Konstituierende Sitzung nach den Sommerferien

Neuer Anlauf für den Dietzenbacher Jugendbeirat

Im Dietzenbacher Rathaus soll am 1. September die erste Sitzung des neuen Jugendbeirats stattfinden.
+
Im Dietzenbacher Rathaus soll am 1. September die erste Sitzung des neuen Jugendbeirats stattfinden.

Einstimmig hat die Stadtverordnetenversammlung (SVV) am 28. Mai eine neue Geschäfts- und Wahlordnung für einen Jugendbeirat in Dietzenbach beschlossen. Damit stellten die Stadtverordneten die Weichen für eine Reaktivierung des Gremiums, das in der Kommunalpolitik die Interessen Kinder und Jugendlicher vertreten soll. Schon 2015 war in Dietzenbach ein Jugendbeirat etabliert worden, allerdings stellte dieser seine Arbeit ein – „aus unterschiedlichen Gründen“, wie es von der Stadt heißt.

Dietzenbach - Dietzenbach habe eine der jüngsten Bevölkerungsstrukturen Hessens, begründet die Stadt den erneuten Vorstoß für einen Jugendbeirat: „Aktuell ist etwa ein Drittel der Dietzenbacher Bevölkerung unter 25 Jahre alt.“ Auch Bürgermeister Jürgen Rogg befürwortet ein solches Jugendgremium: „Der große Anteil an jungen Menschen soll zukünftig wieder mehr Gewicht bei politischen Entscheidungen zur Gestaltung der Dietzenbacher Zukunft haben.“ Für den Ersten Stadtrat Dieter Lang birgt die Einbindung junger Menschen in politische Prozesse auch viel Potenzial: „Kinder und Jugendliche besitzen ein großes Feingefühl in Bezug auf ihre eigenen Bedürfnisse und Lebenssituationen und sie verfügen über große Begeisterungsfähigkeit, vielfältige Ressourcen und einen wichtigen Blickwinkel auf relevante Themen unserer Stadtgesellschaft.“

Um mehr Jugendliche für das Gremium zu gewinnen, wurde in der neuen Geschäftsordnung des Jugendbeirats das Mindestalter der Mitglieder von 14 auf zwölf Jahre herabgesetzt. Mitwirken können junge Erwachsene bis zu einem Alter von 20 Jahren. „Der Jugendbeirat setzt sich aus mindestens sechs und höchstens 20 Mitgliedern zusammen“, heißt es in der Geschäftsordnung. In Stadtverordnetenversammlung, Magistrat und den Ausschüssen bekommen Vertreter des Beirats die Möglichkeit, sich zu äußern. Außerdem hat der Jugendbeirat „ein Vorschlagsrecht in allen Angelegenheiten, die Jugendliche betreffen“.

Um die Beteiligung Jugendlicher zu unterstützen, wurde vor etwa zwei Jahren Lisa Öz bei der Stadt eingestellt, finanziert aus Fördermitteln. Die studierte Diplom-Soziologin und promovierte Pädagogin hat gemeinsam mit Issam Ahsayni von der Stabstelle Integration die Rahmenbedingungen für die Wahl eines Jugendbeirats geschaffen. „Die Partizipation an Entscheidungsprozessen in der Kommune stärkt das demokratische Selbstverständnis der Jugendlichen und verleiht ihnen ihr Recht, angehört und ernst genommen zu werden“, erklärt sie. So habe der Fachbereich Soziale Dienste gemeinsam mit der Stabsstelle Integration bereits Ende 2019 Jungen und Mädchen angesprochen und mit ihnen gemeinsam überlegt, wie die Kinder- und Jugendbeteiligung in Dietzenbach zukünftig aussehen solle. Seitdem gebe es alle zwei Wochen Sitzungen. Auch thematisch seien schon Akzente gesetzt worden, etwa zu den Themen Umwelt sowie Mobbing und Rassismus.

Der Jugendbeirat soll auch finanzielle Unterstützung erhalten: Der Fachbereich Soziale Dienste werde ab 2022 jährlich 2 400 Euro aus dem Haushalt dafür beantragen. Außerdem stehen nach Auskunft der Stadt bis zu 10 000 Euro aus dem Programm „Demokratie leben“ zur Verfügung.

Die konstituierende Sitzung ist für Mittwoch, 1. September, um 18 Uhr im Dietzenbacher Rathaus geplant. Lisa Öz wirbt bei den Jugendlichen der Stadt um Beteiligung: „Wer selbst in einem tollen Team mitentscheiden möchte, was zukünftig in Dietzenbach für Jugendliche getan werden soll, kann sich gerne einbringen.“ Interessierte Kinder und Jugendliche können sich unter z 01516 1307235, per Mail unter lisa.oez@dietzenbach.de oder bei Instagram unter „jugendbeteiligung_dietzenbach“ melden. (Niels Britsch)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare