Reihenhäuser, Gewerbeflächen und Mietwohnungen

Letztes Stück Altstadt bebaut

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Gerade wird noch das Fundament ausgehoben, schon bald sollen an der Babenhäuser Straße Gewerbeeinheiten und Wohnraum entstehen. Dahinter baut die Werkmann-Gruppe Reihenhäuser – vier Stück in der einen, sechs Stück in der anderen Einheit. -  Fotos: wac (2), p

Dietzenbach - Lange war das Grundstück an der Babenhäuser Straße unbebaut. Man hörte zwar von verschiedenen Plänen, stattdessen wurde das Gelände aber unrechtmäßig als Parkplatz benutzt. Inzwischen baut die Firma Werkmann an Reihenhäusern und Gewerbeflächen. Von Christian Wachter 

Und das ist nicht ihr einziges Projekt. Innerlich sieht es Uwe Werkmann schon vor sich: Dort, wo derzeit noch eine kahle, graue Wand ist, steht bald ein Schrank mit bis zu drei Metern Länge. In den weiteren leeren Zimmern werden Menschen fernsehen, baden und essen. „Man muss die Vorstellungskraft haben, aber ich habe ja mein ganzes Leben lang mit nichts anderem zu tun, da kommt das automatisch.“ Der Geschäftsführer der Werkmann GmbH und Co. KG steht in einem Rohbau an der Lindenstraße. Er ist als Projektentwickler zuständig für den Neubau dort. Ebenso für die am Dr.-Heumann-Weg und an der Babenhäuser Straße. Täglich stattet er den Baustellen einen Besuch ab. „Ich habe zwar zwei Bauleiter, aber mich interessiert natürlich, was hier passiert“, sagt er.

Direkt an der Babenhäuser heben Bauarbeiter derzeit das Fundament aus und verlegen einen Kanal. Im Erdgeschoss entstehen Gewerbeflächen, darüber sechs Wohneinheiten. Zu Beginn des nächsten Jahres soll das Ganze einzugsfertig sein. Näher an der Fertigstellung sind die Reihenhäuser ein Stück weiter Richtung Dr.-Heumann-Weg. Es handelt sich um eine Vierer- und eine Sechseranlage. Dort sind die Handwerker schon beim Innenausbau, diese Woche kommen die Fenster.

Die Bewohner der obersten Wohnung im Haus an der Lindenstraße werden auf den Wappenkreisel blicken – ohne Bauzaun natürlich.

Bewohner sollen noch in diesem Jahr einziehen können – und verkauft sind die Reihenhäuser laut Werkmann auch schon. Die Hälfte davon an Dietzenbacher, manche werden die Energiesparhäuser (KfW-Standard 55) weitervermieten. Bis dahin soll auch alles grüner sein. Jedes Reihenhaus hat einen Garten, inklusive Terrasse mindestens 72 Quadratmeter. „Es gibt Auflagen für die Begrünung, aber wir haben deutlich mehr getan“, betont Werkmann. Zudem wird der Dr.-Heumann-Weg ausgebaut und an seinem Ende ein Wendehammer errichtet. Bei der Stadt zeigte man sich schon zu Beginn des Jahres 2016 angetan davon, dass der Altstadtrand bald um einige Bewohner reicher ist. Man sei froh, eine seit Jahren bestehende Baulücke endlich schließen zu können, betonte Erster Stadtrat Dieter Lang seinerzeit.

An der Lindenstraße wiederum wird ein Haus mit fünf Mietwohnungen gebaut – 70 bis 146 Quadratmeter groß, mit zwei bis fünf Zimmern. Die Wohnungen bleiben im Eigenbestand der Projektentwicklungsgesellschaft, vier sind bereits an Mieter vergeben, natürlich auch die größte im Dachgeschoss. Zukünftige Mieter blicken, vermutlich ab September, von ihrer Loggia aus auf den Wappenkreisel.

Bilder: Dietzenbach feiert Fest ohne Grenzen

So soll es am Dr.-Heumann-Weg aussehen. Jedes der Reihenhäuser wird einen Garten haben, inklusive der Terrasse mit mindestens 72 Quadratmetern Fläche.

Die Entscheidung, an der Babenhäuser Straße zu bauen, fiel Werkmann nicht schwer: „Es ist das letzte innerstädtische Grundstück, das bebaut werden kann, da ist das Kaufinteresse natürlich groß.“ Generell sei Dietzenbach ein guter Standort. Und besser als sein Ruf, betont Werkmann. Alles, was sie bislang in der Kreisstadt angepackt hätten, sei von Erfolg gekrönt gewesen. „Die Infrastruktur und der Personennahverkehr sind gut, es ist ein verlässlicher Markt.“ Auf örtliche Unternehmen hat Werkmann ohnehin gesetzt. Der Rohbau etwa kommt von der Firma Kratz, die Elektronik von Elektro Lehr. Werkmann ist verwurzelt in der Kreisstadt, auch wenn er in der ganzen Region baut. Sein Unternehmen führt er in der dritten Generation und auch der Sohn ist schon eingestiegen. „Früher, wenn wir bei Familienfesten zusammenkamen, habe ich mich mit meinem Vater und meinem Opa spätestens nach einer halben Stunde ins Arbeitszimmer zurückgezogen, um über Bauprojekte zu sprechen“, erinnert er sich.

Gründe, weshalb der Kauf oder das Mieten der neuen Immobilien sich lohnen, weiß Werkmann, ganz Profi, zuhauf zu nennen. Man werde modernen Ansprüchen gerecht, indem man auf große Bäder setze. Mit Luftwärmepumpen und einer Dämmung von innen sorge man für niedrige Nebenkosten. Außerdem gibt’s in jedem Zimmer eine Datendose. Es sollen nicht seine letzten Projekte in der Kreisstadt sein. „Wir bauen gerne hier, auch wenn es manchmal Unannehmlichkeiten gibt“, sagt Werkmann. So täten sich die Genehmigungsbehörden ab und an etwas schwer. Auch das Gelände am Stadtpark hätte er sich gerne gesichert. „Da wurden wir aber nicht zur Angebotsabgabe aufgefordert.“ Über die Gründe will er nicht mutmaßen.

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