Hoffen auf weitere Lockerungen

Gastronomen sind zufrieden mit Öffnung

Volle Terrasse am Stadtbrunnen: Bei bestem Wetter bleibt zur Zeit kein Tisch leer beim Restaurant Stadtliebe.
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Volle Terrasse am Stadtbrunnen: Bei bestem Wetter bleibt zur Zeit kein Tisch leer beim Restaurant Stadtliebe.

Unbeschwerte Stimmung, sonniges Wetter und volle Tische. Beim Restaurant Stadtliebe (Am Stadtbrunnen 8) in der Altstadt ist die Pandemie an diesem Mittag in weite Ferne gerückt. Nur der leere Innenbereich erinnert daran, dass noch nicht alles wieder beim Alten, sprich die Pandemie überwunden nist. Dennoch zeigen sich die Dietzenbacher einige Gastronomen und Gastronominnen ausgesprochen optimistisch und zufrieden drei Wochen nach der Wiedereröffnung der Außenbereiche.

Dietzenbach – „Wenn man dieses Jahr und das vergangene Jahr zusammenrechnet, waren wir gut zehn Monate geschlossen“, sagt Wasilis Kourtoglou, Inhaber des Restaurants Stadtliebe, „es war eine schwere Zeit in der wir uns vor allem mit dem To-go-Geschäft über Wasser gehalten haben.“ Doch diese dunklen Zeiten scheinen nun vergessen, Kourtoglou, der auch Inhaber des Heimathafens in Offenbach ist, ist mit der aktuellen Lage zufrieden: „Es läuft wieder sehr gut, wir sind einfach dankbar, wieder aufmachen zu können, und das Wetter spielt auch mit.“ Zum Glück habe er niemandem seiner 25 Angestellten in dieser Zeit dank des Kurzarbeitergeldes kündigen müssen. Seit der Öffnung seien alle Angestellten wieder ohne Kurzarbeit.

Zu Beginn der Öffnung haben er und sein Team noch selbst Schnelltests angeboten, die dann an die Gäste vor Ort verkauft wurden. Mittlerweile ist die Testpflicht zumindest für den Außenbereich weggefallen und der Gastronom hofft darauf, dass bald weitere Lockerungsschritte kommen: „Wir haben eine konstant niedrige Inzidenz, da hoffe ich natürlich, dass wir bald auch die Innengastronomie ohne größere Einschränkungen nutzen können.“

Unterstützung bekommt Kourtoglou mit seiner Forderung für die Innengastronomie vom hessischen Hotel und Gaststätten Verband (Dehoga).

Deren Geschäftsführer, Julius Wagner, sagt auf Anfrage: „Alle Einschränkungen müssen nachvollziehbar, geeignet und verhältnismäßig sein. Daher ist es jetzt – mit Blick auf stabil niedrige Infektionszahlen – geboten, konkrete Lockerungen vor dem Auslaufen der Verordnung Ende Juni insbesondere im Gastgewerbe vorzubereiten. Ein Restaurant ist kein Fitnessstudio, aber es ist eben nicht nachvollziehbar, wieso ich beim Abendessen in der Innengastronomie einen Test benötige, bei Training und Schwitzen im Gym aber nicht.“

Wasilis Kourtoglou möchte sich aber nicht beschweren, wie er sagt, und will nun positiv in die Zukunft schauen. Dass sich die gute Lage wieder verschlechtern werde, davon geht Kourtoglou derzeit nicht aus. „Ich bin kein Virologe, aber die Hoffnung ist da, dass mit den Impfungen jetzt keine vierte Welle mehr kommt.“

Auch in der Ratsstube am Europaplatz ist die Zufriedenheit über die vergangenen Wochen groß. „Natürlich waren die letzten Monate schwierig, aber eigentlich können wir uns nicht beschweren“, sagt Andrea Robens, Geschäftsführerin der Ratsstube, „der Zusammenhalt hier in Dietzenbach war so gut, unser Mitnehm-Geschäft wurde sehr gut angenommen, es war menschlich eine tolle Zeit.“

Die Ratsstube hat derzeit 200 Plätze im Außen- und weitere 100 im Innenbereich. Bisher sei das Restaurant wieder gut besucht, so die Chefin.

Positiv hervorheben wolle Robens auch die Zusammenarbeit mit den Behörden, vor allem mit dem Arbeitsamt, dass sich bei der Neueinstellung eines Koches trotz Kurzarbeit nicht querstellte. Im Gegensatz zu vielen anderen Stimmen rund um die Corona-Hilfen seien die Zahlungen bei der Ratsstube immer pünktlich gewesen. „Alles lief top, dafür bin ich sehr dankbar.“ (Von Lukas Reus)

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