Der Haushalt gibt den Takt vor

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Während die Schüler voraussichtlich ab März fünf Prozent mehr für den Unterricht bezahlen müssen, erhalten die Lehrer ab Juni drei Prozent mehr Geld.

Dietzenbach - Die Eltern von mehr als 600 Musikschülern erhalten im Laufe des nächsten Monats Post aus dem Rathaus. Der Inhalt wird sie nicht erfreuen, denn es geht um eine Erhöhung der Gebühren um fünf Prozent. Von Tanja Duda und Christoph Zöllner

Die Stadtverordneten haben bei der jüngsten Sitzung beschlossen, dass auch die Musikschule ihren Beitrag zur Sanierung des Haushalts leisten muss.

Musikschul-Leiter Joachim Neumann geht davon aus, dass die Gebühren frühestens zum 1. März angehoben werden können. Entsprechend hätten die Eltern eine Kündigungsfrist bis zum 29. Februar. Bleibt abzuwarten, wie viele Kunden sich nicht tiefer in die Tasche greifen lassen wollen. In der verabschiedeten Vorlage war noch vom 1. Januar die Rede, allerdings stammt diese noch aus dem Oktober. Die Lokalpolitiker hatten das Thema mehrfach geschoben. Zuletzt waren die Gebühren im Jahr 2008 angehoben worden.

Die Erhöhung betrifft alle Altersgruppen – vom Kleinkind in der musikalischen Frühförderung bis hin zum Senior. 65 Prozent aller Musikschüler sind jünger als zwölf Jahre. Das Angebot geht quer durch alle sozialen und kulturellen Schichten, vereint Musikbegeisterte mit und ohne Behinderungen, einheimische, aber auch aus umliegenden Städten. Immerhin 92 Prozent der Schüler wohnen vor Ort.

Lehrer erhalten mehr Honorar

Nicht zuletzt, um den Unterschied zu anderen Musikschulen im Kreisgebiet auszugleichen, sei diese Erhöhung notwendig, heißt es in der Magistratsvorlage. Ein Bespiel dafür ist der Entgelt-Vergleich aus dem laufenden Jahr mit der Stadt Langen. Für 45 Minuten Einzelunterricht in der Woche nimmt die Langener Musikschule jeden Monat 74 Euro, während Dietzenbacher Schüler derzeit noch 69,80 Euro zahlen. Künftig sind in der Kreisstadt gerundet 73,30 Euro – also 3,50 Euro mehr – fällig. Wichtig dabei ist der Stadt: Die Gebühren sollen sozialverträglich bleiben.

Frühförderung, Instrumentalunterricht, Schulkooperationen und Veranstaltungen – die Musikschule steht auf mehreren Säulen. Dabei erfüllt sie die Forderungen, die in Deutschland an sie gestellt werden: Bewährte Unterrichtskonzepte, ausgebildete Lehrer, Kooperationspartner für Kindertagesstätten und Schulen. Außerdem bietet sie das komplette Spektrum von Einzel- bis Klassenunterricht, Ensemble- und Orchesterspiel an.

Analog zur Erhöhung der Gebühren gibt es einen Anstieg der Honorare. Angesichts der Haushaltslage aber nur um drei Prozent. Neumann rechnet damit, dass die Lehrer ab 1. Juni mehr Geld erhalten. Für eine 45-Minuten-Stunde steigt das Honorar von derzeit 19,98 Euro auf 20,50 Euro. „Instrumentallehrer gehören also nach wie vor nicht zu den Spitzenverdienern“, heißt es in der Vorlage. Allerdings ist Neumann stolz darauf, dass über die Hälfte der Honorarkräfte mehr als zehn, teilweise sogar schon 20 und 25 Jahre in Dietzenbach unterrichtet: „Diesen Zustand gilt es unter allen Umständen zu halten“, meint Neumann.

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