Ergebnisse statt Noten

Laureus-Fußballcamp des FC Dietzenbach sehr gefragt

+
Die rund 35 Plätze des Fußballcamps waren schnell ausgebucht. An drei Tagen konnten sich die Mädchen in der Philipp-Fenn-Halle austoben.

Dietzenbach - Etwas kürzer als sonst, dafür gratis bietet der FC Dietzenbach derzeit ein Fußballcamp für Mädchen an. Hilfe gibt es von der Laureus-Stiftung, der Stadt und den Stadtwerken. Der Verein hofft, durch die Aktion bald eine Jugendmannschaft mehr aufbieten zu können. Von Christian Wachter 

Wie aussagekräftig eine kleine Korrektur doch sein kann. Statt „Anmeldung ab sofort möglich“ steht jetzt handschriftlich „nicht mehr möglich“ auf dem Infozettel an der Philipp-Fenn-Halle. Das Laureus-Camp des FC Dietzenbach ist restlos ausgebucht. An drei Tagen können sich 35 Mädchen zwischen sieben und 13 Jahren austoben – und das kostenlos, inklusive Verpflegung. Wie Jugendleiter Ralf Hellborn berichtet, hätte die Nachfrage auch locker gereicht, um doppelt so viele Plätze zu besetzen.

Während Hellborn für die Organisation zuständig ist, kümmern sich andere um das Geschehen auf dem Platz. Hamit Tatar etwa. Der 20-Jährige hat irgendwann kurz nachdem er Laufen gelernt hat mit Fußball begonnen. Derzeit macht er über die Sportjugend Hessen ein Freiwilliges Soziales Jahr beim FC. Weil er die Fußball AGs in den Grundschulen der Kreisstadt betreut und zudem Co-Trainer in der U12-Mädchenmannschaft ist, trifft er auf viele bekannte Gesichter. Dass das Camp zwar nicht so lang dauert wie sonst, dafür aber gratis ist, sei ideal, sagt er. „So bekommen wir einen Draht zu jedem, unabhängig vom Geld.“ Und während andere nach den Ferien Geschichten vom Kletterpark oder der Nordsee erzählen, hätten so auch die Daheimgebliebenen etwas zu berichten. Es sei ihm wichtig, jedes der Mädchen individuell zu fördern so gut es geht. „Es darf keine Langeweile aufkommen.“ Durch das Persönliche, ließe sich so manches ungeahnte Potenzial wecken. Eine junge Fußballerin in einer seiner AGs etwa habe zu Beginn noch Angst vor dem Ball gehabt. „Jetzt macht sie Tore wie sie will.“ Immer der Beste sein zu wollen, betont Tatar, sei der falsche Ansatz. „Aber wenn man trainiert, wird man auch irgendwann gut.“

Hellborns Engagement ist indes nicht auf eine schon auf Kindesbeinen ausgelebte Fußballbegeisterung zurückzuführen. Initiatorin war vielmehr seine Tochter, die vor vielen Jahren in der damals noch existenten U8 begann. In Dietzenbach, sagt er, sein man früh dran gewesen, speziell auch Mädchenfußball zu fördern. Reichlich Lob hat er für die Unterstützer der aktuellen Aktion. Für die Stadtwerke etwa, die das Mittagessen sponserten und die auch schon die Frauen- und Mädchenmannschaften des FCs ausgestattet haben oder die Laureus-Stiftung, die das Fußballcamp mit Medaillen, Bällen und T-Shirts unterstütze. Die Stadt wiederum helfe eingebettet ins Programm „Wir bewegen uns“ mit der Anmietung der Halle oder der Übernahme der Versicherungen für die Kinder.

Bilder: Die Eintracht-Trainer der letzten 25 Jahre

Das Camp soll aber auch einen Nachhall haben, der noch lange nach den drei Tagen zu hören ist. Die Organisatoren wollen direkt an der Basis für Mitglieder für eine neue U-10 Mannschaft werben. Schließlich spielt diese Altersklasse derzeit noch bei der U12 mit. Zwei mögliche Trainerinnen stünden schon in den Startlöchern. Izabela Zajaczkowaka und Marina Petridou haben wortwörtlich ganz klein angefangen, mit den Minis schon die Jüngsten beim FC trainiert. „In dem Alter machen viele einfach noch ihr Ding“, sagt Zajaczkowaka schmunzelnd. „Eine U10 zu trainieren wäre toll, wir könnten sehen, wie die Mädchen sich verbessern, gemeinsam jubeln“, sagt Petridou. Einige Anwärterinnen dürfte es durchaus geben. Die achtjährige Amina etwa erzählt, dass sie großen Spaß gehabt habe, besonders beim Turnier am Ende. Ein Tor hat sie zwar nicht geschossen, „aber aufgepasst, dass der Ball nicht ins Tor geht.“ Und so haben viele Mädchen im Sitzkreis zum Ende des ersten Tages Fragen, als sie von den Plänen hören. „Gibt’s in der Mannschaft dann auch Noten?“ „Nein, aber Ergebnisse.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare