Sportlerehrung des HBRS im Capitol

Lohn für starke Leistungen

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Eintracht Frankfurts Trainerlegende Dragoslav Stepanovic (rechts) beglückwünscht Armin Ceric, den Kapitän der Dreieicher E-Rollstuhl-Hockey-Mannschaft Black Knights. Gerhard Knapp, Präsident des HBRS (Bild unten, von links), Staatssekretär Werner Koch und HBRS-Vizepräsident Heinz Wagner mit Dietzenbachs VSG-Vorsitzender und Gastgeberin Ilse Stüven. 

Dietzenbach - Das Bürgerhaus der Kreisstadt war für einen Abend der Nabel der deutschen Sportwelt. Bei der Gala des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes gaben sich aktive und ehemalige Sportgrößen sowie Politiker die Klinke in die Hand. Von Burghard Wittekopf 

Der Hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS) hat herausragende Sportler des Jahres geehrt. Zum ersten Mal fand die Gala im Capitol des Bürgerhauses statt. Die Idee, die Kreisstadt zum Austragungsort zu machen, hatte Ilse Stüven, Vorsitzende des Verein für Sport und Gesundheit (VSG) in Dietzenbach, an Heinz Wagner herangetragen, den Vizepräsidenten des HBRS und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Band. Wagner fand’s gut, die anschließende Kontaktaufnahme und die folgende Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing-Agentur verlief laut HBRS sehr gut: „Wir sind mit der Lokalität sehr zufrieden“, sagte Hans-Jörg Klaudy, Landesschatzmeister und Mitglied des HBRS-Präsidiums. „Die Räumlichkeiten, die Technik und die Gastronomie sind sehr gut, hier stimmt alles.“

Der HBRS ist mit 68.000 Mitgliedern in mehr als 570 Vereinen der drittgrößte Landesverband im Deutschen Behindertensportverband. Zu den in den Vereinen angebotenen Aktivitäten gehören Reha, Jugend- und Alten- sowie Spitzen- und Präventionssport.

Der VSG Dietzenbach ist einer der angeschlossenen Vereine. 1964 von Georg Stappelton initiiert, um Kriegsversehrten die Möglichkeit zu geben, Sport zu treiben. Später hat seine Frau Helga die Führung des Vereins übernommen (wir berichteten). „Wir haben aktuell 160 Mitglieder“, sagt Stüven: „Der Verein bietet Kurse für Diabetiker, für die Krebsnachsorge und auch Rheuma-Spezialgruppen an, sehr gut kommt auch das Kinderturnen und Schwimmen an.“ Das richtet sich an Kinder, die aufgrund einer Behinderung, schwerer Schwimmen lernen. „Aber wir bieten natürlich noch viel mehr an“, sagte Stüven.

In seiner Begrüßungsrede sprach Gerhard Knapp, Präsident des HBRS, von den herausragenden Leistungen, die die behinderten Sportler, deren Trainer und Begleiter dieses Jahr bei Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften vollbracht haben. „Die Olympischen Spiele und die Paralympics sind dieses Jahr natürlich das Highlight“. Die Sportler wurden in den Kategorien Indivi-dual-, Mannschafts- und Nachwuchssport ausgezeichnet. Als besondere Gäste begrüßte Knapp den Hessischen Staatssekretär des Inneren, Werner Koch, den ehemaligen Trainer der Frankfurter Eintracht, Dragoslav Stepanovic, sowie weitere Größen des Sports, unter anderem Professor Heinz Zielinski, Vizepräsident des Landessportbundes Hessen.

Durch den Abend führte Moderator Thorsten Siegmund, früherer Mitarbeiter unserer Zeitung und Pressesprecher der Offenbacher Kickers. Während der Pausen, in denen ein Drei-Gänge-Menüs serviert wurde, unterhielt Peter Grün die Gäste musikalisch. Höhepunkte des Abends waren die Ehrungen der Sportler des Jahres 2016. In der Kategorie „Nachwuchssportlerin“ gewann Triathletin Lena Dieter, die trotz ihrer fast vollständigen Blindheit, beachtliche Erfolge aufweist: dritter Platz beim World Paratriathlon, deutsche Meisterin, zweiter Platz beim EM-Duathlon. Dieses Jahr lief sie die olympische Distanz und möchte schon bald an den Paralympischen Spielen teilnehmen.

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In der Kategorie „Mannschaft“ gewannen die E-Rollstuhl-Hockey „Black Knights“ aus Dreieich. Der amtierende deutsche Meister heimste dieses Jahr auch seinen ersten internationalen Turniersieg bei den siebten Prager Powerchair-Open ein. David Bauer, Nasim Afrah und Kaan Sisik spielen in der deutschen Nationalmannschaft und erreichten den dritten Platz bei der Hockey-Europameisterschaft. Die dritte und letzte Kategorie „Individualsport“ gewann Ski-Alpinistin Nicole Hofmann. Ihr größter Erfolg war bisher die Bronzemedaille bei den diesjährigen Special-Olympics-Winterspielen in Liechtenstein.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Marina Mohnen. Sie ist Mitglied der deutschen Rolli-Basketballmannschaft, die 2012 in London die Gold-, 2008 in Peking sowie 2016 in Rio de Janeiro die Silbermedaille gewann. Zur Freude der Zuschauer hatte Mohnen ihre Silbermedaille aus Rio dabei. Die Abschlussrede sprach Staatssekretär Koch, der die Arbeit des HBRS lobte und die Unterstützung der Landesregierung bekräftigte. Zum Dank für die herausragende Leistung des HBRS überreichte er dessen Präsidium einen Vorschuss über 50 000 Euro für das kommende Jahr.

Den HBRS-Ehrenpreis nahm Claus Duncker entgegen, Vorsitzender der Deutschen Blindenstudienanstalt (BLISTA). Duncker hat mit seinem Engagement den „Übergang zwischen Schule und Vereinssport“ institutionalisiert, lobte Staatssekretär Koch. Alle waren sich über einen gelungenen Abend im Bürgerhaus-Capitol einig. So kündigte HBRS-Vize-Präsident Wagner an, dass „wir auch nächstes Jahr wieder hier feiern werden“.

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