Lehrer- und Schülerprojekte des Freundeskreises Kostjukovitschi

„Schöne Fortsetzung und Ergänzung“

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Iryna Petrusevic (von rechts) und Irina Lukaschenka sprechen mit Gunter Werner von der Akademie für Lehrerfortbildung.

Dietzenbach - Die Städtepartnerschaft zwischen Dietzenbach und der weißrussischen Stadt Kostjukovitschi baut auch auf Nachhaltigkeit. Dazu waren zwei Vertreter nun in Deutschland, um die Fortführung von Projekten zu planen. Von Ronny Paul 

Erneut hat der Vorsitzende des Freundeskreises Kostjukovitschi, Dietmar Kolmer, in diesem Jahr Besuch aus Dietzenbachs weißrussischer Partnerstadt empfangen. Iryna Petrusevic, Chefredakteurin der „Stimme Kostjukovitschis“ und stellvertretende Bürgermeisterin der weißrussischen Gemeinde, sowie die Deutschlehrerin Irina Lukaschenka waren zu Gast und haben unter anderem gemeinsam mit Kolmer an der dreitägigen Deutsch-Belarussischen Städtepartnerschaftskonferenz in Berlin und Wittenberg teilgenommen. Mit rund 100 anderen Teilnehmern hat sich das Trio vor allem mit dem Thema „Vielfalt und Teilhabe in Städten“ beschäftigt. Dabei ging es um Nachhaltigkeit, erläutert Kolmer.

Man habe viel mitgenommen, vor allem, wie man Jugendliche für Lernen und Schule begeistert. Doch der Freundeskreis ist da schon auf einem guten Weg. Denn dieses Jahr war bereits die zweite Lehrerfortbildung für weißrussische Deutschlehrerinnen an der Ernst-Reuter-Schule, die vom Hessischen Kultusministerium und der Hessischen Lehrkräfteakademie unterstützt wird (wir berichteten). Eine solche soll im kommenden Jahr wieder zwei Wochen lang im August steigen, inklusive einer dreitägigen Lehrerfortbildung in Fuldatal, informiert Kolmer, der mit den Gästen auch einen Abstecher zur Hessischen Lehrkräfteakademie gemacht hat, um fürs kommende Jahr zu planen.

Die Verzahnung von Schülern und Lehrern sei extrem wichtig und für beide Seiten ein Gewinn. Die Nachhaltigkeit merke man am wachsenden Interesse, Deutsch zu lernen. Das sei von den anderen Konferenzteilnehmern mit Erstaunen aufgenommen worden, berichtet Kolmer. Petrusevic sagt, sie habe während der Diskussionen festgestellt, dass die seit 2009 bestehende Partnerschaft (Anm. d. Red: Kontakte gibt es seit 1990) zwischen Kostjukovitschi und Dietzenbach „im Vergleich zu anderen stark ist“. Alle neuen Projekte seien eine schöne Fortsetzung und Ergänzung der humanitären und sozialen Hilfe, die die von den Folgen des Reaktorunglücks in Tschernobyl stark betroffene Region nötig hat, betont die stellvertretende Bürgermeisterin. Vor allem der Austausch von Jugendlichen sei sehr wichtig. „Die werden in Zukunft an solchen Konferenzen teilnehmen und die Städtepartnerschaft fortführen“, ist sich Petrusevic sicher.

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Daher seien Projekte, wie das erstmals im Sommer veranstaltete und von Reiner Wagner unterstützte Theaterprojekt mit weißrussischen Jugendlichen im Theater Schöne Aussichten so wichtig. Auch für den Unterricht in Kostjukovitschi haben die Projekte viel gebracht, weiß Petrusevic: „Es gab viele neue Impulse für den Unterricht.“ Kolmer berichtet von einem Schüler, der ihm anschließend geschrieben hat: Der Theaterworkshop habe ihm die Angst vor der Bühne genommen.

Im kommenden Jahr ist vom 12. bis 19. Mai eine Bürgerreise nach Kostjukovitschi geplant. Wer Interesse hat, mailt an Vorsitzender@freundevonkostju.de. Zudem hat der Freundeskreis auch wieder einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Dort gibt es ebenso wie auf freundevonkostju.de weitere Informationen.

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