Schule

Platzmangel an der Sterntalerschule in Dietzenbach: Kreis Offenbach will ausbauen

Schülerzahlen an den fünf staatlichen Grundschulen und zwei privaten sind konstant hoch. Nur nicht den Überblick verlieren: Sandra Hummel, Konrektorin an der Sterntalerschule, und Schulleiter Jochen Schepp stehen derzeit vor derselben Aufgabe wie all ihr Kollegen auch – die Stundenpläne zusammenzustellen. (c)Foto: Körtge
+
Schulleiter Jochen Schepp verliert sein Lachen nicht so schnell. Dennoch machte er den Stadtverordneten die prekäre Situation der Sterntalerschule deutlich. Diese leitet er gemeinsam mit der Konrektorin Sandra Hummel.

An der Sterntalerschule in Dietzenbach haben 300 Schüler nicht genügend Platz. Die prekäre Situation ist bekannt. Der Kreis Offenbach will helfen.

Dietzenbach - „Wir sind jetzt schon deutlich überfüllt.“ Im Ausschuss für Soziales ebenso wie im Bauausschuss hat Jochen Schepp, Leiter der Sterntalerschule am Kindäcker Weg, die prekäre Raumsituation seiner Bildungseinrichtung deutlich gemacht. Und das nicht zum ersten Mal. „Ich kann mich erinnern, dass wir bereits vor fast zehn Jahren Unterschriftenaktionen zum Ausbau gestartet haben“, sagte Ahmed Idrees (SPD).

Die derzeit noch dreizügige Grundschule mit rund 300 Schülerinnen und Schülern wächst stetig. Die meisten Schüler kommen aus dem Brennpunkt Spessartviertel, viele haben besonderen Förderbedarf. Der Prognose nach muss die Schule einen weiteren Zug erhalten, um demnächst 400 Buben und Mädchen aufzunehmen. Geht es nach dem Schulträger, dem Kreis Offenbach, soll die Sterntalerschule ganztagsfähig werden und eine Turnhalle erhalten. Zum Sport nutzt die Bildungseinrichtung derzeit die Halle der benachbarten Ernst-Reuter-Schule (ERS). Dabei gibt es eine Stunde, die bei jedem Wetter im Freien stattfinden muss, da die Kapazitäten der Turnhalle ausgeschöpft seien, wie Schepp erläuterte.

Sterntalerschule in Dietzenbach: Kreis Offenbach plant Ausbau - Kinder haben „anderes Raumbedürfnis“

Indes beruhen die Pläne des Kreises Offenbach für den Ausbau auf dem Stichwort „Substanzerhaltung“. Das heißt, dass die bestehenden Gebäude, auch das Betreuungsgebäude, das in der Verantwortung der Stadt liegt, erweitert und angepasst werden. Steht der Schule momentan für den Unterricht eine Fläche von rund 770 Quadratmetern zur Verfügung, sollen noch einmal 600 Quadratmeter hinzukommen. Auch Fachräume und Verwaltung ebenso wie die Betreuung sollen ausgeweitet werden. Nach dem aktuellen Finanzierungsplan sind rund 14,3 Millionen Euro zum Ausbau der Schule veranschlagt, die Erweiterung der Betreuung wird etwa 3,1 Millionen Euro kosten, die zu zwei Dritteln die Stadt Dietzenbach aufbringen muss. Peter Amrein, Fachbereichsleiter Soziale Dienste, gab im Sozialausschuss zu bedenken, dass künftig ein Rechtsanspruch auf Betreuung bestehen werde. „Deshalb bin ich froh, dass wir diesen Bedarf vielleicht bereits jetzt abdecken können“, betonte er.

Marita Hermes vom Fachdienst Gebäudewirtschaft stellte im Bauausschuss die Pläne vor. „Wir haben zwei mögliche Baufelder festgelegt“, teilte sie mit. Ein Teil betrifft das Gelände entlang der Rodgaustraße und ein Teil das Areal in Richtung des öffentlichen Parkplatzes hinter dem Ärztehaus. Einbeziehen wollen die Planer zudem das Hausmeistergebäude der ERS. „Wir wollen eine große Schule ermöglichen und berücksichtigen dabei die Besonderheiten des Standortes“, kündigte die Planerin an. So fordere etwa die Inklusion mittlerweile ein größeres Raumkontingent. „Außerdem verbringen die Kinder viel mehr Zeit in der Schule und haben ein ganz anderes Raumbedürfnis als noch vor ein paar Jahren.“

Sterntalerschule im Kreis Offenbach: Stadtrat warnt vor Trennung von Schule und Betreuung

Dass sich der Außenbereich anhand der Baupläne verkleinere, bemängelte unter anderem Sabine Goeser (SPD). „Die Kinder brauchen doch einen genügend großen Schulhof“, sagte sie. Kritisiert wurde auch, dass Parkplätze für Eltern und Lehrer beim Ausbau verloren gingen. „Darüber hinaus werden die jetzigen Parkmöglichkeiten auch bei Veranstaltungen in der Philipp-Fenn-Halle genutzt“, wandte Andrea Wacker-Hempel (Grüne) ein. Christoph Mikuschek (CDU) fragte nach dem Baumbestand auf dem Gelände, der wohl verringert werden müsste.

Man denke über Ausgleichsmaßnahmen nach, erwiderte Kreis-Vertreterin Hermes. „Wo es Neubauten gibt, müssen eben auch Bäume fallen.“ Weiterhin wies sie darauf hin, dass die finale Bauplanung noch offen sei. Mit Blick auf den Aufwand und auch auf die Finanzierung des Betreuungsgebäudes durch die Stadt forderte etwa Karoline Gieseler (CDU) eine Überprüfung alternativer Standorte für die Schule. Eine Idee, die auch Jens Hinrichsen von den Freien Wählern favorisierte. Er gab während der Sitzung des Sozialausschusses zu bedenken, dass eine Lösung, die sich allein auf den jetzigen Standort und die Sterntalerschule beziehe, zu klein gedacht sei. Ginge es nach ihm, würden die Stadtverordneten die Platzproblematik im Hinblick auf alle Grundschulen betrachten.

Zu einer Empfehlung der Ausschüsse kam es nicht. Falls die Stadtverordneten den Plänen des Kreises nicht zustimmten, müssten Schule und Betreuung getrennt werden, betonte Hermes. „Davor kann ich nur warnen“, sagte Erster Stadtrat Lang. (Barbara Scholze Und Anna Scholze)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare