„Nacht der Lichter“

Zeitreise durch die Jahrhunderte

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Tolle Stimmung, romantischer Kerzenschein und eine prachtvolle Sommernacht: Bessere Voraussetzungen hätte es eigentlich nicht geben können für die beliebte Veranstaltung „Nacht der Lichter“.

Dietzenbach -  Wenn die letzten Sonnenstrahlen die Stadt in goldene Farben tauchen und sich die mit Fachwerkhäusern besiedelten Straßen in Dunkelheit hüllen, ist es Zeit, die ersten Kerzen anzuzünden. Von Sascha Reichelt

Die „Nacht der Lichter“ verzauberte die Besucher der Altstadt und verwandelte den alten Ortskern mit seinen etlichen Teelichtern, Fackeln und Petroleumlampen in einen glitzernden Boulevard, der zum gemütlichen Schlendern einlud. Die Veranstaltung, die vom Museumsfest begleitet wurde, erhielt Unterstützung vom Trägerverein des Hauses, dem Heimat- und Geschichtsverein, dem Arbeitskreis „Schule und Museum, der Museumsleitung sowie zahlreichen engagierten Bürgern. Ob bloße Erkundungstouren, zahlreiche Vorführungen sowie Bastelmöglichkeiten, Schauspiel, Einkauf oder musikalische Unterhaltung: Bei freiem Eintritt und mit einem vielfältigen Angebot aus Aktionen und Demonstrationen wurde die Zeitreise durch die Jahrhunderte erneut zu einem Erlebnis für Jung und Alt. Ab 21 Uhr öffneten die Pforten des Heimatmuseums. Wie immer gab es Führungen durch das Gebäude, in dem bei schummrigem Licht ein Dietzenbach aus alten Zeiten entdeckt werden konnte. Für die Jüngsten bot sich an der Bastelecke die Gelegenheit, aus vielen bunten Mosaik-Plättchen ein farbenfrohes Gesamtbild zu erschaffen. Doch stand auch das gute alte Handwerk weiterhin im Mittelpunkt. So gab es vor Ort Drechsler, Intarsien und Holzarbeiten zu sehen, bei denen mächtig die Sägespäne flogen. Werner Sodemann entführte schließlich mittels historischer Filmkamera auch in visueller Hinsicht zum Ausflug in vergangene Epochen.

Bilder von der „Nacht der Lichter“

„Nacht der Lichter“ in der Altstadt

Besonders das musikalische Angebot zeigte sich wieder abwechslungsreich. Die Musikervereinigung untermalte mit einem Sammelsurium an Volksmusik und modernen Pop-Songs das Beisammensein im großen Festzelt vor dem Heimatmuseum. Wenn schon aus der Ferne passend zur heißen Sommernacht brasilianische Samba-Rhythmen durch die Gassen schallten, dann konnte das nur die Trommel- und Percussionsgruppe der Mühlheimer „Artificial Family“ sein. Geigerin Sue Ferres schuf mit ihren hinreißenden Melodien ein nostalgisches Ambiente. Im interkulturellen Salon des Ekert‘schen Hofes ging es auf Weltreise mit dem Ensemble „Saitensprung“, das Texte und folkloristische Musikstücke aus allen Herren Ländern darbot. Auszüge aus ihrem neuen Stück präsentierten die Musiker und Schauspieler vom „Theater im Lädchen“, die zugleich ihr fünfjähriges Bestehen feierten. Reiner Wagner hingegen unterhielt mit satirischen Texten, Comedy-Einlagen und lustigen sowie gefühlvollen Liedern. An anderer Stelle begeisterte der junge Saxofonist Fabian Liebig sein Publikum mit lauten und leisen Tönen. Besinnlicher ging es der Christuskirche zu, die bei Kerzenlicht zur Meditation einlud und mit einem Orgelkonzert den Abend beendete. Farbenprächtig wurde die Vernissage in der Galerie der Schäfergasse, wo Künstler ihre Werke aus Öl, Acryl und Aquarelle ausstellten.

Wer es jedoch eher spektakulär bevorzugte, konnte „Lord of the Fire“ zuschauen, die mit ihrer atemberaubenden Feuer-Show die Temperatur am Stadtbrunnen noch höher stiegen ließ, als sie ohnehin schon war. Um Mitternacht schließlich führten Museumsgeister die letzten Besucher aus dem Gebäude.

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