Mammutprojekt fast abgeschlossen

Im Baugebiet 70 in Dietzenbach-Steinberg werden die letzten drei Grundstücke verkauft

Mittlerweile das Baugebiet 70 im Südwesten Steinbergs bereits dicht bebaut
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Mittlerweile ist das Baugebiet 70 im Südwesten Steinbergs bereits dicht bebaut. Nun wird ein Käufer für die drei letzten Grundstücke gesucht.

Sechs Hektar Land und reichlich Wohnraum für mehrere Hundert Menschen: Gut acht Jahre ist es her, dass die Stadtverordneten die Realisierung des Baugebiets 70 in Steinberg beschlossen haben. Aufgrund der Lage bewarb die Stadt das Areal westlich der Offenbacher Straße und südöstlich des Stiergrabens von Anfang an als sogenanntes Premium-Baugebiet.

Dietzenbach – Und tatsächlich kann die Fläche, die an den Landschaftsraum „Schilflache“ mit Wald und Feldern angrenzt, sich außerdem unweit des Hessentagsparks und des Aktivspielplatzes Wilde Wiese befindet, guten Gewissens als eines der Filetstücke der Kreisstadt bezeichnet werden. Denn neben dem direkten Zugang zur Natur bietet die Lage außerdem unmittelbare Nähe zum Stadtzentrum, zu S-Bahn und Schulen. „Die Nachfrage nach allen Flächen des Baugebiets war hoch“, heißt es vonseiten der Stadt.

Dann, wenn schließlich alle Bauvorhaben abgeschlossen sind, das Areal vollständig genutzt ist, werden dort laut Stadt letzten Endes rund 350 Dietzenbacher leben. Ein Großteil des Gebiets ist mittlerweile bereits bebaut. 78 Häuser mit eigener Hausnummer von privaten Bauherren und Bauträgern sind dort seit dem Baubeginn im Jahr 2014 entstanden, darunter Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. Hinzu kommen drei Gebäude, die die Wörner Mehrgenerationenhaus GmbH, gegründet von Controlware-Chef Helmut Wörner, errichtet und die sich derzeit noch in der Bauphase befinden. Dort sollen künftig Jung und Alt Seite an Seite leben – eines von zwei Musterprojekten, die von Anfang an für das Baugebiet 70 vorgesehen waren (wir berichteten).

Nun steht die Vermarktung der letzten drei Grundstücke an. Sie liegen nebeneinander an Gustav-Heinemann-Ring und Nelson-Mandela-Weg, gleich gegenüber der Mehrgenerationenhäuser, sind jeweils etwa 450 Quadratmeter groß, warten mit Quadratmeterpreisen von bis zu 410 Euro auf. Genutzt werden soll die verbleibende Fläche ebenfalls für ein spezielles Projekt rund um energieoptimiertes Wohnen. „Hierfür ist vonseiten der Kreisstadt ein anspruchsvolles Grundstücksvergabeverfahren vorgesehen, welches als Musterprojekt für energetisches, zukunftsorientiertes Bauen ausgerichtet ist“, schreibt die Stadt. Der prominenten und zentralen Lage wolle man mit einer energetisch und architektonisch hochwertigen Bebauung Rechnung tragen, heißt es seitens der Stadt weiter.

Aktuell läuft darum nun das Vergabeverfahren, das die Stadtentwicklung gemeinsam mit der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH betreut. Vorgegeben sind strenge Rahmenbedingungen. So ist es etwa nicht möglich, die Grundstücke einzeln zu erwerben, die Fläche soll als Gesamtes an einen Eigentümer gehen. Bewerben können sich gewerbliche Interessenten, etwa Bauträger und Architekten, oder Privatleute in Kooperation mit Bauschaffenden. Das Augenmerk bei der Bewertung der eingereichten Konzepte liegt laut Stadt eindeutig auf dem Thema Nachhaltigkeit, „womit die Kreisstadt dem Zeitgeist nach Umwelt- und Klimaschutz auch im Rahmen der weiteren städtebaulichen Entwicklung Rechnung trägt“. Sämtliche Informationen über das Verfahren finden Interessierte auf wohnen-in-dietzenbach.de.

Dass erst jetzt, knapp sechs Jahre, nach Baubeginn auf den übrigen Grundstücken die Vergabe der zentral im Baugebiet gelgenen Fläche ansteht, begründet die Stadt unter anderem damit, dass das Projekt Mehrgenerationenwohnen „über einen längeren Zeitraum ins Stocken geriet und der Rückkauf der Fläche durch die Stadt erwogen wurde“.

Erst nachdem das Vorhaben der Wörner Mehrgenerationenhaus GmbH einen geregelten Fortgang versprach, sei es möglich gewesen, die gegenüberliegende Fläche, die mit den Gebäuden fürs generationenübergreifende Wohnen eine städtebauliche Einheit bilden soll, in die Vermarktung zu bringen. Um die Realisierung des Musterprojekts zu ermöglichen, habe man sich entschieden, den Verantwortlichen mehr Zeit als üblich einzuräumen.

Die Einnahmen aus den nun noch anstehenden Grundstücksverkäufen fließen – wie die des gesamten Baugebiets – in die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme der Kreisstadt. Obwohl die bereits Ende 2018 ausgelaufen ist. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen auf mehr als zwölf Millionen Euro, teilt die Stadt auf Anfrage mit. (Lena Jochum)

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