Mit weißrussischer Partnerstadt

Neues Kapitel der Verschwisterung

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Tänze und Musik zählen zu den Schwerpunkten des pädagogischen Programms in den Kindergärten der weißrussischen Partnerstadt Kostjukovitschi.

Dietzenbach - Sie haben eine Reise hinter sich und viel zu erzählen: 14 Dietzenbacher, darunter der Erste Stadtrat Dieter Lang und Ex-Bürgermeister Jürgen Heyer, haben sich im Rahmen einer Bürgerreise auf den Weg gemacht nach Kostjukovitschi, der weißrussischen Partnerstadt, um die Wiederverschwisterung zu feiern.

Einige besuchten den Ort, der seit 2009 offizielle Schwesternstadt ist, zum ersten Mal. „Und alle waren sehr beeindruckt von der Gastfreundschaft“, erzählt Dietmar Kolmer, Erster Stadtrat a.D. und Vorsitzender des Partnerschaftsvereins „Freundeskreis Kostjukovitschi“.

Seit 1991 unterhält die Kreisstadt bereits intensive Freundschaft zu der Stadt, die unmittelbar von der Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 betroffen war. Was anfangs als schnelle Hilfe gedacht war, entwickelte sich bald zu einer tief gehenden Verbindung. Mehr als 1100 Kinder holte der Freundeskreis, gegründet von der Dietzenbacher Ärztin Dörte Siedentopf, im Laufe der Zeit zu einem Erholungsaufenthalt nach Dietzenbach, Tonnen von Hilfsgütern gelangten mit Hilfstransporten nach Weißrussland.

„Heute sind wir bei einer neuen Etappe in unserer Beziehung angelangt“ stellte Grigori Chepikau vom Rat der Bezirksregierung anlässlich der offiziellen Wieder-Verschwisterungsfeier im staatlichen Bezirksgymnasium nun fest. Neben dem Kontakt mit den jungen Menschen seien neue Strategien gefragt, die einen Austausch auch in wirtschaftlichen Fragen, im Energiebereich und nicht zuletzt im Tourismus ermöglichten. „Unser Besuch ist nicht nur die erfolgreiche Bestätigung einer innigen Freundschaft, sondern auch eine Initialzündung für viele weitere Projekte“, kündigte Kolmer entsprechend an.

Kolmer lobte vor allem das Paar Tine und Günter Hofmann als Gastgeber und Organisatoren der ersten Stunde. Neben dem Besuch der feierlichen Parade zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die Dietzenbacher ein vielseitiges Programm zu absolvieren. Unter anderem besuchten sie einige Kindertagesstätten. „Eine beeindruckende Arbeit“, war man sich einig. So hält etwa die Kita IV für 210 Kinder 70 Mitarbeiter bereit, darunter 23 Pädagogen, drei Sportlehrer, drei Musiklehrer, zwei Logopäden und einen Schwimmlehrer. Dazu gilt sie als „sanatorische Kinderkrippe“, in der von insgesamt zwölf Gruppen drei für Kinder vorgehalten werden, die gesundheitlich dauerhaft geschwächt sind, sowie eine für Kinder mit psychischen Problemen.

Bilder: Dietzenbach feiert Fest ohne Grenzen

Entsprechend der weißrussischen Lebensweise erlebten die Dietzenbacher in den Kindergärten auch Tänze und Musik als einen Schwerpunkt des pädagogischen Programms. So bekamen sie allerlei Vorführungen zu sehen. „Manches ist für uns vielleicht ungewohnt, aber es ist faszinierend, was diese für uns zum Teil so andere Kultur hervorbringt“, so Kolmer.

Neben dem Besuch eines jüdischen Friedhofs, der auch die letzte Ruhestätte für 380 Bürger aus Kostjukovitschi ist, die im Jahr 1943 hingerichtet wurden, besichtigte die Delegation eine Forellenzucht, die ganz Weißrussland beliefert und das Zementwerkes als wichtigsten Arbeitgeber in der Region.

Und selbst wenn freie Zeit zur Verfügung stand, organisierten die Weißrussen spontan eine Zusammenkunft mit der deutschen Delegation, beispielsweise bei einem Picknick in einer Datscha. „Das war ein sehr schönes Zusammensein, wir haben deutsche und weißrussische Lieder gesungen und uns von unserem Leben erzählt“, berichtet der Vorsitzende des Freundeskreises. (scho)

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