Corona-Krise

Wucherpreise bei privaten Zulassungsdiensten? Firmen äußern sich zu Vorwürfen

Bürger beschweren aus dem Kreis Offenbach beschweren sich über zu hohe Preise bei privaten Zulassungsdiensten. Die Unternehmen äußern sich zu den Vorwürfen.

  • Bürger beschweren sich über hohe Preise bei privaten Zulassungsdiensten im Kreis Offenbach.
  • Nutzen die Firmen die Corona-Pandemie, um Kunden abzukassieren?
  • Leider der Unternehmen äußern sich zu den Vorwürfen.

Dietzenbach – 180 Euro, um ein Fahrzeug anzumelden? Als ein privater Zulassungsdienst unserem Leser den Preis für eine einfache Anmeldung seines Autos ohne die dazugehörigen Kennzeichen nennt, ist dieser schockiert: „Weil das sonst eigentlich nicht mehr als 40 oder 50 Euro kostet.“ Sein Verdacht: Die Verkäufer nutzten die aktuelle Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen aus, um bei ihren Kunden abzukassieren.

Auch beim Kreis Offenbach sind bereits mehrfach Beschwerden über den vermeintlichen Wucher eingegangen. „Die Zulassungsdienste arbeiten als private Dienstleister und unterliegen der Marktwirtschaft“, teilt Sprecherin Ursula Luh und ergänzt: „Wir haben dazu keine Handhabe.“

Wucher bei privaten Zulassungsdiensten in Dietzenbach? Leiter äußert sich zu Vorwürfen

Michael Tejic, Leiter Business Standard der Christoph Kroschke GmbH, die eine Zweigstelle an der Werner-Hilpert-Straße hat, widerspricht den Vorwürfen und betont, „dass wir unsere Preise auch während Corona nicht geändert haben“. Bereits vor dem Lockdown Mitte März habe eine Online-Anmeldung, bei der neben den Verwaltungs- und Zulassungskosten zwei Kennzeichen, deren Versand und die dazugehörige Versicherung beinhaltet sind, 139 Euro gekostet.

„Wir haben den Preis gehalten, damit unsere Kunden sehen, dass wir nicht anfangen, die Not der Menschen nicht ausnutzen“, erläutert er, verweist allerdings auf Zusatzkosten, die bei einem solchen Prozess entstehen könnten, beispielsweise, wenn ein Kunde auch die Abmeldung seines Altfahrzeugs wünsche. Profitiert habe der Standort in der Kreisstadt von der Corona-Pandemie nicht. „Die Nachfrage ist etwa gleich geblieben“, sagt Tejic.

Dietzenbach: Private Zulassungsdienst in der Corona-Krise - Lage hat sich wieder normalisiert

Auch Rajwinder Ghotra vom „Ghotra’s Autoschilder“ an der Werner-Hilpert-Straße versichert, dass seine Kunden deutlich weniger zahlen müssten: „Für eine einfache Zulassung berechne ich 30 Euro.“ Wer zwei Schilder bei ihm bestellt, muss dafür 27 Euro zahlen. Nach dem Lockdown wären zunächst weniger Kunden in sein Geschäft gekommen, inzwischen habe sich die Lage aber wieder normalisiert.

Doch warum wenden sich Menschen überhaupt an private Zulassungsdienste? Im Gegensatz zu Privatpersonen können die Mitarbeiter dieser Unternehmen für die Zulassung benötigte Dokumente und Schilder bei den Zulassungsstellen an einer extra eingerichteten Schleuse kontaktlos übergeben und abholen. Zudem ist es ihnen möglich, „Stand jetzt täglich Schilder zu bringen und abzuholen“, erläutert Michael Tejic. In der Zulassungsstelle der Kreisstadt dürfen täglich bis 8.30 Uhr insgesamt 60 Anträge abgegeben werden.

Kreis Offenbach: Wartezeiten bei Zulassungsstelle wegen Corona länger - Räume desinfizieren

Für alle anderen gelte es, einen Termin zu vereinbaren, wobei die Wartezeit bis zu zwei Wochen betragen kann, teilt der Kreis mit. „Aufgrund der Beschränkungen können wir nicht mehr so viele Termine vereinbaren wie zuvor“, erläutert Ursula Luh. War es vor Corona möglich, dass ein Kunde nach dem anderen die Zimmer betrat, gelte es nun, nach jedem Besuch die Räume zu desinfizieren.

Um die verkürzten Besuchszeiten auszugleichen, hat die Zulassungsstelle beschlossen, auch am Mittwochvormittag zu öffnen. „Wir rufen unsere Kunden sogar Samstags an, um einen Termin zu vereinbaren“, betont Luh. Über das Webformular kann ein Terminwunsch an die Zulassungsstellen gesendet werden. Infos im Internet: kreis-offenbach.de(Von Joshua Bär)

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