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Stadt Dietzenbach will Radverkehrskonzept erneuern

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Von: Julius Fastnacht

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Radfahrer aufgepasst: Während die Fahrradampel auf der Hauptstraße auf Grün schaltet (oben rechts neben dem Blitzer), dürfen auch die Autos aus Richtung Limesstraße durchstarten.
Radfahrer aufgepasst: Während die Fahrradampel auf der Hauptstraße auf Grün schaltet (oben rechts neben dem Blitzer), dürfen auch die Autos aus Richtung Limesstraße durchstarten. © fastnacht

Die Stadt Dietzenbach stellt ein neues Radverkehrskonzept vor. Damit soll den Radfahrern mehr Platz auf Straßen und Wegen eingeräumt werden.

Dietzenbach – Dass es ihm Ernst ist mit der Verkehrswende für Dietzenbach, macht Bürgermeister Dieter Lang (SPD) gleich klar. Lange Zeit sei die Kommune eine Autostadt gewesen, wie sie im Buche steht. „Längere Fußwege möglichst zu vermeiden, das war die Stadtplanung der 1970er und 80er-Jahre“, sagt er. „Heutzutage erkennt man aber, dass das eine Fehlentwicklung ist“ – vor allem aus Umweltgründen. Auch um D nbach fit für die klimaneutrale Zukunft zu machen, will die Stadt jetzt Fahrradfahrern das Leben leichter machen. Neben der bereits begonnenen Umgestaltung der L3001 gehört dazu auch ein neues Radverkehrskonzept, das bis spätestens Anfang nächsten Jahres vorliegen soll.Finanziert wird die Konzeptentwicklung aus dem Budget des städtischen Arbeitskreises Radverkehr (AK). Neben der Verwaltung gehören auch Ortsgruppen-Vertreter der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zum Gremium. Laut Stadtplanerin Inga Windolf ist es auch höchste Zeit, das bestehende Konzeptpapier von 2005 zu erneuern. „Es ist mittlerweile veraltet und kann nicht mehr als Planungsgrundlage herangezogen werden“, sagt sie. Den Zuschlag, das Konzept auszuarbeiten, hat das Kasseler Planungsbüro „Cooperative Infrastruktur und Umwelt“ erhalten.

Zu Wochenbeginn hat es dem AK Radverkehr bereits seinen Jahresplan vorgestellt. „Es geht in Etappen vorwärts“, fügt Bürgermeister Dieter Lang hinzu. So soll das Büro zunächst eine stadtweite Bestandsaufnahme vollziehen. Welche Fahrradlinien gibt es, welche werden häufig genutzt? Aber auch: Wo finden sich Ladesäulen für E-Bikes oder Fahrrad-Abstellanlagen?

Basierend darauf folgt dann eine Mängelanalyse, die identifiziert, wo Verbesserungen nötig sind. Die wiederum ist Grundlage für das finale Produkt – nämlich ein Fahrradnetz-Entwurf inklusive Maßnahmenkatalog, der Empfehlungen und eine Kostenrechnung enthält. Da komme dann wieder die Stadt ins Spiel, die gewichten und priorisieren müsse, welche Maßnahmen finanzierbar- beziehungsweise priorisierbar seien, teilt Lang mit.

Wichtig: Bürger sollen im Prozess möglichst mitwirken können. „Das alte Konzept wurde noch im stillen Kämmerlein entworfen“, sagt Stadtplanerin Windolf. Dieses Mal sei über den AK Radverkehr eben auch der ADFC eingebunden. Aktuell sei sogar eine eigene Website in Arbeit. Auf der wolle die Stadt wiederkehrende Fragen der Bürger zum Thema Radverkehr beantworten. Darüber hinaus aber auch von den Menschen identifizierte Missstände im städtischen Radverkehr noch effektiver registrieren als bisher.

Von denen gibt es derweil durchaus welche. Zuletzt meldete sich ein Leser, um auf die missliche Situation an der Kreuzung zwischen Hauptstraße und Limesstraße / Am Steinberg aufmerksam zu machen: „Wer denkt sich solche Verkehrsführungen aus? Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann hier der erste Unfall passiert.“ Und tatsächlich: Fahrradfahrer, die auf dem neuen Schutzstreifen aus der Stadt fahren, sollten Vorsicht walten lassen. Denn springt die neue Fahrradampel auf Grün, dürfen fast zeitgleich die kreuzenden Autos aus Richtung Limesstraße Gas geben.

Was Radfahren in Dietzenbach angeht, hat die Verwaltung in der nächsten Zeit noch Arbeit vor sich. Für Bürgermeister Lang ist aber klar: „Der Verkehrsraum in der Stadt wird künftig gerechter verteilt werden.“

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