Ordnungspolizei soll ins Rathaus zurück

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Im Spiegel der Realität hat die Wache der Ordnungspolizei nicht die Hoffnungen und Anforderungen erfüllen können, die zu Beginn damit verbunden waren.

Dietzenbach (cz) ‐ Die Tage der städtischen Polizei an der S-Bahn-Station Mitte sind gezählt. Den Stadtverordneten liegt eine Vorlage des Magistrats vor, wonach der Mietvertrag für die Räume der Polizeistation (Masayaplatz 6-8) fristgerecht zum 30. September dieses Jahres gekündigt werden soll.

Die Ordnungspolizei könnte ins frisch sanierte Rathaus an die Offenbacher Straße umziehen. Rückblick: Der ehemalige Bürgermeister Stephan Gieseler hatte mit der Wache im Stadtzentrum ein ehrgeiziges Ziel verfolgt. Der Bürger sollte einen festen Anlaufpunkt haben, um den Beamten seine Anliegen und Sorgen vortragen zu können. Und die Präsenz der Ordnungshüter für mehr Sicherheit im Stadtzentrum sorgen. Rund 60 000 Euro hatte sich die Stadt die Renovierung der ehemaligen Räume des Vereins „Sport Info“ kosten lassen (wir berichteten). Im Oktober 2007 bezogen die Ordnungspolizisten ihr neues Domizil; 2009 war der Mietvertrag um zwei Jahre verlängert worden.

Doch da die Mitarbeiter zumeist im Außendienst tätig sind, kam es nie zu den angedachten festen Öffnungszeiten. Kein Wunder, dass die Wache in der Lokalpolitik zuletzt einvernehmlich als „Totgeburt“ bezeichnet wurde. Anstatt den kleinen Vorraum betreten und ihre Anliegen vortragen zu können, standen Besucher in der Regel vor verschlossener Tür. CDU-Chef Helmut Butterweck hatte vor zwei Jahren vorgeschlagen, die Räume aufzugeben und stattdessen für die Ordnungspolizei eine Reklametafel mit Klingel aufzustellen, was seiner Meinung nach den gleichen Effekt gehabt hätte.

Die Absicht, die Wache am Masayaplatz aufzugeben, war bereits im Rahmen der Haushaltskonsolidierung 2010 dokumentiert worden. Nun soll das Aus endgültig besiegelt werden.

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