Neue Frische für die alten Farben

+
Vor fünf Jahren waren sie noch frisch, die Farben. Der damalige Bürgermeister Stephan Gieseler bedankte sich vor der Klagemauer bei den fleißigen Malern.

Dietzenbach ‐ Noch liefert die im Dietzenbacher Volksmund schlicht „Klagemauer“ genannte Stützwand entlang der Lindenstraße keinen allzu großen Grund zur Klage, jedenfalls keinen für jedermann auf den ersten Blick ersichtlichen. Von Nina Beck

Wird jedoch auf Dauer nichts für den Erhalt der Wandgemälde getan, könnte sich das ändern. Die FWG-Fraktion hat daher – wie berichtet – einen Antrag zur nächsten Stadtverordnetenversammlung gestellt, wonach der Magistrat prüfen möge, wie die bereits bestehenden Gemälde geschützt und dauerhaft erhalten werden und ob diese gegebenenfalls noch um weitere ergänzt werden könnten. Auch bittet Fraktionsvorsitzender Harald Nalbach den Magistrat um eine Kostenschätzung (wir berichteten).

Zu letztem Punkt konnte Bauamtsleiterin Gudrun Pache am Mittwochabend in der Sitzung des Bauausschusses bereits Auskunft geben. Die beiden Initiativen, die zur Verschönerung der Wand stattgefunden hatten – 2004 die „72-Stunden-Aktion“ der Pfadfinder, 2006 die Verschönerung der westlichen Stützwand auf Initiative von Anwohnerin Katja Keim – hatten bei einer Gesamtfläche von 1100 Quadratmetern inklusive temporärem Graffitischutz, der aufgebracht wurde, Kosten von rund 70.000 Euro verursacht.

Totalsanierung wird richtig teuer

Ein weiteres, rund 140 Quadratmeter großes Teilstück der westlichen Wand ist derzeit stark bemoost und könnte ebenfalls bemalt werden. Hierfür würde Paches Berechnungen zufolge eine Gesamtsumme von rund 30.000 Euro benötigt.

Außerdem, erläuterte die Bauamtsleiterin, würde ihr Fachbereich gerne an einem kleinen Teilbereich versuchen, mittels bestimmter Chemikalien die Farben der bereits bestehenden Gemälde aufzufrischen. Sollte dies den gewünschten Effekt bringen, könnte darüber nachgedacht werden, diese Methode flächendeckend anzuwenden.

Nalbach warnte indes davor, angesichts möglicher Kosten gar nichts zu tun. „Denn dann brauchen wir über kurz oder lang eine Totalsanierung der Mauer, das wird dann richtig teuer.“

Bürgermeister Jürgen Rogg bat daraufhin die Verwaltung, herauszufinden, wie viel die Stadt eine Komplettsanierung kosten würde. Der FWG-Antrag kam vorerst nicht zur Abstimmung.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare