Im Kreishaus wird’s eng

Dietzenbach ‐ Im Kreishaus gibt es Überlegungen, den Fachdienst Jugend und Soziales auszulagern. Im Gespräch ist offenbar ein Bürogebäude in einem Dietzenbacher Gewerbegebiet. Von Christoph Zöllner

Hintergrund ist der gestiegene Platzbedarf der Agentur Pro Arbeit und weiterer Fachdienste, insgesamt geht es um 96 zusätzliche Räume. Für einen Umzug sind im Wirtschaftsplan des Kreises für das nächste Jahr 60 000 Euro eingeplant.

Bürgermeister Jürgen Rogg bestätigte, dass sich der Kreis auch nach dem ehemaligen Volvo-Gebäude in der Dieselstraße erkundigt hat, wo zurzeit die Stadtverwaltung untergebracht ist. „Es gibt aber mehrere Interessenten“, so Rogg. Darunter auch ein Unternehmen, das sich neu in Dietzenbach ansiedeln wolle, also Arbeitsplätze und Gewerbesteuer bescheren könnte. Wer letztendlich ins Exil-Rathaus einziehen wird, ist noch offen.

Die Stadt hatte die dreigeschossige Immobilie im Jahr 2007 für 2,3 Millionen Euro gekauft. Dass derzeit der gleiche Preis für einen Verkauf erzielt werden könnte, ist eher unwahrscheinlich. Rogg zufolge wird geprüft, ob auch eine Vermietung wirtschaftlich darstellbar wäre. Im Frühjahr wird das Gebäude frei, wenn die städtischen Mitarbeiter in das bis dahin fertig sanierte Rathaus an der Offenbacher Straße ziehen.

Von Seiten des Kreises Offenbach ist noch keine Entscheidung über den Umzug gefallen, erläuterte Kreis-Pressesprecherin Kordula Egenolf. „Das muss die Politik entscheiden“, sagte sie. Rogg würde es grundsätzlich begrüßen, sollte sich der Kreis innerhalb von Dietzenbach ausdehnen. „Das wäre auch besser für den Kreis, um lange Wege zu vermeiden.“

Interesse am Gebäude in der Dieselstraße

Hingegen spricht sich die Kreistagsfraktion der Grünen für ein dezentrales Angebot aus, das aus ihrer Sicht bürgerfreundlicher und umweltgerechter wäre. Getreu dem Motto „Kurze Wege für die Kundschaft“ sollte der Kreis seinen Platzbedarf befriedigen, indem Fachdienste mit erheblichem Publikumsverkehr zusätzliche Niederlassungen im West- und Ostkreis beziehen, beantragen die Grünen. Geprüft werden soll, ob in Absprache mit den Kommunen weitere Serviceleistungen wie die Führerscheinstelle in den Bürgerbüros vor Ort mit angeboten werden können.

„Das Dietzenbacher Gewerbegebiet ist ein schlechter Platz für die Ansiedlung von Fachdiensten, die erheblichen Publikumsverkehr haben und zudem auf fachübergreifende Kontakte angewiesen sind“, meint Reimund Butz (Grüne). Nach Ansicht der Grünen biete sich aber ein Auszug der Kfz-Zulassungsbehörde an: „Die Verkehrssituation am Kreishaus ist in Stoßzeiten jetzt schon mehr als ärgerlich.“ Der geplante Bau von Tegut und Lidl werde die Probleme noch erheblich verschärfen. Die Kunden der Zulassungsstelle seien nicht auf Bus und Bahn angewiesen, so die Grünen, und könnten daher ihre neuen Nummernschilder mitten im Gewerbegebiet entgegennehmen.

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