SC Steinberg und SG Dietzenbach blicken nach geplatzter Fusion nach vorne

„Nicht das letzte Wort“

Sportverein
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Nach der gescheiterten Fusion der vier Dietzenbacher Sportvereine gehen die Diskussionen weiter.

Dietzenbach – Nach der vorerst gescheiterten Fusion der vier Dietzenbacher Sportvereine Fußballclub (FC), Turngemeinde (TG), Sportgemeinschaft (SG) und Sportclub (SC) Steinberg zeigen sich die Verantwortlichen zwar enttäuscht, blicken aber auch nach vorne.

Wie berichtet, hatten die Mitglieder von FC und TG auf ihren außerordentlichen Jahreshauptversammlungen gegen eine Verschmelzung der Vereine gestimmt. Zwar fand sich eine Mehrheit für die Pläne, allerdings mussten 75 Prozent der anwesenden Mitglieder zustimmen, die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit wurde jedoch verfehlt.

„Eine der größten Chancen für eine Zukunftssicherung“

Für besonderen Unmut sorgten dabei die Argumente einzelner Fusionsgegner bei der Versammlung der Turngemeinde: Finanzielle Verpflichtungen des SC Steinberg würden den neuen Großverein belasten, befürchteten die Skeptiker. Eine Behauptung, die der SC Steinberg zurückweist. Dort fühlt man sich zu Unrecht als Sündenbock angeprangert: Diese Argumentation gegen eine Verschmelzung sei „absurd“, kritisiert der SC-Vorsitzende Bernd Fenchel die Darstellung. Der SC Steinberg verfüge über eine gute finanzielle Basis: „Auch wenn wir langfristige Verbindlichkeiten haben, stehen diese im Verhältnis der Vermögenswerte und werden durch garantierte Zuschüsse aus dem Erbbaurechtsvertrag über viele Jahrzehnte gestützt.“ Der Sportclub besitze außerdem „die am besten instand gehaltene Sportanlage“ in Dietzenbach. „Die Verschmelzung der finanziellen Vielfalt der vier Vereine war eine der größten Chancen für eine Zukunftssicherung des neuen Sportvereins“, so Fenchel.

Beim SC Steinberg war eine Abstimmung über die Fusion zunächst gescheitert, weil bei der JHV nicht die erforderliche Mindestanzahl von Mitgliedern anwesend war, ein zweiter Termin wurde nun nach dem Votum der FC- und TG-Mitglieder abgesagt. „Eine gescheiterte Verschmelzung bedeutet nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Es ist auch eine Chance, nun in der weiterhin bestehenden Eigenständigkeit, sich modern und positiv weiterzuentwickeln“, blickt Fenchel in die Zukunft. Von der Idee einer Fusion hat man sich beim SC noch nicht endgültig verabschiedet: „Ich bin mir sicher, dass der Verschmelzungsgedanke die Dietzenbacher Vereine weiterhin begleiten wird. Ob er dann zu einem späteren Zeitpunkt kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Moment sollte Ruhe einkehren.“

„Vielleicht ist es nach Corona einfacher, die Mitglieder zu erreichen“

Die Sportgemeinschaft (SG) ist der einzige der vier Vereine, bei dem noch keine JHV zur Fusion stattgefunden hat. Wegen des Abstimmungsergebnisses der anderen Vereine hat man den anberaumten Termin abgesagt. Auch bei der SG Dietzenbach ist man von dem Abstimmungsergebnis enttäuscht und konzentriert sich nun erst einmal auf den eigenen Verein. „Wir schauen nach vorne und wollen natürlich trotzdem weitermachen als Verein. Für uns ist nach wie vor wichtig, dass wir unser Sportangebot für Kinder und Erwachsene aufrecht erhalten“, sagt die SG-Vorsitzende Elke Pithan. Besonders „bedauerlich“ sei allerdings, dass die Abstimmung bei der TG nur an wenigen Stimmen scheiterte.

„Wir sind gut aufgestellt“, betont Pithan. Momentan sei man ohnehin noch mit zwei Großprojekten des Vereins – der Digitalisierung und der Mitgliederwerbung – beschäftigt. Man werde selbstverständlich auch weiterhin mit den anderen Vereinen kooperieren: „Das war bestimmt nicht das letzte Wort in Sachen Zusammenarbeit.“ Sie schließt einen erneuten Vorstoß für eine Vereinsfusion nicht aus: „Vielleicht ist es nach Corona einfacher, die Mitglieder zu erreichen und zu überzeugen.“ (Niels Britsch)

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