„Nur Sparen hilft nicht mehr weiter“

Der traditionelle Neujahrsempfang der Kreisstadt

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Das Brüderpaar Andreas (links) und Martin Wolf beeindruckte die Besucher mit modernen Coversongs.

Dietzenbach - Es ist eine Mischung aus Schaulaufen, Informationsaustausch und vielen guten Wünschen. Traditionell versammelt der städtische Neujahrsempfang engagierte Bürger, Amtsträger und Gäste, die der Kreisstadt verbunden sind, im Capitol des Bürgerhauses. Von Barbara Scholze

Das stimmungsvoll beleuchtete Capitol im Bürgerhaus war einmal mehr Veranstaltungsort des städtischen Neujahrsempfangs. Bürgermeister Jürgen Rogg resümierte in seiner Rede das vergangene Jahr.

Und wenn auch dieses Mal die hinteren Reihen zum Teil frei blieben, so zeigte sich dennoch wieder: Dietzenbach wartet mit einem reichen Stadtleben auf. Bürgermeister Jürgen Rogg, die Stadtverordnetenvorsteherin Christel Germer und Erster Stadtrat Dieter Lang ließen es sich nicht nehmen, jeden Gast per Handschlag zu begrüßen. Unzählige Male wiederholte sich dabei die Hoffnung auf „ein gutes neues Jahr“. Nach der Begrüßung durch Germer blickte Rogg in einer Tour d’Horizont auf die vergangenen Monate. Gleich zu Beginn reflektierte er die Flüchtlingskrise: „Auch in Dietzenbach wurden große Anstrengungen unternommen, die geflüchteten Menschen menschenwürdig unterzubringen.“ Das sei gelungen, „dank des bemerkenswerten Engagements und der Zusammenarbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen“. Unter Zeitdruck hätten die Verantwortlichen planen, bauen, renovieren und koordinieren müssen. „Ein vielschichtiges und in die Zukunft ausgerichtetes Konzept ermöglichte schnell, von der Reaktionsphase in die gestalterische Aktionsphase zu wechseln“, betonte er. Ein großer Dank gebühre so nicht nur der Verwaltung, sondern auch den vielen Ehrenamtlichen aus Flüchtlingshilfe, Vereinen und Religionsgemeinschaften.

Besonders am Herzen liege ihm nach wie vor die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, sagte Rogg weiter. Im vergangenen Jahr habe man „nahezu monatlich“ auf Erfolgsmeldungen zurückblicken können. Mehrere Unternehmen hätten sich angesiedelt, als „krönender Abschluss“ habe das Familienunternehmen Eichler und Kammerer beschlossen, sich in der Kreisstadt niederzulassen. Konsequent entwickele sich ebenso der Wohnstandort weiter. Das Wohngebiet 70 und die Bebauung an der Talstraße seien fast fertiggestellt, weiterhin entstünden Wohnmöglichkeiten am Hessentagspark, am Lorenzhof, in der Babenhäuser Straße, an der Offenbacher Straße und im Dr.-Heumann-Weg.

Bilder zum Neujahrsempfang der Stadt Dietzenbach

Für etwas Nostalgie sorgten die Mitglieder des Arbeitergesangvereins „Vorwärts“.

Was den Rettungsschirm angehe, so habe die Stadt die Vorgaben einhalten können. Um wie geplant im Jahr 2020 den Haushalt auszugleichen, gelte es nun, vor allem mehr Einnahmen zu generieren. „An den wenigen freiwilligen Leistungen zu sparen, hilft nicht mehr weiter“, stellte Rogg fest. „Das würde der Attraktivität der Stadt nachhaltig schaden, und das kann niemand ernsthaft wollen“. Prächtig aufgewertet hat die Zusammenkunft zum Jahresanfang die Vergabe der Förderpreise für Sport und Kultur, über die sich Doris Springer und Joachim Neumann freuen durften. Neben einem Besuch der Sternsinger lauschte das Publikum guter Musik „made in Dietzenbach“: Das Brüderpaar Andreas und Martin Wolf beeindruckte mit Cover-Versionen moderner Songs. Und der Arbeitergesangverein „Vorwärts“ brachte mit Liedern von Vico Torriani und Mireille Mathieu einen nostalgischen Touch in die Zusammenkunft. Wie es dem guten Brauch entspricht, sangen zum Abschluss alle gemeinsam die National- und die Europahymne.

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