Grundstücke gesucht

Asylunterkünfte: Kreis soll aus zwei Flächen wählen

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Dietzenbach - Im Schnellverfahren sucht die Stadt – wie andere Kreiskommunen auch – Grundstücke, auf denen Unterkünfte für Asylbewerber entstehen könnten. Von Barbara Scholze

In ihrer jüngsten Sitzung haben sich die Stadtverordneten nun auf zwei Flächen geeinigt, die in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung genauer geprüft werden sollen. Auf einem der bisher unbebauten Grundstücke aus der Entwicklungsmaßnahme könnte bis Mitte nächsten Jahres eine Unterkunft für etwa 60 Flüchtlinge entstehen. Zum einen handelt es sich dabei um die Kleingartenerweiterungsfläche an der S-Bahn neben dem Spessartviertel, zum anderen um ein Gelände südlich der Ober-Rodener-Straße – gegenüber der Skateranlage.

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Gefolgt sind die Stadtparlamentarier damit einem Änderungsantrag des Bündnisses aus SPD, GDL und WIR-BfD. Auf der Strecke geblieben sind damit zwei weitere Vorschläge der Verwaltung, darunter das Areal der ehemaligen Tennisplätze am Europahaus, das zu abgelegen erschien, und eine Fläche im Gewerbegebiet Süd. Gegen den Vorschlag stimmten die CDU, die dem Kreis erst einmal nur ein Grundstück nennen wollte, und Edith Conrad (FW-UDS). „Wir möchten nur die Fläche an der Skateranlage vorschlagen“, sagte Guido Kaupat (CDU). Die Liegenschaft in der Nähe des Spessartviertels sei weniger geeignet, da es dort bereits eine hohe Verdichtung bei der Bevölkerung gebe. „Außerdem muss dann ein Zaun entlang der S-Bahn gebaut werden.“ Grundsätzlich treffe die CDU die Entscheidung nicht leichten Herzens: „Aber wir sind verpflichtet, den Flüchtlingen einen Platz zu geben.“

Harald Nalbach (WIR-BfD) rief dazu auf, beide Grundstücke objektiv zu betrachten. „Wir wollen nur eines bebaut haben, maßen uns jedoch nicht an, jetzt schon zu sagen, welches das beste ist.“ An der Skateranlage sei zu bedenken, dass das Quartier eigentlich zur Entschärfung der Parksituation rund um die türkische Moschee benötigt werde: „Auch das muss mit dem Kreis besprochen werden.“ Barbara Cardenas, die sich mit der Linken-Fraktion bei der Entscheidung enthielt, wandte sich aus humanitären Gründen gegen eine geplante Containerbau-Lösung. „Wir sollten die Priorität auf die Suche nach Wohnungen legen.“ Andrea Wacker-Hempel (GDL) betonte: „Wir haben nicht in dem Maße Wohnungen, wie wir sie brauchen.“ Die Suche nach Unterkünften fange gerade erst an. „Das ist die erste Runde, und je mehr wir bereit sind, Menschen in der Stadtmitte aufzunehmen,desto mehr können sie integriert werden.“ Grundsätzlich jedoch seien solche Debatten kein Zeichen einer Willkommenskultur.

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Weiterhin und dabei einstimmig beschlossen die Stadtverordneten, künftig in freien städtischen Wohnungen bevorzugt Flüchtlinge unterzubringen. Darüber hinaus soll die Verwaltung auch unter Beteiligung der Wirtschaftsförderung Ausschau nach geeigneten leer stehenden Gebäuden halten. Über den jeweiligen Stand der Dinge möchten die Stadtverordneten in den betreffenden Ausschüssen kontinuierlich informiert werden. Allein bis zum Jahresende erwartet der Kreis Offenbach noch rund 160 Flüchtlinge aus den Krisengebieten der Welt. Und das ist nicht das Ende. Im nächsten Jahr rechnet Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Carsten Müller (SPD) mit etwa 45 Asylbewerbern pro Monat. „Die Prognosen sind steigend, darauf müssen wir uns auf Jahre hinaus einstellen“, hatte er kürzlich angekündigt.

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