800-Jahr-Feier in Dietzenbach

Party ohne Kopfschmerzen

Dietzenbach - 798 Jahre hat Dietzenbach schon auf dem Buckel. In zwei Jahren soll der runde Geburtstag nach Plan des Magistrats vom 21. bis 30. August gefeiert werden. Von Ronny Paul 

Doch während die Verwaltung zunächst einen Kostenrahmen festlegen will, sehen die Stadtverordneten die Planung an erster Stelle. 800 Jahre Dietzenbach: Grund zehn Tage zu feiern, findet der Magistrat. Den Stadtverordneten hat die Verwaltung eine Vorlage zur Abstimmung gegeben, die zunächst Diskussionen im Haupt- und Finanzausschuss, dann drei Änderungsanträge und schließlich einen im Ältestenrat gefassten interfraktionellen Antrag nach sich zog. Angesichts der kommenden Herkulesaufgabe, den städtischen Haushalt ab 2020 ausgeglichen zu gestalten und der damit einhergehenden, wohl unvermeidlichen Grundsteuer-B-Erhöhung, haben die Stadtverordneten Bauchschmerzen, die im Raum stehende Summe von 200.000 Euro für die Feier vor den Bürgern zu verantworten. In der Magistratsvorlage heißt es: „Zur Vorbereitung und Durchführung der 800-Jahr-Feier Dietzenbachs im Jahre 2020 soll im Haushalt 2019/20 ein gesonderter Etat (Planungsrahmen) in Höhe von 200.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Dessen Finanzierung wird über den Anlagenfond dargestellt.“ Des Weiteren solle „eine Festkommission gebildet werden, welche sich aus Vertretern der Stadtverordneten, des Ausländerbeirats, des Seniorenbeirats und den Interessensgemeinschaften Sport und Kultur zusammensetzt“. Dafür hat der Magistrat vom 21. Bis 30. August 2020 eine Festwoche mit „Aktivitäten und Events“ angedacht.

Zum einen sollten jährlich stattfindende Veranstaltungen, Wettkämpfe, Jubiläen, Besuche aus den Partnerstädten Bezug auf den runden Geburtstag nehmen. Zum anderen enthält das Papier eine Auflistung von Vorschlägen, etwa ein Festzelt im Hessentagspark, einen Festumzug durch die Stadt, eine Neuauflage des Turmfestes oder die Dietzenbacher Musiktage in die Feierlichkeiten zu integrieren. Mit Werbemaßnahmen, -artikeln und einer Festschrift solle die Hauptfinanzierung über Sponsoren erfolgen und der „städtische Zuschuss für die Durchführung der Festwoche und weitere Aktivitäten auf 250.000 Euro begrenzt werden“.

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Zu unsicher, eine zu hohe Summe, finden die Stadtverordneten. CDU-Fraktionsvorsitzender Manuel Salomon sagte, man wolle verantwortungsbewusst mit dem Geld umgehen. Ein Festtagskomitee solle sich zunächst Gedanken machen, wie die 800-Jahr-Feier aussehen wird. Ziel sei, mit einem überschaubaren Budget ein tolles Fest zu veranstalten, begründete Salomon den interfraktionellen Antrag: „Wir wollen die Veranstaltung genießen, ohne wegen der Kosten am nächsten Tag mit Kopfschmerzen aufzuwachen.“

In dem einstimmig verabschiedeten Antrag ist vorgesehen, dass die vom Magistrat angedachte Komitee-Besetzung durch Vertreter der Kirchen ergänzt wird. Auch soll das Gremium öffentlich tagen und die Stadtverordneten regelmäßig über den aktuellen Sachstand informieren. Zusätzlich soll der Magistrat zur Ermittlung des Finanzrahmens, Vergleiche zu anderen Städten sowie zur 775-Jahr-Feier Dietzenbachs hinzuziehen. Eine abschließende Entscheidung über den Zeit- und Finanzrahmen der Festlichkeiten wollen die Stadtverordneten dann 2019 treffen.

Rubriklistenbild: © dpa

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