Die Original Palmdudler nutzen die Pandemie für kreative Ideen

Sommerhit auf Hessisch

Beim Videodreh: Bassist Alexander Greiner (links), Schlagzeuger Udo Jünger (rechts) und „der goldene Reiner“, Peter Kämmer.
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Beim Videodreh: Bassist Alexander Greiner (links), Schlagzeuger Udo Jünger (rechts) und „der goldene Reiner“, Peter Kämmer.

Der Bass brummt und das Schlagzeug treibt den Takt voran, die E-Gitarren setzen ein. Die Original Palmdudler, wie sich die die Hausband des Theaters Schöne Aussichten nennt, gibt im Proberaum Vollgas. Sänger und Akkordeon-Spieler Peter Kämmer setzt mit strammer Stimme ein: „Auf meiner Fahrt in die Klinik sah ich noch mal die Lichter der Stadt!“

Dietzenbach – Sie proben an ihrem neuen Stück „Der goldene Reiner“, auch das Musikvideo dazu steht schon. Die insgesamt achtköpfige Band hat die Zeit ohne Live-Auftritte während der Corona-Pandemie derweil gut genutzt und einige Videos und Songs produziert, die nicht nur das Trommelfell in Bewegung bringen, sondern auch die Lachmuskeln animieren.

Gegründet hat sich die Band im Jahr 2016. Damals noch als reine Live- und Hausband des Theaters Schöne Aussicht (Thesa). Der ungewöhnliche Namen hat den Hintergrund, dass das Haus in dem das Theater untergebracht ist, früher das „alte Palmhaus“ genannt wurde. Zusammen mit dem Namen einer beliebten Kräuterlimonade waren dann Die Original Palmdudler geboren. „Das verwirrt viele zunächst, weil sie dann eine bayrische Band erwarten und keine Rockband“, sagt Keyboarder Uwe Schmedemann. Schon in den ersten Monaten konnte sich die Band über 20 Auftritte freuen. Im Thesa spielen sie zunächst vor allem das abgewandelte Musical von Wolfgang Ambros „Der Watzmann ruft“. Daraus wird die Dietzenbacher Version „Der Bersch ruft“. Es folgte das „Weiße Rössl im Bieberbach“. Für 2020 war eigentlich eine eigene Version des Musicals Rocky Horror Picture Show geplant, doch die Corona-Pandemie machte den gesteckten Zielen einen Strich durch die Rechnung. Der Start der Show im Thesa musste mehrmals nach hinten verschoben werden. Doch für die Frauen und Männer der Palmdudler war das kein Grund nur rumzusitzen und auf bessere Zeiten zu hoffen. „Wir sind ja keine reine Theaterband“, sagt Bassist Alexander Greiner. Also nutzte die Formation die Zeit ohne Live-Auftritte und wurde kreativ. Bereits drei Videos haben die Musiker in Eigenregie gedreht. Das vierte zu dem Song „Der goldene Reiner“ befindet sich aktuell im Schnitt. Musik und Video zum dem Song „Is noch Bier do“ – ein hessisches Cover des Sommerhits Despacito von Luis Fonsi – haben die Musiker während des Lockdowns jeder für sich daheim eingespielt und aufgezeichnet. „Das war vollkommen coronakonform“, sagt Greiner, „jeder hatte einen Greenscreen daheim und hat sich beim Musizieren selbst aufgenommen.“ Das Video ist bisher das erfolgreichste der Band, hat gut 1400 Aufrufe auf Youtube. „Wir sind alle keine Fastnachts-Narren, aber das Video kam da gerade passend“, sagt Keyboarder Uwe Schmedemann.

Auch an den Hit von Lady Gaga namens Pokerface haben sich die Dietzenbacher Musiker im Alter von Mitte 30 bis 66 Jahren herangewagt. Dem Song haben sie eine rockige Unterwanderung gegeben und den Text auf Deutsch umgedichtet. „Niemand tut sich bei uns als großer Texter hervor, deshalb machen wir dann auch mal so was“, sagt Bassist Greiner. Im Musikvideo, dass nach eigener Aussage überwiegend improvisiert ist, treten die Musiker dann als Italo-Gangster auf. Aus Keyboarder Uwe Schmedemann wird Don Schmedino und aus Schlagzeuger Udo Jünger wird Branco. Gedreht hat die Band das Video vor und im eigenen Proberaum.

Die Bandmitglieder sind sich allerdings darin einig, dass sie bald wieder die Bühne rocken wollen, statt nur Videos zu drehen. „Live zu spielen ist einfach das Beste“, sagt Peter Kämmer. (Lukas Reus)

Wer sich vom Spaßfaktor der Dietzenbacher Palmdudler zunächst von zu Hause überzeugen will, findet sie auf Facebook, Soundcloud, Youtube und original-palmdudler.de.

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