Musikraum im Bürgerhaus

Neue Perspektive für viele Vereine

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Christoph Zens-Petzinger, Leiter der Stadtmarketing-Agentur, zeigt die Räume der alten Kegelbahn im Keller des Bürgerhauses. Bis Mitte April soll hier ein neuer großer Musikraum entstehen.

Dietzenbach -  Es scheint, als müssten die musiktreibenden Vereine nicht mehr lange auf eine neue Unterkunft warten. Von Carolin Henneberg 

Denn seit Jahresende werden die Pläne der Stadtmarketing-Agentur, die einstige Kegelbahn im Bürgerhauskeller umzugestalten und die Fläche für Musik- und Lagerräume zu nutzen, in die Tat umgesetzt. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange: Dort, wo ehemals die Kugeln rollten, entsteht ein knapp unter 100 Quadratmeter großer Musik- und Proberaum mit zwei sich anschließenden kleinen Abstellflächen. Außerdem ist ein abgetrennter Schlagzeugraum mit einer Größe von zwölf Quadratmetern geplant. Beide Räume werden mit einer Schallschutzdecke und doppelten Wänden ausgestattet, um die musikalischen Klänge von den oberen Räumen und dem Capitol fernzuhalten.

„Wegen neuer Brandschutzgesetze mussten wir auch die Fluchtwege komplett neu planen und die Türen vergrößern“, sagt Christoph Zens-Petzinger, Leiter der Stadtmarketing-Agentur. Neben den beiden Musikräumen entsteht ein weiterer 147 Quadratmeter großer Lagerraum, in dem verschiedene Abteile als Unterstellmöglichkeit für die Vereine installiert werden sollen. „Hierfür werden wir noch einmal eine Bedarfsabfrage bei den einzelnen Gruppen und Vereinen starten, um besser einschätzen zu können, wie viel Platz wir dafür einplanen müssen“, erläutert Zens-Petzinger. Zwei weitere Räume stehen dem Bürgerhaus dann zur eigenen Nutzung zur Verfügung. Neben der Renovierung der sanitären Anlagen steht auch die Erneuerung der Lüftung an, die im Februar beginnen soll.

Auch private Mietung ist möglich

Der Boden des großen Musikraumes, der ehemaligen Kegelbahn, wurde bereits komplett entfernt und soll mit einem neuem Sportbelag ausgestattet werden. Der zunächst angedachte Schwingboden konnte laut Zens-Petzinger nicht realisiert werden, da dieser die berechneten Kosten gesprengt hätte. Abgesehen davon habe es bislang aber keine Überraschungen während der Bauphase gegeben, die mit Mehrkosten verbunden gewesen wären. Wie berichtet, hatte das Parlament der Umnutzung der Kegelbahn im Oktober mehrheitlich zugestimmt, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die für die Stadt anfallende Summe auf 45.000 Euro gedeckelt wird.

Bereits im Spätsommer hatte der Leiter der Stadtmarketing-Agentur die möglichen künftigen Mieter der umgebauten Kellerräume im Bürgerhaus genannt. Diese böten sich vor allem für die Vereine aus der „Linde“ an, sagte er damals in einer Pressekonferenz: Der Handharmonika-Club „Ahoi“, die Musikervereinigung Dietzenbach, die Sängervereinigung Germania Frohsinn und die 1. Dietzenbacher Tanzgarde sind als zukünftige Nutzer angedacht. Neben diesen vier Clubs sind außerdem der Verein für Internationale Beziehungen, der AGV, der TGS-Chor und der Sängerkranz daran interessiert, Lagerräume im Bürgerhauskeller zu mieten. „Über die Auslastung mache ich mir keine Sorgen“, sagt Zens-Petzinger. „Wir haben jetzt schon Anfragen und werden die Räume sowohl an Clubs und Vereine als auch an privat vermieten, beispielsweise an interessierte Bands.“

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Bei einer „optimalen Auslastung von 40 Stunden pro Woche“, hatte es in der Pressekonferenz geheißen, müssten der Proberaum für 5,26 Euro pro Stunde und ein Lagerraum für etwa einen Euro pro Quadratmeter und Monat vermietet werden. Das bezieht sich allerdings auf die Vollkosten, was wiederum heißt: Dietzenbacher Vereine könnten hier möglicherweise weniger zahlen. Derzeit gibt es Anfragen für 41,5 Stunden die Woche im geplanten Proberaum.

Geplant ist das Ende der Bauarbeiten – und somit der Einzug der Vereine – für Mitte April. „Wir freuen uns sehr über die neuen Möglichkeiten, die uns durch den Umbau gegeben werden“, sagt der Leiter der Stadtmarketing-Agentur. „Es ist schön, den Vereinen eine Perspektive bieten zu können und keine Räume ungenutzt leer stehen zu haben.“ Der große Musikraum könne künftig „völlig autark genutzt“ werden, so Zens-Petzinger: Da hier eigene sanitäre Anlagen vorhanden sein werden, müsse kein Mitarbeiter des Bürgerhauses ständig anwesend sein. „Das bedeutet, dass dann auch bis spät in die Nacht musiziert werden kann.“

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