Serie „So grün ist Dietzenbach“: Spaß mit pädagogischem Auftrag

Bei Walderlebniswoche steht die Natur im Mittelpunkt

Haben Spaß an der Arbeit: Kinder bauen bei der Walderlebniswoche aus allem, was die Natur hergibt, Hütten und Höhlen.
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Haben Spaß an der Arbeit: Kinder bauen bei der Walderlebniswoche aus allem, was die Natur hergibt, Hütten und Höhlen.

Wer Dietzenbach hört, denkt nicht zuerst an Wälder, Wiesen und Natur. Dabei ist zum Beispiel mehr als ein Drittel der Gemarkungsfläche bewaldet. Und auch darüber hinaus ist Dietzenbach grüner, als man glaubt. Wir schauen uns in den kommenden Wochen in der Natur um, sprechen mit Menschen, die sich für deren Schutz und Erhalt einsetzten und nehmen einschlägige Projekte unter die Lupe.

Dietzenbach – Bei der Walderlebniswoche haben Kinder das Kommando. „Sie entscheiden, was wir in den fünf Tagen machen“, sagt Dietmar Tinat, Sprecher der Deutschen Waldjugend in Heusenstamm und seit 2018 zusammen mit seinem Sohn Tom Flug Betreuer bei den von der Awo organisierten Naturtagen. Wie schon in den vergangenen Jahren entschieden sich die Schüler, alle zwischen acht und elf Jahre alt, im Waldgebiet am Pferdehof Akita Höhlen und Hütten zu bauen. „Ihnen wird das einfach nicht langweilig“, hat Tinat beobachtet.

Bei Awo-Walderlebniswoche: Nur Materialien, die auf dem Waldbogen liegen, sind erlaubt.

Der Nachwuchs arbeitet fleißig an den Bauwerken. Einige waren bereits im vergangenen Sommer dabei und erweitern nun ihre letztjährigen Unterschlüpfe. Einige müssen aber auch neu aufgebaut werden, da sie in der Zwischenzeit von umgekippten Bäumen zerstört wurden. So wie die Hütte von Nick und seinen Freunden.

Ihr neues Quartier haben sie aber schnell wieder hergerichtet. Schon am ersten Tag stand das Grundgerüst aus herumliegenden Ästen und Baumstämmen, wie der elfjährige Nick berichtet. Und das alles, ohne Seile oder sonstiges Fremdmaterial zu benutzen. „Das ist die einzige Regel“, erläutert Tinat, „die Höhlen dürfen nur mit Materialien gebaut werden, die auf dem Waldbogen liegen.“ Lediglich ein Taschenmesser dient als Hilfsmittel.

Das Dach haben die Jungs mit Laub und Moos verstärkt, aus dem Innenraum Steine und Äste entfernt. „Wir haben alles mit unseren Händen aus der Höhle geräumt“, erzählt Gruppenmitglied Tobias. Mit weiteren Schichten aus Zweigen und Moos wollen sie ihre Höhle vor Regen schützen. Auf dem Boden liegende Baumstämme nutzen die Kinder als Sitzbänke.

Teilnehmer Nick: „Ich kann hier genau das tun, worauf ich Lust habe.“

Für Nick ist die Waldwoche ein Abenteuer: „Ich kann hier genau das tun, worauf ich Lust habe.“ Zudem gebe es jeden Tag etwas zu entdecken. Gruppenmitglied Max gefällt neben den Freiheiten, die er bei seinen Projekten hat, vor allem der Kontakt zu anderen Kindern.

Auch die achtjährige Aminata ist von der Erlebniswoche begeistert: „Wir haben hier sehr viel Spaß.“ Mit drei weiteren Mädchen hat sie nicht nur einen Unterstand errichtet sondern Hütten, die bei den vergangenen Ferienspielen gebaut wurden, mit weiteren Holzschichten erweitert und stabilisiert.

Haben Spaß an der Arbeit: Kinder bauen bei der Walderlebniswoche aus allem, was die Natur hergibt, Hütten und Höhlen.

An zwei gegenüberliegenden Baumstämmen haben die Mädchen Äste so angeordnet, dass die Konstruktion an ein indianisches Tipi-Zelt erinnert. „Das sind unser Pferdestall und unser Tierheim“, erläutert Kameradin Emma. Die Schülerinnen haben außerdem zwei Baumscheiben mit Tiermotiven bemalt. Eine weitere soll eine Klingel darstellen.

Die Waldtage in den letzten beiden Ferienwochen sollen für die Kinder aber nicht nur eine Spiel- und Spaßveranstaltung während der schulfreien Zeit sein. Für Betreuer Tom Flug haben die Tage in der freien Natur auch einen pädagogischen Auftrag. „Ich finde es wichtig, den Kindern die Natur zu vermitteln.“ Sein Schützling Moritz hat sich auch deshalb für die Teilnahme an der Walderlebniswoche entschieden: „Ich finde es gut, dass wir hier Respekt gegenüber der Natur lernen.“ (Joshua Bär)

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