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Spektakulärer Raubüberfall aufgeklärt

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Dietzenbach - Die Polizei hat den spektakulären Raubüberfall aufgeklärt, bei dem zwei Männern am 19. Februar in Dietzenbach 11.000 Euro abgenommen worden waren. Sie nahm am Mittwoch sechs Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren fest. Von Christoph Zöllner

Von den sechs Jugendlichen stehen fünf im dringenden Verdacht, zum Schein einen VW Eos über eine Internet-Autobörse angeboten zu haben. Doch statt des Cabrios erhielten die Kaufinteressenten aus Steinfurt in Nordrhein-Westfalen nur Schläge und Reizgas. Wie bereits berichtet, waren die beiden Steinfurter an jenem Samstag gegen 15.30 Uhr per Telefon in den Steinkautenweg gelotst worden, wo der Gebrauchtwagen stehen sollte. Die Jugendlichen hatten es gezielt auf den vereinbarten Kaufpreis abgesehen, den die Nordrhein-Westfalen in bar dabei hatten. Die beiden Opfer erlitten bei dem Überfall erhebliche Verletzungen und mussten ins Krankenhaus. Nachdem die Räuber das Geld und zudem ein Handy erbeutet hatten, rannten sie zu Fuß davon.

Gesonderte Ermittlung wegen Hehlerei

Die Beamten der Dietzenbacher Ermittlungsgruppe erlangten alsbald erste Hinweise, die sie auf die Spur einer sechsköpfigen Gruppe führte. Fünf davon waren namentlich bekannt. Nachdem sich der Tatverdacht gegen das Quintett erhärtet hatte, erwirkten die Ordnungshüter Durchsuchungsbefehle für die elterlichen Wohnungen. Am Mittwoch war es dann so weit: Bei einer konzertierten Aktion konnten die 15, 16 und 17 Jahre alten Dietzenbacher festgenommen und Beweismaterial, darunter auch das geraubte Handy, sichergestellt werden. Alle Festgenommenen zeigten sich in vollem Umfang geständig, teilte die Polizei heute mit.

Demnach hatten die Jugendlichen in einem Internetcafé Inserate über die Verkaufsplattformen „mobile.de“ und „autoscout24“ geschaltet. Für den angebotenen VW Eos hatten sie sich einen realistischen Preis von mehr als 11.000 Euro ausgedacht – das Fahrzeug besaßen sie aber nicht. Bald darauf meldete sich ein Kaufinteressent aus Steinfurt, den sie dann zusammen mit dessen Freund nach Dietzenbach lotsten. Den 15-Jährigen hätten alle von der Teilnahme am Raub frei gesprochen, so die Polizei. Er soll lediglich das geraubte Handy erworben haben. Hierzu ermitteln die Beamten nun gesondert wegen Hehlerei.

Die Festgenommenen sagten auch aus, dass es einen weiteren Mittäter gegeben habe: Der 17 Jahre alte Dietzenbacher war der Polizei bislang nicht namentlich bekannt. Trotz der erdrückenden Beweislast schwieg er sich auf der Wache zu den Vorwürfen aus. Einen Teil der Beute konnten die Ermittler sicherstellen; den Rest hatten die Jugendlichen aber bereits ausgegeben. Nach den Vernehmungen durften die Jugendlichen wieder nach Hause. Da sie geständig und nicht vorbestraft waren, blieb ihnen eine richterliche Vorführung erspart. Nun warten sie vorerst in Freiheit auf ihren Prozess.

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