Heinrich-Mann-Schule

Kurztrip ins All: Schüler schicken Sonde in den Weltraum

Kurz vor dem Start: Der Wetterballon benötigte drei Stunden um ins Weltall zu fliegen und wieder zurück zu kehren.
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Kurz vor dem Start: Der Wetterballon benötigte drei Stunden um ins Weltall zu fliegen und wieder zurück zu kehren.

In Dietzenbach (Kreis Offenbach) organisieren Schüler ein Abenteuer in den Weltraum. Ein selbstgebauter Wetterballon zeigt ihnen die Welt von oben.

Dietzenbach – Es ist ein erhebender Moment, als am Mittwoch (07.07.2021) der Ballon vor den Augen von Bürgermeister Jürgen Rogg, Erstem Stadtrat Dieter Lang und den Sechstklässlern des Mint-Kurses langsam vom Zwischendach der Heinrich-Mann-Schule (HMS) abhebt und sich die daran hängende Sonde auf ihre kurze Reise ins Weltall begibt. Kurz zuvor sind die Sechstklässler noch ihre Checkliste durchgegangen.

„Kameralinse?“, fragt Lilli. „Ist sauber“, antwortet Tim. „GPS-Tracker?“ – „Den prüft Frau Carbon gerade“, sagt Leonie. Nachdem die vielen Punkte abgehakt sind, geht es sehr schnell. Der Ballon wird mit Heliumgas befüllt und die Sonde daran befestigt. Dann schickt Mint-Lehrerin Petra Carbon das Ensemble auf die Reise.

Kreis Offenbach: Sonde aus Dietzenbach ins Weltall – Schlechtes Wetter bedroht Start

Der Weg des Wetterballons nach oben führt vorbei an Jumbo-Jets, durch die Wolken hoch hinauf bis in etwa 37 000 Meter. Unterwegs soll der Ballon atemberaubende Bilder machen und Messungen, wie etwa Geo-Koordinaten und Windgeschwindigkeit, vornehmen. Rund drei Stunden später ist die Sonde dann auch schon wieder gelandet.

Dabei haben die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerin Carbon eine Menge Glück. Denn in den letzten Tagen schien es das Wetter nicht gut mit den Weltraum-Forschern zu meinen und das Startfenster wurde immer enger. „Vergangenen Freitag sagte das Wetterradar noch gutes Wetter für heute an“, sagt Carbon. Am Samstag habe es sich dann schon wieder anders angehört, denn da war trüber Himmel prognostiziert. Wolken machten der Sonde selbst nichts aus, aber die Schüler wollen Bilder haben und zwar vom Startpunkt in Dietzenbach bis zur Landung. Doch Petrus hatte am Mittwoch ein Einsehen mit den jungen Tüftlern.

Kreis Offenbach: Sechs Monate Vorbereitung – Experten unterstützen Weltraum-Flug

Die Sechstklässler haben sechs Monate geforscht, getüftelt und an der Sonde gebastelt, die ins Weltall fliegen soll. Sie ist mit einer speziellen Kamera ausgerüstet, die die Minusgrade im All aushalten kann, schließlich sind es dort oben ungefähr minus 60 Grad Celsius. Ein Datenschreiber mit einem GPS-Empfänger hält die Flugkoordinaten fest, denn die Schüler wollen genau verfolgen, wo ihre Sonde lang fliegt.

Beraten und tatkräftig unterstützt werden die Jungwissenschaftler von Informatiklehrer Robin Klem, dem stellvertretenden Leiter der HMS-Gesamtschule, Erik Grundmann, und Biologielehrer Benedict Pietsch. Denn an Bord der Sonde befinden sich neben der Elektronik auch insgesamt vier Beutel mit Kräuter- und Wildblumensamen. Die sind Teil eines Experiments der Klima-Werkstatt und der Astronauten-AG. Die Nachwuchsfroscher wollen herausfinden, ob die Minusgrade im Weltall einen Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen haben. Doch bevor die Mädchen und Jungen das feststellen können, müssen sie erst einmal wieder nach Dietzenbach zurückkehren. Dann werden neben ihnen Kräuter- und Wildblumensamen gepflanzt, die auf der Erde geblieben sind. Die Schüler erhoffen sich natürlich, dass die Weltraum-Samen anders wachsen, als die, die nicht im All waren.

Weitere Informationen zum Experiment:

Im Internet auf der Website der Heinrich-Mann-Schule in Dietzenbach: hms-dtzb.de

Unterstützt wird das Projekt vom Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die bildungspolitische Referentin des Hessischen Verbands, Heike Blaum, ist von der Mint-Initiative der HMS begeistert „Wir fördern die frühe naturwissenschaftliche Bildung, wo wir können“, sagt sie und lobt die Arbeit von Petra Carbon. Auch der Leiter der HMS, Hans Peter Löw würdigt ihre Arbeit: „Es ist der herausragenden Leistung von Frau Carbon zu verdanken, dass wir heute hier sind.“ Neben der eigentlichen Technik müssten ja Genehmigungen eingeholt werden, der Start müsse mit der Flugsicherung koordiniert werden und einer Versicherung abgeschlossen werden. „Die Genehmigungen waren sehr aufwendig“, bestätigt Carbon. Ein Bericht über das Projekt wird auf der Homepage der HMS veröffentlicht. (Burghard Wittekopf)

Die Henrich-Mann-Schule beeindruckt nicht nur mit Experimenten für die Unterstufe. Zwei Schüler von der Dietzenbacher HMS haben wegen ihres herausragenden Abiturs ein Förderstipendium erhalten.

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