Erste „Haltestellen“ könnten schon im Juni stehen

Schwestern für die blaue Bank in Dietzenbach 

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In Schreinermeister Stefan Keitzl (rechts) und Azubi Oliver Zelt hat Elke Schott bereits die ersten Mitstreiter in Sachen Mitfahrbank gewonnen.

Dietzenbach - Die Farbe ist entscheidend – blau müssen sie alle sein. Damit sich die Frage nach der Verwandtschaft gar nicht erst stellt. Die stadtbekannte blaue Bank von Elke Schott bekommt nämlich Schwestern. Schwestern, die für mehr Mobilität sorgen sollen. Von Carolin Henneberg 

Dietzenbacher Unternehmen und die Städtischen Betriebe helfen dabei. Wunschziel ausklappen, hinsetzen, warten, mitfahren. So lässt sich die neue Idee von Elke Schott zusammenfassen. Die Erfinderin der blauen Bank, die stellvertretend für Respekt, Wertschätzung und soziale Kompetenz an wechselnden Orten in der Kreisstadt steht, hat sich was ausgedacht: die Mitfahrbank. Auf die Idee kam Schott, als sie eine ältere Dame, die Gerda, nach Hause auf den Hexenberg fuhr. „Es war ein heißer Tag, Gerda lief an mir vorbei, fragte mich, ob sie sich auf die gerade in diesem Moment aufgestellte Bank an der Offenthaler Straße setzen dürfe.“ Natürlich durfte sie, denn genau dafür stand das blaue Möbelstück ja bereit. Gerda kam vom Einkaufen, war mit ihren Tüten auf dem Heimweg. Normalerweise treffe sie beim Rewe immer jemanden, der sie Heim fahre, erzählte sie damals. An diesem Tag aber hatte die Seniorin Pech. Bis sie an der blauen Bank vorbei lief, sich setzte und ausruhte. „Das ist eine Zauberbank, die fährt sie jetzt nach Hause“, sagte Schott nach ihrem Gespräch zu Gerda. Und schon war die Idee der Mitfahrbank geboren. Die Schwestern der blauen Bank sollen den Menschen zu mehr Mobilität verhelfen. Auch wer kein eigenes Auto hat, dort wohnt, wo die öffentlichen Verkehrsmittel rar sind, oder einfach nicht mehr so gut zu Fuß ist, hat so die Chance von A nach B zu kommen.

Auf der Suche nach Hilfe, um das Projekt zu realisieren, wendete sich Elke Schott an Bürgermeister Jürgen Rogg. Der wiederum vermittelte ein Treffen mit dem Leiter der Städtischen Betriebe Michael Würz und dem Abteilungsleiter der Schreinerei Stefan Keitzl. Schnell waren beide von der Idee überzeugt, sagten ihre Hilfe zu.

Der Schreinermeister baut die Bänke in den kommenden Wochen gemeinsam mit seinen Azubis nach. „Wir machen sie stabiler, als es die bisherige Bank ist“, sagt Keitzl. Außerdem sollen sie später mit Winkeln und Dübeln im Boden verankert werden, „aber so, dass davon nichts mehr zu sehen ist, wenn sie irgendwann wieder abgebaut werden sollten“, sagt der Schreiner. Das Material für die Schwesterbänke gibt’s vom Globus Baumarkt, für die typische blaue Farbe sorgt die Firma Balser. Was die Schilderanzeige für die angepeilte Destination angeht, ist Schott noch in Verhandlungen. Doch sie habe schon einen netten Kontakt aus Dietzenbach im Auge. Es sollte alles auf mehrere Schultern verteilt werden, das war Schott wichtig: „Ich bin gerührt von so viel Hilfe, einfach toll, wie sich alle einbringen.“

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Wo genau die Bänke am Ende stehen werden, ist noch nicht ganz sicher. Geplant sind allerdings Standorte wie etwa das Waldschwimmbad, der Hexenberg, der Rote Platz, der Altstadt-Rewe, das Rathaus Center, der Edekamarkt in Steinberg, die Frankfurter Straße und der Wingertsberg. Eine Sache, neben der blauen Farbe, ist Schott allerdings sehr wichtig: „Die erste Bank muss unbedingt auf den Hexenberg, die ist für Gerda.“ Und schon im Juni könnte es so weit sein.

Wer weitere Ideen für Standorte hat, oder sich anderweitig einbringen möchte, meldet sich per Mail bei Elke Schott, elke.schott@upsolute.org.

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