„Die Mischung muss stimmen“

Der Montessori-Campus wächst ebenso wie die Kinderzahlen und der Hol- und Bring-Verkehr

Neue Räume in der Montessori-Schule: die „Katzenaugen“ mit Klassenleiterin Yvonne Busse beim Unterricht. Foto: postl
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Neue Räume in der Montessori-Schule: die „Katzenaugen“ mit Klassenleiterin Yvonne Busse beim Unterricht.

Einiges Neues gibt es auf dem Montessori Campus in Dietzenbach. Die Offenbach Post auf Ortsbesuch.

Dietzenbach – Stolz führt Marcel Jung durch den Anbau. Der Vorsitzende des Montessori-Vereins, dem Träger von Kinderhaus und Schule am Gustav-Heinemann-Ring, zeigt die neuen Klassenräume und berichtet, welche Veränderungen und Verbesserungen noch bevorstehen.

Von außen ist dem Gebäude der Zuwachs auf dem ersten Blick nicht anzusehen. Der zweistöckige Anbau im Westen fügt sich baulich und farblich nahtlos an das Bestandsgebäude der Schule an. Im Inneren jedoch riecht es nach Neubau, einige Unterrichtsräume sind schon in Nutzung. „Sukzessive werden wir alle Räume in Betrieb nehmen“, sagt Jung. So gibt es im Anbau unter anderem eine Küche, in der die Kinder kochen können und einen Chemieraum. 1,7 Millionen Euro kostet der Anbau, das finanziert der Verein über einen Kredit.

Doch damit nicht genug, auch das Außengelände, „ein wichtiger Teil des Campus“, wird in diesem Jahr noch modelliert. „Der Schulhof ist aktuell zu klein, die Kinder fühlen sich eingeengt“, weiß Jung. Der Vorstandsvorsitzende verspricht: „Es wird ein kreatives Außengelände mit Ruhe- und Experimentierbereich.“

Kein Zweifel, die Privatschule wächst, das belegen auch die Zahlen: Mit 100 Kindern hat die Schule vor mehr als zehn Jahren begonnen, nun sind es 123. Im Kinderhaus sind es 90. „Wir hatten sehr viele Zugänge und wenig Abgänge“, resümiert Jung. Im vergangenen Jahr gab es den ersten Hauptschulabschlusslehrgang, in diesem Jahr feiern die Realschüler der Montis ihren Abschluss. Fürs Abitur müssen die Schüler allerdings die Lehranstalt wechseln.

Das Einzuggebiet des Campus reicht über die Grenzen der Kreisstadt hinaus. In die Schule gehen etwa die Hälfte der Kinder von außerhalb, im Kinderhaus sind es rund ein Viertel, „Tendenz steigend“, sagt Jung. Aus Dreieich und Rodgau kommen zunehmend Anmeldungen fürs Kinderhaus, weil dort Kita-Plätze fehlen, „das ist kein Geheimnis“, sagt Jung. „Wir nehmen gerne Kinder von außerhalb, aber die Mischung muss stimmen, da legen wir wert drauf.“ Man sei schließlich eine Dietzenbacher Institution. Der Verein wünscht sich Kontinuität: „Wir möchten, dass sie vom Kinderhaus bis zur zehnten Klasse da sind, wir sind an langfristigen Bindungen interessiert.“ Daher sei der Verein auch in der Vorbereitung von Campus-Verträgen, die die separaten Schul- und Kitaverträge ablösen sollen.

Mit dem Wachsen des Campus steigt auch der Hol- und Bringverkehr. „Wir sind daran interessiert, dass die Menschen, die hier wohnen, mit uns ein gutes Gefühl haben“, betont Jung. Vor allem die Kinderhaus-Besucher werden von ihren Eltern gebracht. In den älteren Jahrgängen ändere sich das. Allerdings überlegt sich der Montessori-Verein, einen privaten Shuttle-Busverkehr einzurichten, um die Verkehrssituation auf den Straßen Gustav-Heinemann-Ring und Am Stadtpark zu beruhigen. „Wir wollen, dass sich das auf Dauer entzerrt.“ Wenn die neuen Anmeldezahlen fürs kommende Schuljahr vorliegen und man wisse, wo die Kinder herkommen, werde man mit den Eltern sprechen, ob Interesse an einer Busverbindung bestehe, etwa über Dreieich und Neu-Isenburg, oder sich alternativ Fahrgemeinschaften finden lassen. „Wir wollen das offensiv angehen und ansprechen, wir ignorieren das keineswegs“, betont Jung.

Infos

Wer sich selbst einen Eindruck vom Montessori-Campus (Gustav-Heinemann-Ring 101) verschaffen möchte, hat am Samstag, 8. Februar, ab 10 Uhr die Möglichkeit. Beim Monti-Morning stehen bis 13 Uhr Einrichtungsleitung und Mitglieder für Gespräche in lockerer Atmosphäre zur Verfügung.

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