen.“ Dabei sei das ehrenamtliche Engagement der Botschafter bei weitem nicht selbstverständlich. „Ihre Aufgabe ist eine hohe Herausforderung“, gab er den frisch Zertifizierten mit auf den Weg. Vertreten im AK SifA sind Migrantenorganisationen, Moscheevereine und Polizeikräfte aus gesamt Südosthessen. Neben den muslimischen Verbänden nehmen Institutionen wie die Rumänisch-Orthodoxe Kirchengemeinde oder der Kroatische Kulturverein teil.„Vertrauen gewinnen, Kompetenzen stärken, Zukunft gestalten“, steht als Motto über der Aktion. Die Botschafter-Kandidaten haben in ihrer Freizeit Seminare besucht, in Workshops gebüffelt und bei Veranstaltungen und Vorträgen gut zugehört. Gelernt haben sie dabei etwas über Cyberkriminalität, Einbruchsschutz, Sucht- und Gewaltprävention, Verkehrsprävention und verschiedene Formen des Extremismus. „Dabei ging es sowohl um die Möglichkeiten der Polizei, als auch um das Netzwerk an Hilfsangeboten, wie sie etwa der Weiße Ring oder die Drogenberatungen bieten“, sagte Jürgen Schmatz, Leiter des Stabsbereiches Prävention.

Vorgeschlagen haben die Präventionsbotschafter zum Teil die Institutionen und Vereine des AK SifA. „Andere haben wir über unsere Migrationsbeauftragten angesprochen, die ein sehr großes Netzwerk haben“, erzählte Schmatz. Zukünftig werden sie nun Ansprechpartner für ihre Institutionen sein und mehr noch, das Erfahrene in Vorträgen oder Seminaren weitergeben. „Sie sind Multiplikatoren für die Präventionsarbeit der Polizei“, sagte Schmatz. Dementsprechend soll der kontinuierliche Austausch zwischen Botschaftern und Polizeivertretern weitergehen. „Sie stärken die Zivilgesellschaft mit Empathie und Gespür, dafür haben Sie meinen Respekt und meine Anerkennung“, lobte Landrat Oliver Quilling.

In Gewaltkonflikten richtig verhalten

Kommentare