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Neuer Hausverwalter im Spessartviertel schon Geschichte

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Von: Ronny Paul

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In den fünf Hochhäusern des östlichen Spessartviertels (die Gebäude im Vordergrund) gibt es 1019 Wohnungen, in denen schätzungsweise zwischen 3000 und 4000 Menschen leben. (c)Foto: Axel Häsler
In den fünf Hochhäusern des östlichen Spessartviertels (die Gebäude im Vordergrund) gibt es 1019 Wohnungen, in denen schätzungsweise zwischen 3000 und 4000 Menschen leben. © Axel Häsler

Dietzenbach - Das Spessartviertel kommt nicht zur Ruhe. Der im Dezember gewählte Hausverwalter ist bereits wieder Geschichte. Die Strippen zieht indes ein „alter Bekannter“. Von Ronny Paul

Sven Adam, im Dezember gewählter Hausverwalter der fünf Hochhäuser im östlichen Spessartviertel, ist nicht mehr Geschäftsführer und Gesellschafter der „Sven Adam Liegenschaftsverwaltung GmbH“. Dies geht aus einem der Redaktion vorliegenden Schreiben an Adam hervor. Dort heißt es: „Sie wurden in der Gesellschafterversammlung vom 7. März 2017 mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer abberufen.“ Ebenfalls wird mitgeteilt, dass die Adam Liegenschaftsverwaltung GmbH nun unter neuem Namen, Immobilienverwaltung Rosenpark GmbH, firmiert. Das Schreiben ist unterzeichnet von Alexander Minch, der sich als Geschäftsführer der Immobilienverwaltung Rosenpark ausgibt, aber bislang im Spessartviertel noch nicht in Erscheinung getreten war.

Warum Adam aus seiner eigenen Firma gefeuert werden konnte, erklärt er selbst: Er habe mit Marcel Haufschild, Mehrfacheigentümer und Mitglied des Verwaltungsbeirats der WEG Rosenpark, im Oktober eine Treuhandvereinbarung abgeschlossen. Haufschild fungierte als Treugeber, Adam agierte also in dessen Namen als Treuhänder. Begründung: Haufschild könne nicht als Gesellschafter und auch sonst überhaupt nicht öffentlich auftreten. Bereits im Jahr 2012 sei Haufschild mit diesem Wunsch an ihn herangetreten, die Anlage als Verwalter zu übernehmen. Damals habe er abgelehnt, so Adam. Nach Abschluss des Vertrages habe sich Adam vereinbarungsgemäß bei der Eigentümerversammlung Anfang Dezember als Geschäftsführer vorgestellt. Die Eigentümer wussten indes nichts von der Treuhandvereinbarung und dem Mann im Hintergrund. Adam sagt dazu: „Treuhandverträge werden haufenweise abgeschlossen, der Treuhänder darf das aber nicht an die große Glocke hängen.“

Zerwürfnis zwischen Adam und Haufschild

Doch schon bald kam es zum Zerwürfnis zwischen Adam und Haufschild, das bestätigen beide. Adam schildert aus seiner Sicht, er habe die Anlage nach Gesetz verwalten wollen. Doch da habe ihm Haufschild einen Strich durch die Rechnung gemacht, ihm Zugang zu Unterlagen verwehrt, Briefe abgefangen, Adams Handeln überwacht. Haufschild habe seine Arbeit blockiert, wo es nur ging, berichtet Adam. Relativ schnell habe er gemerkt, dass Haufschild für jede Leistung zuerst Vollmachten verlange, mit denen dann bei Versammlungen Mehrheiten zu erzielen sind. Auch finanziell gehe es nicht mit rechten Dingen zu, meint Adam. Er habe das Finanzamt informiert.

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Als Adam am 24. Februar einen Drohbrief erhielt, meldete er dies gleich der Polizei. Ebenfalls habe er eine zehnseitige Strafanzeige gegen Haufschild gestellt. Sein Vorwurf lautet: Verdacht auf versuchten Betrug, Verletzung des Datenschutzes, Vortäuschung falscher Tatsachen, Bedrohung und Nötigung. Nicht die erste Strafanzeige gegen Haufschild: Im November 2013 hatte etwa die Wohnungsgesellschaft Dietzenbach, die zu zwei Dritteln der Stadt gehört und rund 90 Wohnungen im Spessartviertel besitzt, Klage gegen Haufschild eingereicht. Unter anderem wegen Urkundenfälschung, Betrug und Beihilfe zum Steuerbetrug. Auch nach mehr als drei Jahren wurde noch nichts vor Gericht verhandelt. Im aktuellen Fall werde eine weitere Klage geprüft, heißt es aus dem Rathaus.

Letztlich kam es wohl am 28. Februar zum Eklat im Büro der Hausverwaltung, das Haufschild an Adam vermietet hatte. Auch das bestätigen beide. Adam sagt, da sei er aus der Haut gefahren und habe Haufschild seine Meinung gesagt. Quellen berichten, er sei sogar mit einem Vorschlaghammer Richtung Haufschild gelaufen. Adam selbst bestreitet das. Nach diesem Eklat habe Haufschild Adam aus dem Büro ausgesperrt und sich einen Leibwächter zugelegt, wird im Quartier kolportiert. Letztlich sei der Vertrag im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst worden, so Adam: „Ich bin komplett raus.“ Er prognostiziert: „Wenn die Eigentümer nicht wach werden und Haufschild die Vollmachten entziehen, geht’s einfach so weiter.“

Auf die aktuellen Veränderungen angesprochen, beteuert Haufschild, es sei ja nichts Schlimmes passiert, es habe nur Meinungsverschiedenheiten gegeben, und irgendwie habe alles nicht mehr zusammengepasst. Die Anlage zu verwalten, sei eben aufgrund der Streitigkeiten von unterschiedlichen Gruppen nicht einfach. Man habe nur den Geschäftsführer gewechselt, das sei besser, als die ganze Verwaltung auszutauschen. Alexander Minch sei nun neuer Geschäftsführer, auf den in der kommenden, noch nicht angesetzten Eigentümerversammlung ein weiterer, zusätzlicher Geschäftsführer folgen solle, so Haufschild.

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