Umstrukturierung im Bürgerservice trägt offenbar Früchte

Lob statt Kritik

Nachdem sich in der Vergangenheit die Beschwerden über die Situation im Bürgerservice gehäuft haben, gibt es nun Lob für kürzere Wartezeiten auf Termine und die freundlichen Mitarbeiter.
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Nachdem sich in der Vergangenheit die Beschwerden über die Situation im Bürgerservice gehäuft haben, gibt es nun Lob für kürzere Wartezeiten auf Termine und die freundlichen Mitarbeiter.

Dietzenbach – Immer wieder hat es in den vergangenen Jahren harsche Kritik für den Bürgerservice im Rathaus gegeben. Regelmäßig beschwerten sich Dietzenbacher über lange Wartezeiten bei der Terminvergabe, bemängelten die Personalsituation vor Ort, forderten eine bessere Organisation (wir berichteten). Mittlerweile aber scheint das Amt, das unter anderem für Meldeangelegenheiten, das Ausstellen von Anwohnerparkausweisen, Personalausweisen und Reisepässen, Führungszeugnissen und Führerscheinen zuständig ist, besser aufgestellt. In den sozialen Medien gibt es aktuell Lob statt Kritik, sowohl was die kürzeren Wartezeiten anbelangt als auch die Mitarbeiter selbst. Zufall, Folge der Pandemie oder tatsächlich gelungene Umstrukturierung? Auf Anfrage bei der Stadt heißt es dazu: „Die Dienstleistungen mit Terminvergabe anzubieten -– lange vor der Pandemie –, war einer der Hauptpunkte bei der Reformierung des Bürgerservice.“ Ziel sei es gewesen, die teilweise längeren Wartezeiten im Rathaus wie auch die Überbelastung der Mitarbeiter zu minimieren.

Bereits im Juni 2018 war im Bürgerservice auf Terminvergabe umgestellt worden, Beschwerden gab es auch und besonders danach. Als Grund dafür nennt die Stadt: „Zu Beginn musste sich das neue Verfahren erst noch einspielen. Erste Erfahrungswerte waren wichtig, um die Organisation zeitlich und strukturell zu optimieren.“ Vor allem zu Beginn sei es deshalb zu noch längeren Wartezeiten gekommen. Nun aber gelinge es den Mitarbeitern, effizienter einzuschätzen, wie viele Termine für wie viele Sachbearbeiter zu welchen Dienstleistungen möglich sind. So sei es etwa gerade bei der Internationalität von Ausweisdokumenten wichtig, diese qualifiziert zu prüfen. „Hier haben wir mittlerweile echte Spezialisten im Team“, sagt dazu Bürgermeister Jürgen Rogg. „Aktuell sind wir bei einer Terminwartezeit zwischen zwei bis drei Wochen. Ausgenommen sind hiervon Nottermine.“ Die werden vergeben, sollten Einwohner zum Beispiel kurzfristig ein Ausweisdokument für eine Reise benötigen, insofern die entsprechende Dringlichkeit nachgewiesen werden kann.

Zwar klingt eine Wartezeit von bis zu drei Wochen nach wie vor nicht so richtig kurz, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu dem, was Bürger in den Jahren zuvor berichteten, ist es aber tatsächlich. Wie berichtet, musste etwa im Herbst 2018 noch mit bis zu zwei Monaten gerechnet werden.

Eine weitere Neuerung, die laut Stadt ebenfalls dazu beiträgt, dass es nun weniger Anlass für Beschwerden über den Bürgerservice gibt, ist die Möglichkeit, dass mittlerweile einiges auch digital erledigt werden kann. Unter anderem fürs Ausstellen von Führungszeugnissen und Meldebescheinigungen braucht es so weder Termin noch eine persönliche Vorsprache im Rathaus, die Anliegen bearbeitet das Team per Mail. Um die telefonische Erreichbarkeit zu erhöhen, sei zudem im Februar eine weitere Mitarbeiterin für die Informationszentrale eingestellt worden, berichtet Rogg. Und auch für den Bürgerservice gab es wie angekündigt personelle Verstärkung: Bereits im September habe eine neue Mitarbeiterin angefangen, im Januar starte eine weitere. Ist deren Einarbeitung abgeschlossen, sollen die Sprechzeiten erweitert und bestenfalls die Wartezeiten für Termine noch kürzer werden. „Unser Ziel ist es, unter normalen Bedingungen Termine innerhalb von zwei Wochen vergeben zu können“, kündigt der Bürgermeister an.

Ausnahmesituationen, in denen Dietzenbacher auf weniger dringende Termine etwas länger warten müssen, werde es aber immer mal wieder geben, auch das macht die Stadt deutlich, Etwa in der Ferienzeit, aber auch aufgrund der Wahlen im kommenden Jahr. „Das Team macht einen guten Job in schwierigen, arbeitsreichen Zeiten. Auch im Superwahljahr 2021 mit bis zu sieben Wahlen wird es herausfordernd bleiben“, sagt Jürgen Rogg.

Von Lena Jochum

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