Mahnung zum sparsamen Umgang mit städtischen Mitteln

Lego-Kreisel könnte zum Ei werden

+
In den Beratungen zum Haushalt 2015 wird um den Ausbau gerungen. Auf diesem Luftbild gut zu erkennen: Wer aus Steinberg kommend (unterer Bildrand) in Richtung Rathaus unterwegs ist kann nahezu ungebremst geradeaus durch den Lego-Kreisel fahren. Entsprechend häufig kommt es zu Unfällen.

Dietzenbach -   Für die einen ist er ein reines Provisorium, für andere gehört er mittlerweile zum Stadtbild, und wiederum für andere wie FW-UDS-Fraktionsvorsitzenden Jens Hinrichsen ist er „eine täglich erlebte Mahnung zum sparsamen Umgang mit städtischen Mitteln“: der sogenannte Lego-Kreisel. Von Norman Körtge 

Seit Juli 2012 führt der aus rot-weißen Plastikmodulen gebildete Kreisel den Verkehr über den Kreuzungsbereich der Offenbacher Straße mit dem Theodor-Heuss- und dem Gustav-Heinemann-Ring. Da für einen Vollausbau die geschätzten 300 000 Euro damals – wie auch heute – nicht zur Verfügung standen, wurde diese Sparvariante für zirka 40.000 Euro errichtet. In diesem Jahr, so plant es zumindest die Verwaltung, sollte der Kreisel weiter ausgebaut werden. 160.000 Euro stehen dafür im Haushaltsentwurf. Zu viel, meinen in seltener Einigkeit die Fraktionen von CDU, SPD, WIR-BfD, GDL und FW-UDS, die diesen Posten aus dem Haushalt 2015 gestrichen sehen wollen.

Allerdings haben in der jüngsten außerordentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowohl der Fachbereich „Sicherheit und Ordnung“ sowie „Bau und Immobilienmanagement“ dringend dafür geworben, die Maßnahme, wenn auch in einer weiteren abgespeckten Variante, noch in diesem Jahr durchzuziehen.

Einstufung als Unfallpunkt

So wies Ordnungsamtsleiter Markus Hockling darauf hin, dass der Lego-Kreisel aufgrund der Unfallhäufungen als Unfallpunkt eingestuft ist. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei dort 16 Unfälle. Die Gründe dafür liegen Hocklings Aussage nach in zu hoher Geschwindigkeit und der „Geometrie des Kreisels“. Vor allem aus Richtung Steinberg kommend könne man nahezu ungebremst geradeaus durch den Kreisel fahren. Deshalb werde auch seitens der Polizei eine bauliche Veränderung des Kreisels empfohlen. Zudem beklagt Hockling, dass allzuoft die mit Sand gefüllten Plastikmodule durch Pkw- und Lkw-Fahrer beschädigt werden. Da etliche von ihnen Unfallflucht begehen, bleibe die Stadt auf den nicht unerheblichen Kosten sitzen.

Auch Bauamtsleiterin Sandra Homberg plädiert für eine Baumaßnahme noch in diesem Jahr und hat dafür ein neues Konzept vorgelegt. Anstatt 160.000 Euro für den kompletten Kreisel zu verbauen, soll dies schrittweise erfolgen. Für etwa 30.000 Euro könnte erst einmal nur die Kreisinsel im Inneren ausgebaut werden. Dazu würde dieser robust mit Hochbordsteinen aufgeschwellt. Und dies würde dann auch nicht in kreisrunder Form geschehen, sondern eher eiförmig. Dadurch wären dann die Autofahrer gezwungen, vom Gas zu gehen und einen Bogen zu fahren. Sollte dann doch jemand den Innenkreis streifen, wären durch die Massivbauweise die Schäden am Auto wesentlich höher als durch die jetzigen Plastikmodule. Diese würden dann nur noch zum Kreisel hinführen und abgrenzen.

Noch lange kein Schmuckstück

Ein Schmuckstück wie der Wappenkreisel in der Altstadt oder der Rathaus-Kreisel mit seinen Weinreben wäre das Lego-Rund dann allerdings noch nicht. Wie Homberg deutlich machte, werde das Mittel-Ei lediglich mit Erde aufgefüllt. Eine Bepflanzung sei mit den vorgesehenen 30.000 Euro nicht gegeben.

Abgestimmt wurde in der Sitzung am Donnerstagabend noch nichts. Der Haupt- und Finanzausschuss kommt am Donnerstag. 12. März, um 19 Uhr noch einmal im Rathaus zusammen. Verabschiedet werden soll der Haushalt am 20. März im Stadtparlament.

Verrückte Park-Unfälle

Diese Park-Unfälle sind absolut verrückt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare