Spessartviertel ohne Verwaltung

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Das Spessartviertel bleibt ein Brennpunkt in Dietzenbach - ohne Hausverwaltung möglicherweise noch mehr.

Dietzenbach - Die Hoffnung war groß, als bei einer Verwalterwahl im September vergangenen Jahres mit der Hausverwaltung Curanis ein erfahrenes, großes Unternehmen (rund 50 000 Wohneinheiten) mehrheitlich gewählt wurde. Von Nina Beck

Ein Jahr später die Ernüchterung: Das Geziehe und Gezerre um die Hausverwaltungen in der Wohnanlage Spessartviertel scheint kein Ende zu nehmen. Derzeit ist die Anlage offiziell sogar ohne Hausverwaltung, wie Curanis-Geschäftsführer Peter Kilthau gestern auf Anfrage bestätigte. „Das heißt aber nicht, dass die Gemeinschaft deshalb in irgendeiner Form Schaden nimmt“, betonte er. Bis eine neue Entscheidung gefallen ist, werde Curanis weiter „unterstützende Tätigkeit“ leisten. So etwa bleibe das Büro in der Wohnanlage zunächst aufrecht erhalten, wichtige Zahlungen würden auch weiterhin getätigt.

Zur derzeitigen Situation war es gekommen, da einige Erbbauberechtigte jene Versammlung vom 27. September 2008, in der Curanis mehrheitlich zum neuen Hausverwalter gewählt worden war (wir berichteten), vor dem Amtsgericht Offenbach angefochten hatten. Als Grund wurde angeführt, die Einladung zu dieser Versammlung sei nicht rechtswirksam erfolgt. Das Gericht hatte den Anfechtungen stattgegeben, das Urteil fiel im August.

„Aus taktischen Gründen“ keinen Einspruch eingelegt

Curanis hätte nun Einspruch dagegen einlegen können, habe dies aber „aus taktischen Gründen“ nicht getan, so Kilthau, der sich über die „nahezu jahrzehntelange Praxis, ständig die Versammlungen gerichtlich anzufechten“, maßlos ärgert. „Ich wollte mal ein Zeichen setzen, was bei dauernder Anfechterei passiert“, sagte er. Das bedeute aber nicht, dass sein Unternehmen sich nicht erneut zur Wahl stellen und auch „gerne bestätigt werden“ würde.

Ich appelliere an die Vernunft, dass die Wahl endlich mal nicht angefochten wird“, so Kilthau. In einer Demokratie müsse der Verlierer eine Niederlage auch mal akzeptieren können. Er würde dies gegebenenfalls auch tun, sagte er, erinnerte aber auch daran, dass mit Curanis ein Verwaltervertrag über zwei Jahre abgeschlossen worden sei.

Neue Eigentümer-Versammlung „eine Ungezogenheit“

Am morgigen Samstag, 26. September, findet die nächste Versammlung der Eigentümer statt, die aber wohl – wie üblich – nicht die erforderliche Anzahl von 50 Prozent der Miteigentumsanteile erbringen wird. Auch dies im Übrigen eine „Ungezogenheit, die nur unnötige Kosten verursacht“, wie Kilthau findet. Bei einer Folgesitzung ist diese Mehrheit nicht mehr erforderlich, so dass mit schöner Regelmäßigkeit bereits im Vorfeld jeweils zwei Termine angesetzt werden. So auch diesmal: die Folgesitzung ist laut Kilthau und Verwaltungsbeiratsvorsitzendem Marcel Haufschild für Samstag, 7. November, anberaumt, dann soll auch über eine neue Hausverwaltung abgestimmt werden.

Die Wahl stehe bereits als Punkt eins auf der Tagesordnung, sagte Haufschild gestern. Ein ständiger Wechsel der Hausverwaltung sei sicher „nicht gut“. Dennoch gebe es auch Positives aus der Wohnanlage zu berichten. So etwa seien die Wohungspreise wieder gestiegen, sagt der Eigentümer, der selbst 29 Wohnungen besitzt. Und auch in Sachen Sanierung seien Fortschritte zu verzeichnen: „Die Treppenhäuser sind alle neu gestrichen, die Notausgangstüren sind da, und als nächstes sollen der Brandschutz und die Dächer angegangen werden.“

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