Blumen aus dem All

So grün ist Dietzenbach: Heinrich-Mann-Schüler säen Samen von der ISS

Die Schülerinnen Helena, Sophie und Chiara (von links) säen im Garten der Heinrich-Mann-Schule Blumensamen. Ob diese auch auf der Internationalen Raumstation waren, sehen sie erst, wenn Blumen daraus wachsen.
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Die Schülerinnen Helena, Sophie und Chiara (von links) säen im Garten der Heinrich-Mann-Schule Blumensamen. Ob diese auch auf der Internationalen Raumstation waren, sehen sie erst, wenn Blumen daraus wachsen.

Wer Dietzenbach hört, denkt nicht zuerst an Wälder, Wiesen und Natur. Dabei ist mehr als ein Drittel der Gemarkungsfläche bewaldet. Und auch darüber hinaus ist die Kreisstadt grüner, als mancher glauben mag. Wir schauen uns in der Natur um, sprechen mit Menschen, die sich für deren Schutz und Erhalt einsetzen und nehmen einschlägige Projekte unter die Lupe.

Dietzenbach – Samen pflanzen, die zusammen mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst auf der ISS waren: Bei einem Projekt der MINT-Abteilung der Heinrich-Mann-Schule hatten Schülerinnen und Schüler zum Tag der Nachhaltigkeit die Möglichkeit dazu.

MINT-Lehrerin Petra Carbon hat bereits 2018 mit der Nachmittags-AG „Klimawerkstatt“ begonnen, auf der Wiese hinter den Biologieräumen, ein Beet anzulegen und in Blumenkisten Gurken, Kürbisse oder Zucchinis zu pflanzen. „Das war vorher ein Acker“, sagt sie. In hinteren Bereich des neuen Gartens hat sich Carbon mit ihren Schülern entschieden, eine Wildblumenwiese gedeihen zu lassen und in einem Unterstand Bienenhäuser zu bauen.

In den vergangenen Sommerferien hat sie dann mit Hilfe ihres Kollegen Benedikt Pitsch und ihrer Schülerin Sophie nicht nur das Beet mit Steinen abgegrenzt und mit Rindenmulch ausgelegt, sondern auch zwischen dem Beet und den Fenstern des angrenzenden Gebäudes rund tausend Blumenzwiebeln eingepflanzt.

Zum diesjährigen Tag der Nachhaltigkeit sollen die Kinder nun Blumensamen aussäen. Das besondere daran: In einem von zwei Beutel befindet sich Saatgut, das auf der Internationalen Raumstation war. In welchem Beutel es sich befindet, verrät Carbon ihren Schülern nicht. „Die Kinder sehen es erst, wenn die Blumen wachsen.“ Insgesamt fünf Schülerinnen und Schüler nehmen an der Aktion teil.

Bevor sich die Heranwachsenden dem Aussäen widmen, verteilt Carbon zunächst ein Heft, in dem erklärt wird, wie die Samen richtig gesäet werden. Dann heißt es: Hände schmutzig machen. Zuerst lockern die Kinder die Erde auf, danach legen sie die Samen vorsichtig auf den Untergrund. „Ich finde es cool, dass es so was an unserer Schule gibt“, sagt Chiara. Die Sechstklässlerin hat Spaß an der Arbeit. Auch ihrer Klassenkameradin Helena gefällt das Säen: „Ich pflanze auch bei uns Zuhause Blumen.“ So wie Tristan. Der Fünftklässler war eigentlich erst in der Astronauten AG, bei der er alles über den Beruf lernte. Da wegen Corona dieses Angebot ausfallen musste, legte Petra Carbon das Nachmittagsangebot einfach mit der AG „Klimawerkstatt“ zusammen. Weil nicht alle Kinder gleichzeitig an die Blumenkisten können, hilft Tristan MINT-Leiter Wolf Winter beim Zusammenbau einer Sitzbank, die ebenfalls ins Beet kommt.

Sophie, die bereits beim Pflanzen der Blumenzwiebeln fleißig geholfen hat, und auch in der „Klimawerkstatt“ war, ist ebenfalls begeistert von dem Projekt. „Als Frau Carbon uns ihre Idee vorgestellt hat, fand ich es interessant“, betont sie. Die elfjährige Sonja ist sich noch nicht ganz sicher, was sie von der Aktion halten soll, glaubt aber, dass es ihr Spaß machen werde.

Petra Carbon will ihren Schützlingen aber nicht nur die Natur näher bringen. Sie sollen sich zudem mit der digitalen Welt vertraut machen. So haben die Kinder den Auftrag, in einem Blog über die „Astro-Biene Alexandra“ zu schreiben, die über ihr Leben im Beet und auf der Wiese berichtet.

Geplant hat Carbon außerdem, dass die Kinder mithilfe einer App Pflanzen bestimmen können oder einen Audio-Guide entwickeln, der Besuchern erklärt, welche Blumen oder Sträucher sich in den Blumenkisten befinden. „Wir wollen damit die Natur mit dem Digitalen verbinden“, sagt Carbon. (Von Joshua Bär)

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