Neun Künstlerinnen präsentieren „Frauenwelten“

  Kurvige Weltreise

Dietzenbach ‐ Es gibt Themen auf der Welt, die wohl niemals an Bedeutsamkeit verlieren. Etwa die Verschiedenheit der Geschlechter, insbesondere aber die Rolle der Frau in der Gesellschaft, auch hinsichtlich verschiedener Kulturen. In diesem Sinne setzt die Kunstausstellung „Frauenwelten“ im Foyer des Kreishauses ein internationales Zeichen: Von der Weiblichkeit inspiriert, zeigen neun Künstlerinnen aus sechs verschiedenen Ländern ihre Interpretationen des Frauseins. Von Sascha Reichelt

Dabei reicht die Bandbreite von Plastiken und Skulpturen aus Edelstahl mit Kunstguss, Acrylharz, Alabaster blau und Steatit über Bilder in Mischtechnik, Pastellkreide, Acryl oder Öl auf Leinwand bis hin zur Druckgrafik. Nachdem Kreisbeigeordnete Claudia Jäger die Ausstellung eröffnet hatte, gab sie die Bühne frei für die Langenerin Tere sita Serra-Duran, die eine flotte Flamenco-Nummer hinlegte, unterstützt von Alfonso Chacon Pocho an der spanischen Gitarre. Gleich der heißen Rhythmen auf dem Parkett tobt sich die tanzende Malerin auch auf der Leinwand aus – mit starkem, farblichem Temperament.

Weniger explosiv, dafür umso tiefgängiger wirken die Werke von Doris Winter. Die Gemälde mit schemenhaften Figuren vermögen weibliche Lebensthemen aufzugreifen. Insbesondere die dreidimensionale Gestaltung zeichnet den Stil der Mühlheimer Architektin aus. Einige Titel ihrer Skulpturen wie „Wehrlos“, „Abgerundet“ oder „Einsam“ laden ein zu kritischen Fragen.

Auch aus der Kreisstadt selbst ist eine Künstlerin vertreten, Valentina Kvesic, deren Bilder bereits auf der „ARTig“ zu sehen waren. Drei ihrer vier Werke sind ausschließlich für diese Ausstellung gefertigt worden, eines hat sie gar erst in der Nacht vor der Vernissage beendet, wie sie erzählt. In abstrakter Manier zeigt die junge Künstlerin mit kroatischen Wurzeln grafische Darstellungen einer Frau, die auch bei vielen männlichen Vernissagebesuchern großen Anklang fand. „Auch Männer bewegt, was Frauen bewegt“, meint die Künstlerin. Kvesic ist es wichtig, einen Bezug auf das Gegengeschlecht zu nehmen. „Egal ob Mann oder Frau: Wir alle schlüpfen Tag für Tag in verschiedene Rollen.“ Diesem Thema widmet sich die Malerin in ihrem Werk namens „Balance“. Denn davon hänge Gleichberechtigung ab.

Weiterhin stellen aus: Sylvia Baumer (Rödermark), Nicole de Caro, Shirin Donia und Claudia Zenk (alle Neu-Isenburg), Ivana Pertold (Mühlheim) sowie Saadet Yurtsever (Heusenstamm).

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