Zwischen 21 und 5 Uhr

Kreis Offenbach verhängt Ausgangssperre

Ausgangssperre im Kreis: Gassigehen ist auch nach 21 Uhr erlaubt, Joggen allerdings nicht.
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Ausgangssperre im Kreis: Gassigehen ist auch nach 21 Uhr erlaubt, Joggen allerdings nicht.

Auch im Kreis Offenbach gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Allerdings nicht bereits ab heute, wie Landrat Oliver Quilling (CDU) am Mittwoch in der Sitzung des Kreistags ursprünglich angekündigt hatte, sondern aus organisatorischen Gründen erst ab dem morgigen Samstag.

Dietzenbach – „Oberstes Gebot ist nach wie vor, Kontakte auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren“, so Quilling. „Mit dieser Maßnahme wollen wir die Infektionszahlen in unserem Kreis senken. Die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum sorgen für eine Verdrängung in den privaten Raum. Inzwischen lassen sich die meisten Ansteckungen, die das Gesundheitsamt nachvollziehen kann, auf das private Umfeld zurückführen“, begründet er die Maßnahme. „Genau deshalb setzt die nächtliche Ausgangssperre im privaten Bereich an, um Treffen in den nächsten Tagen und damit das Ansteckungsrisiko noch weiter zu reduzieren.“ Doch was bedeutet das für die Menschen im Landkreis? Wer darf noch nach 21 Uhr raus und wem droht ein Bußgeld?

Wo und wann gilt eine Ausgangssperre?

Laut dem sogenannten Eskalationsstufenkonzept der hessischen Landesregierung gilt ab einem Inzidenzwert von 200 die Stufe schwarz. In den betroffenen Städten und Landkreisen werden besondere Maßnahmen verhängt, dazu gehört eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr sowie ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Erst wenn an fünf aufeinander folgenden Tagen der Inzidenzwert unter 200 liegt, werde die entsprechende Verfügung aufgehoben.

Was bedeutet das für den Landkreis Offenbach?

Im Kreis Offenbach lag die Inzidenz in den letzten Tagen immer nah an dem kritischen Wert von 200 – mal knapp darüber und mal darunter. „Nur an wenigen Tagen wurde die neue höchste Warnschwelle des Landes Hessen unterschritten“, teilte der Kreis mit. Deswegen habe der Krisenstab des Kreises beschlossen, ab Samstag die Ausgangssperre zu verhängen – zunächst befristet bis zum 20. Dezember.

Was bedeutet die nächtliche Ausgangssperre?

„Personen, die im Kreis Offenbach wohnen, ist der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung nur aus gewichtigen Gründen erlaubt. Personen ohne Wohnsitz im Kreis Offenbach dürfen sich nur im Kreisgebiet aufhalten, wenn sie einen gewichtigen Grund haben“, konkretisiert der Kreis die Maßnahme.

Welche Ausnahmen gelten?

Ehrenamtliche dürfen für Einsätze von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst ausrücken, auch die Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Anlässen ist laut Kreis erlaubt, ebenso wie die Versorgung von Tieren. Auch der Besuch von Lebenspartner sowie Verwandten ersten Grades bleibt erlaubt. „Wenn jemand alleine nach 21 Uhr mit seinem Hund Gassi geht, wird das sicher niemand sanktionieren“, konkretisiert ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. „Anders wäre es bei einem Jogger, der muss nicht zwingend notwendig raus.“ Laut Kreis verkehrt der ÖPNV auch nach 21 Uhr, Restaurants und Gaststätten dürfen weiterhin Speisen und Getränke liefern, nur das Abholen ist nach 21 Uhr nicht mehr gestattet. Einkaufen ist mit Ausnahme von Apotheken ebenfalls nicht erlaubt. Verstöße gegen die Sperre werden mit einem Bußgeld von 200 Euro geahndet.

Was ist mit Weihnachten und Silvester?

Ursprünglich hatte der Kreis noch über eine bis zum 10. Januar geltende Ausgangssperre nachgedacht. Somit wären auch Weihnachten und Silvester betroffen gewesen. In diesem Fall hatte Landrat Oliver Quilling für Weihnachten eine Lockerung aber nicht ausgeschlossen. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Zahl der Neuinfektionen bis zum 20. Dezember entwickelt.

Wie wird die Einhaltung der Ausgangssperre gewährleistet?

„Wir überprüfen konsequent Menschen, die nach 21 Uhr unterwegs sind“, kündigt der Polizeisprecher Kontrollen an. Betroffene müssten triftige Gründe nennen, warum sie noch unterwegs sind. „Es gilt einen glaubhaften Nachweis zu führen“, schreibt dazu der Kreis Offenbach. Diesen müssten die jeweiligen Unternehmen und Organisationen selbstständig erstellen und aushändigen. (Von Niels Britsch)

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