Hilfe von der Agentur des Kreises Offenbach

Wer sich ehrenamtlich engagieren will...

Dietzenbach - Ob Sportverein oder Seniorenhilfe: Es gibt viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Kreis Offenbach etwa bietet denen, die ihre Hilfe anbieten wollen und denen, die Hilfe suchen, eine Plattform: die Ehrenamtsagentur. Über die Arbeit der Agentur sprach Michael Eschenauer mit Kreissprecher Ralf Geratz-Krambs.

Wie viele Ehrenamtsjobs hat die Agentur etwa im Angebot?

Wir führen hier keine eigene Liste! In der Ehrenamtssuchmaschine des Landes Hessen sind aktuell für den Kreis Offenbach 87 Ehrenamts-Jobs gelistet (https://www.ehrenamtssuche-hessen.de/) Die Ehrenamtsagentur wird auf konkrete Anfragen von Ehrenamtlichen tätig. Sie vermittelt direkt und gezielt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in nahezu allen Bereichen des Ehrenamtes etwa im Sport, der Integration, im Umweltschutz, den sozialen Vereinen, der Kirchen, der Senioren ehrenamtlich Tätige gesucht werden. Aus einer aktuellen Befragung der Sportvereine im Kreis wissen wir, dass rund ein Drittel nach Übungsleitern, Trainern oder nach einem Nachfolger für einen Vorstandsposten sucht. An dieser Stelle setzen wir mit unseren Beratungsangeboten an, um dem Verein unter die Arme zu greifen damit vakante Funktionen besetzt werden können. Der Ehrenamtsagentur geht es nämlich nicht nur um reine Vermittlungsarbeit. Ziel ist vielmehr der Erhalt und die Gestaltung moderner, innovativer Rahmenbedingungen.

In welche Kategorien kann man die verschiedenen Aufgaben einteilen?

Gesucht werden in der Regel Trainer, Übungsleiter, Vorstände aber auch Helfer im Hintergrund sowie Menschen, die Verantwortung übernehmen und andere Menschen begleiten und unterstützen.

Wie könnte man den typischen Interessenten an einem Ehrenamt beschreiben?

Er hat eine hohe soziale Kompetenz, ist am Miteinander interessiert, möchte seinen Horizont erweitern oder sein Wissen weitergeben. Sein Bestreben ist es zudem mitzugestalten und flexibel zu bleiben. Durch sein Engagement will er Freude, Respekt und Sinnhaftigkeit empfinden. Fakt ist jedoch auch: Der Weg in das Ehrenamt sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Ein Beispiel: Noch vor 25 Jahren haben überwiegend Eltern ihre Kinder mit in den Verein gebracht (Vater spielt Fußball, Kinder turnen, tanzen oder spielen Tennis). Heute bringen auch die Kinder ihre Eltern mit in den Verein. Dies gilt gerade auch für Flüchtlinge und Neubürger. Die Kinder turnen oder nehmen am Parkouring teil und die Eltern übernehmen zunächst kleinere Aufgaben im Verein, sind dann aber mit der Zeit auch für eine verantwortungsvollere ehrenamtliche Aufgabe oder einen Betreuerposten oder eine dauerhafte Aufgabe ansprechbar.

Nehmen die Angebote an Ehrenämtern zu, stagnieren sie oder gehen sie zurück?

Die Angebote nehmen tendenziell eher zu. Zum einen da auch die Zahl der Vereine in Deutschland weiter wächst und zum andere weil in den Vereinen auch eine Zunahme von zeitlich begrenzten Projekten, für die man Unterstützer und Helfer braucht, zu beobachten ist.

Gibt es Trends, etwa dass verschiedene Ehrenämter mit der Zeit verschwunden sind und andere zahlenmäßig zunehmen?

Wir beobachten vor allem eine starke Zunahme von neuen ehrenamtlichen Aufgaben im Bereich der Flüchtlingshilfe und Integration. Hier engagieren sich erfreulicher Weise auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die vorher noch nicht ehrenamtlich aktiv waren.

Wie viele Ehrenämter hat die Agentur im vergangenen Jahr vermitteln können?

Wir erfassen aber auch hier keine exakten Zahlen. Mittelbare Auswirkungen durch Schulungen, Workshops und Fortbildungen für Vorstände, Trainer und andere Ehrenamtliche lassen sich ohnehin nicht quantitativ erfassen. Ein Beispiel von vielen können wir aber geben. Gemeinsam mit dem Sportkreis Offenbach haben wir und 20 zusätzliche Übungsleiter mit Migrationshintergrund ausgebildet, die nun in ihren Vereinen ehrenamtlich tätig sind und die jeweiligen Betreuerteams verstärken.

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare