Seniorenarbeit weiter gewährleistet

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Beliebter Treffpunkt, nicht nur zum Netzwerken: Im Reinhard-Göpfert-Haus schlägt das Herz der Seniorenarbeit besonders stark. Nicht nur dem Seniorenchor (hier bei einer Geburtstagsfeier mit Horst Henseleit) bietet es ein Zuhause.

Dietzenbach -  Die rund 8274 Menschen, die zu diesem Zeitpunkt 60 Jahre oder älter waren, lebten Anfang 2011 in der Kreisstadt. Das waren 15,5 Prozent der Gesamtbevölkerung und damit bereits 2,7 Prozent mehr als ein gutes Jahr zuvor (7296 im Dezember 2009). Von Nina Beck

In den kommenden 15 Jahren, heißt es im nun vorgelegten Konzept zur Städtischen Seniorenarbeit, werde der Anteil der über 60-jährigen Mitbürger auf etwa 25 bis 30 Prozent steigen; bis 2020 wird sich die Anzahl der Hochbetagten, die einen vergleichsweise hohen Hilfe- und Pflegebedarf haben, in Dietzenbach gar mehr als verdoppeln.

„Ein bedarfsgerechtes Hilfe- und Betreuungsangebot ist bei dieser Entwicklung mit den derzeitigen Strukturen nicht möglich“, heißt es im von Erstem Stadtrat Dietmar Kolmer und Fachbereichsleiter Walter Fontaine unterzeichneten Konzept. Zudem werde die Seniorenarbeit in einer Stadt wie Dietzenbach mit einem „sehr hohen ausländischen Bevölkerungsanteil“ vor neue Herausforderungen gestellt, „denn diese Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen im deutschen Altenhilfesystem (noch) nicht angekommen.“

Ebenfalls mit Verweis auf den demografischen Wandel und im Hinblick auf die anstehenden Haushaltsberatungen hatte sich der Seniorenbeirat bereits im September dafür eingesetzt, dass eine funktionierende städtische Seniorenarbeit auch in Zukunft gewährleistet ist. Wie berichtet, folgte die Mehrheit der Stadtverordneten dem Antrag des Gremiums, die Wiederbesetzungssperre in diesem Bereich aufzuheben. Da sich eine Mitarbeiterin der Seniorenarbeit in den Ruhestand verabschiede, seien sonst nur noch drei von ehemals fünf Stellen besetzt, hatte Seniorenbeiratsvorsitzende Tilly Westenberger vorgerechnet. Der Fachbereich Soziale Dienste brachte das Aufheben der Wiederbesetzungssperren zum Jahresende in den Magistrat ein. Und auch dem Auftrag, eine Konzeption für die städtische Seniorenarbeit vorzulegen, ist der Magistrat nachgekommen; zur nächsten Parlamentssitzung am Freitag, 3. Februar, liegt der Bericht vor.

Netzwerkarbeit zukünftig von großer Bedeutung

Netzwerkarbeit, heißt es darin, werde in Zukunft „von großer Bedeutung sein“. Es bedürfe einer intensiven Verknüpfung der verschiedenen Aufgaben der städtischen Seniorenarbeit, um die bedürfnis- und bedarfsgerechten Angebote fortlaufend auf- und ausbauen und zugleich weiterhin finanzieren zu können. Das fängt an bei der Einzelfall- und Informationsberatung, spannt einen Bogen über Beratung zur Alltagsbewältigung bei Lebenskrisen sowie einem Fallmanagement, das bei „komplexen Problemlagen“ einsetzt, und zieht sich über die häusliche, ambulante Pflege in der Sozialstation bis hin zum Betreuten Wohnen. Letzteres nehmen laut Bericht derzeit rund 260 ältere Menschen in 220 Wohneinheiten wahr.

Dass insbesondere den Begegnungsstätten wie dem Reinhard-Göpfert-Haus oder dem Seniorenzentrum Steinberg eine wesentliche Funktion zukommt, belegt die im Bericht unter dem Stichwort „netzwerkorientierte Gemeinwesenarbeit“ vermerkte Besucher-Anzahl 2011 im Göpfert-Haus: Bis Ende Oktober waren dort rund 9000 Senioren zu Gast.

Bürgerschaftliches Engagement fördern, gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, soziale Dienste vernetzen, das sieht das Konzept der Seniorenarbeit vor, dazu gehört eine Sozialplanung beziehungsweise Strukturentwicklung ebenso, wie Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätssicherung. Das Fazit des Konzepts: Werden die vom Parlament beschlossenen Punkte umgesetzt, sei eine funktionierende städtische Seniorenarbeit weiter gewährleistet.

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