Kooperation

Zu Besuch bei den Freunden Kameruns: sichere Zukunft ermöglichen

Nahrung und Ausbildung: Den Kindern möchte der Verein mit seinen Partnern vor Ort eine Perspektive bieten. Fotos: p

Projektbesprechung der anderen Art: Horst Peter Jäger hat Besuch aus Afrika. Der Vorsitzende des Vereins „Freunde Kameruns“ empfängt den Präsidenten der Partnerorganisation CAMFRUD (Cameroon Friends For Rural Development). 

Dietzenbach - „Wir kennen uns seit den 70er-Jahren“, verrät Jäger. „Ich bin für ein paar Tage zu Besuch, fahre danach allerdings auch zu meiner Tochter nach Augsburg“, erläutert der Gast aus Afrika, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden darf in verständlichem Englisch. „Ich verstehe deutsch, weil ich in München studiert habe, allerdings würde es etwas dauern, bis ich es wieder sprechen kann. “.

Doch das Wiedersehen der beiden, steht nicht nur unter dem positiven Stern der Zusammenkunft. „Es wird immer gefährlicher in Kamerun“, macht sich Jäger Sorgen. Seit November 2016 gibt es in den beiden englischsprachlichen Provinzen Unruhen, Streiks, brutale Kämpfe mit vielen Toten und Giftgaseinsätze (wie berichtet). Schulen und Universitäten sind zum großen Teil geschlossen, die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist unzuverlässig, das Internet wird zeitweise in den beiden Provinzen abgeschaltet.

Verein hat viele Projekte

Seit 25 Jahren ist der Verein in Kamerun aktiv und hat schon viele Projekte – mehrheitlich in den englischsprachlichen Provinzen – erfolgreich begleitet und abgeschlossen. „Wir sind auf verlässliche Partner angewiesen“, sagt Jäger. Die Nicht-Regierungsorganisation CAMFRUD gibt es seit 1996. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagt deren Vorsitzender. Denn mittlerweile ist die Zahl der traumatisierten Kinder, deren Eltern während der Unruhen getötet oder verletzt wurden und um die sich Schwester Hedwig sowie die Betreuer vor Ort sorgen, von 40 auf 161 angestiegen. „Wir kümmern uns um sie, sind so etwas wie eine Ersatzfamilie“, sagt der Gast aus Kamerun. „Es ist wichtig, dass wir nicht nur Ansprechpartner sind, sondern ihnen eine sichere Zukunft ermöglichen.“ Deshalb spielt auch die schulische und berufliche Ausbildung eine Rolle. Der Nachwuchs bekommt Unterricht von Lehrern, die mittlerweile im Projekt angestellt sind, oder hat die Chance, in Handwerksberufe zu blicken. „So geben wir ihnen in dieser schweren Zeit eine Perspektive“, sagt der CAMFRUD-Vorsitzende.

Ein verlässlicher Partner vor Ort

„Sie finden die Kinder und Jugendlichen, die meist nur Schutz suchen, und bringen sie ins Projekt“, lobt Jäger das Engagement der Partner. Der Vorsitzende des Vereins steht via Whatsapp, Mail und Telefon mit den Personen vor Ort in Kontakt. „Leider ist es zu gefährlich, sich ein Bild vor Ort zu machen“, bedauert er. „Umso wichtiger ist, dass wir unter anderem mit CAMFRUD seit 25 Jahren einen verlässlichen Partner vor Ort haben, dem wir vertrauen können.“

Eine dieser Vertrauenspersonen verbrachte die vergangenen drei Tage mit ihm und seiner Frau. „Er hat sogar mit uns seinen 70. Geburtstag hier gefeiert, das freut uns ungemein, weil dieser in Kamerun einen hohen Stellenwert hat.“ Daran änderte auch der Sturm nichts, der durch die Kreisstadt fegte. „Wir haben erst einmal den Zaun im Garten repariert“, sagt der Gast und lacht. Im kommenden Jahr hat er die Jägers zu sich eingeladen. „Wir müssen schauen, ob es sicher genug ist, dann wären wir gerne dabei“, sagt Jäger.

Spendenkonto

Freunde Kameruns, Volksbank Dreieich, IBAN: DE24 5059 2200 0005 4161 59. Für eine Spendenbescheinigung solten auf dem Überweisungsträger Namen sowie Adresse angegeben werden.

VON PATRICK EICKHOFF

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