Bilanz der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis

Rote Lebensretter schwarz auf weiß

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Auf der Feuerwehr-Delegiertenversammlung überreichten Landrat Oliver Quilling und Erste Kreisbeigeordneten Claudia Jäger die Ehrenplakette an Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann.

Dietzenbach - Feuerwehr. Das ist so viel mehr als Keller auspumpen, Katzen retten, Brände löschen. Das ist gefährlicher Einsatz und lebenslange Aufgabe.

Selten wurde das so deutlich wie im vergangenen Jahr, lehrt die Bilanz der 29 Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Offenbach. Auf der Delegiertenversammlung im Kreishaus Dietzenbach legte Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann gestern die Zahlen vor. Demnach rückten die Lebensretter 2015 insgesamt zu 3 640 Einsätzen aus – weniger als 2014, damals schrillten 4 013-mal die Alarmglocken. Im vergangenen Jahr bekämpften die Männer und Frauen 833 Feuer (782) und erledigten 2 018 Technische Hilfeleistungen (2 459). Dabei brachten die Feuerwehrleute 333 Personen ohne Schaden in Sicherheit, 502 mussten verletzt geborgen werden. Leider kam für 57 Personen jede Hilfe zu spät – darunter vier Brandopfer.

„Das Jahr 2015 war von einer Reihe außerordentlicher Einsätze geprägt“, erinnerte sich Ackermann auf der Versammlung. Dazu zählten der Einsturz eines Daches in der Seligenstädter Altstadt sowie ein verunglückter Gefahrgut-Lastwagen. Ins Gedächtnis gefressen hat sich vor allem der Unfall auf der A3 am 1. August 2015 bei Obertshausen. Gegen 4 Uhr raste ein Lkw in eine gesicherte Unfallstelle, warf ein Rettungsfahrzeug um, knallte in ein Feuerwehrauto, rammte einen Streifenwagen. Die Bilanz: elf Verletzte, drei davon schwer. Darunter auch Feuerwehrleute aus Obertshausen und Rettungsdienstpersonal. „Hier zeigte sich die Gefahr am Einsatzort und auch, dass ein massiver Schutz der Kräfte notwendig ist“, sagt Ackermann. Auch die Unterbringung von Flüchtlingen stellte der Kreisbrandinspektor heraus. Drei Unterkünfte baute die Feuerwehr – Neu-Isenburg, Langen und Mainflingen. Und das unter Zeitdruck: Die 200 Einsatzkräfte hatten nur 24 Stunden Zeit, wenig Schlaf raubte die Kraft.

Trotz der schweren Arbeit steigt das Interesse am Dienst. Aktuell stehen in den Einsatzabteilungen 1 584 Lebensretter im Alter von 17 bis 65 bereit – 33 mehr als im Vorjahr. Darunter: 195 Frauen sowie 63 Hauptamtliche. Im vergangenen Jahr gab es 132 Neueintritte – davon 56 aus der eigenen Jugend. „Das ist der richtige Weg zur frühen Bindung an die Feuerwehr“, erklärt Ackermann. Und freut sich außerdem über die wachsende Anzahl der Kinderfeuerwehren – 17 sind das im Kreis, 275 Jungen und Mädchen engagieren sich dort.

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„Keine Schuld ist größer, als Dank zu sagen“ – mit diesem Zitat wandte sich Landrat Oliver Quilling schließlich an Ackermann und verlieh ihm die Ehrenplakette des Kreises. Quilling würdigte in seiner Laudatio Verdienst und Engagement des Rodgauers: „Sie sind unverzichtbar.“ 1973 habe Ackermann als Kreisinspektor angefangen und sich dann mit viel Fleiß und Disziplin hochgearbeitet. Seit 1994 ist er Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen und seit zwanzig Jahren Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. „Wir würdigen mit dieser Auszeichnung auch Ihren selbstlosen Einsatz im Dienste der 340.000 Einwohner des Kreises“, schloss Quilling seine Lobesrede.

eml

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