Carsten Müller zufrieden

Kreis-SPD analysiert Landtagswahl: Zwei sind drin

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Carsten Müller

Dietzenbach - Kein Direktmandat für die SPD im Kreis Offenbach - weder im Bundestag noch im Hessischen Landtag; dennoch zeigte sich Unterbezirksvorsitzender Carsten Müller mit dem Ausgang der langen Wahlnacht zufrieden. Von Michael Eschenauer

Immerhin, so Müller, würde der Kreis Offenbach künftig durch Corrado Di Benedetto (Wahlkreis 44) und Ulrike Alex (Wahlkreis 45) in Wiesbaden vertreten. Beide Neueinsteiger kommen über die Landesliste der SPD in den Landtag. Jens Zimmermann (Bundestagswahlkreis 187) habe zudem eine gute Chance, als Nachrücker auf der ersten Position noch ein Mandat in Berlin zu ergattern. Außerdem, so Müller, habe man bei den Zweitstimmen deutlich zugelegt.

Der SPD-Chef bezog bei der Frage der Koalitionsoptionen in Hessen keine eindeutige Position. Wichtig sei festzuhalten, dass es sowohl im Bundestag wie auch im Landtag eine linke Mehrheit gebe. Speziell zu Hessen sagte Müller, „Bouffier hat seinen Führungsanspruch angemeldet. Jetzt soll er mal machen“. Einer Zusammenarbeit mit der Union steht der Unterbezirksvorsitzende jedoch reserviert gegenüber. Die hessische CDU sei im negativen Sinne „etwas ganz Besonderes“. Man habe die Verletzungen, die den Sozialdemokraten in den Wahlkämpfen 2008/2009 zugefügt worden seien, nicht vergessen. Sicher sei, dass zunächst mit den Grünen geredet werde.

Zu Rot-Rot-Grün sagte Müller, er habe nach der Wahl in den eigenen Reihen niemand getroffen, der diese Option kategorisch verneine. Dieser Einschätzung schlossen sich Di Benedetto und Landtagskandidat Ralf Kunert (Wahlkreis 46) an. Di Benedetto warnte vor einer „Dämonisierung der Linken“. Die Wähler hätten sich tendenziell links positioniert. Der Landesvorstand der Partei, dem er angehört, werde sich mit der Bündnis-Frage befassen. Kunert bezeichnete Rot-Rot-Grün als das „kleinere Übel“.

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Die Bundestagskandidaten Dirk Gene Hagelstein (CDU-Gegner: Peter Wichtel) und Jens Zimmermann (CDU-Gegnerin: Patricia Lips) ebenso wie Landtagskandidat Ralf Kunert (CDU-Gegner: Frank Lortz), die alle keine Mandate erhielten, gaben sich gelassen. Es sei ihnen relativ früh klar gewesen, dass ihre Chancen als neue Herausforderer gegen die bekannteren Amtsinhaber begrenzt gewesen seien. Zimmermann hofft auf eine Regierungsbildung in Wiesbaden unter SPD-Beteiligung, durch die Abgeordnetensitze in Berlin frei würden. „Dann wäre ich ein lucky looser“, so der SPD-Mann, der eine große Koalition im Bund in der Partei schwer durchsetzbar hält.

Presse: "Merkel, Merkel über alles"

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Hagelstein und Alex stellten die Frage, wie die SPD ihre Werbung verbessern könnte. Die CDU-Kandidaten seien für Debatten häufig nicht präsent gewesen und hätten sich inhaltlichen Auseinandersetzungen verweigert. Das gute Abschneiden der CDU könne nur auf den Merkel-Effekt zurückgeführt werden. Di Benedetto nannte die Bundeskanzlerin „Mutter Theresa der CDU“. Der Erfolg der Union in Hessen wie im Bund am Sonntag sei allein ihr zuzuschreiben.

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